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Kluftinger-Krimis

16.03.2015

Literatur trifft Comedy

Das Autorenduo Michael Kobr (rechts) und Volker Klüpfel ist bekannt für seine Kluftinger-Krimis, die im Allgäu spielen. Mit ihrer neuen Bühnenshow „my Klufti“ gehen die Autoren nun auf Tournee.
Bild: Finepic Helmut Henkensiefken

Das Autorenduo Klüpfel und Kobr tritt am Mittwoch in Monheim auf und bringt seinen neuen Bestseller auf die Bühne. Wie die beiden ihre Shows entwickeln, verraten sie im Interview.

Monheim Mit ihren Allgäu-Krimis rund um den liebenswert grantigen und tollpatschigen Kommissar Kluftinger sind sie bekannt geworden. Nun geht das Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr mit seinem neuen Programm „my Klufti“ auf Tournee in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Am Mittwoch treten die beiden in Monheim auf und geben Einblicke in die Entstehung ihres neuen Krimis „Grimmbart“. Wir haben im Vorfeld mit Volker Klüpfel gesprochen.

Ihr Bühnenprogramm bezeichnen Sie als „Litcomedy“. Was bedeutet das?

Klüpfel: Wir haben den Begriff erfunden. Unsere Show ist keine reine Comedyshow, aber auch keine reine Literaturlesung. „Litcomedy“ bedeutet, dass unser Programm weit über das Buch hinausgeht. Wir versuchen, unsere Texte bühnentauglich zu machen und lesen sie nicht nur vor. Aus den Texten arbeiten wir Comedy-Elemente heraus und zeigen auch Filme. Wir haben beispielsweise Märchen in den Allgäuer Dialekt übersetzt und sind mit der Kamera unterwegs gewesen, um eine Golfreportage zu drehen.

Wie entwickeln Sie Ihre Shows?

Klüpfel: Wir arbeiten mit einem Regisseur zusammen, der in die Programmentwicklung eingebunden ist. Er kommt aus dem Comedy-Bereich und versteht unseren Humor. Das ist ein Glücksfall für uns. Seit September 2014 arbeiten wir an der Show.

Was reizt Sie persönlich an Krimis?

Klüpfel: Krimis haben einen Spannungsbogen. Das ist ein Grund, weiterzulesen. Kluftinger nur privat würde nicht funktionieren, das wäre zu wenig. Krimis zeigen eine Welt, zu der man sonst keinen Zugang hätte. Das löst einen morbiden Reiz aus.

Inzwischen gibt es unzählige Regionalkrimis. Wie heben sich Ihre Bücher von diesen ab?

Klüpfel: Wir schreiben kein Allgäu-Buch. Die Region ist nicht unser Hauptanliegen. In unseren Krimis steht der Humor im Vordergrund. Wir waren diejenigen, die den Trend mitgegründet haben und sind nicht erst darauf aufgesprungen. Das nimmt inzwischen absurde Züge an. Autoren aus Norddeutschland sollen Allgäu-Krimis schreiben. Um eine Gegend vernünftig zu beschreiben, muss man die Region sehr gut kennen. Ansonsten wirkt das wie eine Kulisse. Das merken die Leser. Sie lesen lieber das Original. Mir muss niemand etwas über das Allgäu erzählen, das kenne ich gut.

Glauben Sie, dass irgendwann die Welle der Regionalkrimis überschritten ist?

Klüpfel: Das sollte man meinen. Man wartet seit Jahren darauf, dass die Welle bricht. Aber es scheint zu laufen. Es kommen immer neue Bücher auf den Markt. Vielleicht gibts ja mal regionale Liebesromane. Das ist aber nicht unser Genre. Wir schreiben gerade ein anderes Buch, was Lustiges ohne Kluftinger und ohne Krimi.

Haben Sie Vorbilder beim Schreiben?

Klüpfel: Vorbilder kann man nicht sagen. Wenn ich ein gutes Buch lese, kann es sein, dass sich der Ton des Buches in meine Texte einschleicht. Aber ich möchte niemandem nacheifern.

Ist es irgendwann schwer, neues Material für Ihre Bücher zu finden?

Klüpfel: Bis jetzt nicht. Die Ideen kommen aus unseren Köpfen. Es gibt viele Ideen, die man bei einem Buch verwirft. Für die nächsten Krimis ist also noch genug Material da.

Wie ist es, zu zweit ein Buch zu schreiben?

Klüpfel: Ich kann es nicht empfehlen (lacht). Bei uns hat es sich aber so ergeben. Ich möchte meinen Partner nicht missen. Es läuft gut, aber es ist sehr aufwendig. Der Leser soll ja nicht merken, dass zwei Autoren schreiben. Wir haben so einen Klufti-Ton entwickelt. Wenn einer schreibt, redigiert der andere den Text heftig, sodass das Ergebnis einheitlich ist. Gott sei Dank gibt es Meinungsverschiedenheiten, sonst könnte gleich jeder alleine schreiben.

Kann man heutzutage vom Autorendasein leben?

Klüpfel: Man liest ja immer, dass nur ein geringer Prozentsatz der Autoren vom Schreiben leben kann. Wir gehören dazu. Man braucht Glück und muss die Leser finden. Wir haben anfangs viele Lesungen gemacht. Das war eine rechte Ackerei. Für alle, die Autoren werden wollen, ist es wichtig, anzufangen. Denn viele wollen es, trauen sich aber nicht. Man kann seine Texte im Online-Verlag oder Selbstverlag veröffentlichen, wie die Autorin von „Fifty Shades of Grey“ es getan hat. Es ist also alles möglich. Interview: Alexandra Schneid

Karten für die Show am morgigen Mittwoch um 20 Uhr in der Stadthalle in Monheim gibts noch an der Abendkasse oder in der Buchhandlung Greno in Donauwörth.

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