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Kulturtage

25.10.2018

„Lasset uns das Leben genießen“

Die Akteure des musikalischen Hoigarta im Rahmen der Donauwörther Kulturtage durften sich über ein volles Haus freuen.
Bild: Walter Ernst

Beim zünftigen Hoigarta kommen alle auf ihre Kosten

Er ist schon ein Besuchermagnet, der musikalische Hoigarta im Rahmen der Donauwörther Kulturtage. Mit etwas Stolz ließ Stadträtin Barbara Kandler bei der Begrüßung im voll besetzten Zeughaus dann auch wissen, dass es heuer im Herbstprogramm die erste ausgebuchte Veranstaltung war. Den Grund hierfür sah die Kulturreferentin eben in der Musik, und diese wurde in großem Maße anspruchsvoll, authentisch und mitunter humoristisch geboten.

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Seit nunmehr sieben Jahren zeichnet für diesen beliebten Volksmusikabend Josef Basting als Leiter der Donauwörther Musikschule verantwortlich, und der Erfolg gibt ihm recht, denn auch diesmal kam das spontan gegliederte Programm mit Musik und Gesang bestens an. Dass die Gäste Durchhaltevermögen bewiesen, lag wohl auch am reichhaltigen Brotzeit- und Getränkeangebot durch die Servicekräfte des Kiwanis-Clubs.

Zünftig ging’s los mit der Boarisch Blos’n, und für „Münchner Hetz und Gaudi“ sorgte Heidis Schrammelmusik. Verständlich, dass zur „Brotzeit“ die Musik ins zweite Glied rückte, aber das „steirische“ Lech-Paartal-Duo Werner und Toni untermalte die Geselligkeit angepasst, und als Animateur gegen einen „verratschten Hoigarta“ lenkte Josef Basting mit dem Bodenseelied zum Gemeinschaftssingen über.

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Überhaupt verstand es der Kapellmeister, aus dem Wechsel der Solisten und Ensembles mit dem singenden Publikum ein buntes Programm echter Volksmusik zu gestalten, das die Gäste begeisterte. Für die leisen und feinen Töne sorgte die Donauwörther Stubenmusik unter Hans Dauser, aus der konträr zum Auditorium die konzentriert und gekonnt aufspielenden Musikerinnen an Flöte und Hackbrett bestachen. Als „alte Hasen“ zeigten sich in musikalischer Qualität Hans Löffler und Hans Schmid als eingespieltes Team. Dem standen Girgl und Daniel als Zwoi ohne Huat in nichts nach. Mit kräftigen Posaunenklängen und deftigen Liedbeiträgen vom „Brett im Bett“ oder der humorvollen Erklärung der Schöpfungsgeschichte sorgten sie für begeisterndes Lachen im Saal.

Auch wenn mit dem Parodiegesang nach dem melodischen „Die Gedanken sind frei“ nicht alle Getränke frei waren, so tat dies der guten Laune unter den Besuchern keinen Abbruch. „Lasset uns das Leben genießen“, dieses pfiffige Studentenlied wurde gleichsam zum Motto des Abends und für alle Musikerinnen und Musiker nicht nur eine Herausforderung, sondern führte auch zur Uraufführung beim Hoigarta, mussten doch alle „prima vista“ alles vom Blatt spielen. Da taten sich die Blasmusiker beim Böhmischen Traum schon leichter oder als sie mit dem „Rehragout“ kaiserlich-böhmische Zeiten aufleben ließen.

Selbstverständlich war auch Heidis Schrammeln, dem bereichernden Quartett um Heidrun Krech-Hemminger, bei dessen instrumentalen Beiträgen der Beifall garantiert, ebenso bei der begleitenden Fundamentierung der Lieder. Im musikalischen Lebenslauf vom „Hans im Schnockaloch“ sangen alle begeistert mit, im „Hammerschmied-Lied“ war aktives Mitwirken gefordert, und so fügte sich wie selbstverständlich „ein Prosit auf die Gemütlichkeit“ ein. Da tat es der Veranstaltung keinerlei Abbruch, dass dieser bayerischen „Hymne“ eine Bremer Komposition zugrunde liegt.

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