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Bäumenheim-Hamlar

18.02.2015

Tierheim-Geschenke: Gut gemeint, aber nicht immer gut gemacht

Flehende Hunde- und Katzenaugen rühren jeden an – und wer kein Tier mit nach Hause nehmen kann, hinterlässt im Tierheim Hamlar gerne Geschenke. Doch ist manch ein Präsent für die Beschenkten gefährlich.
Bild: Petra Plaum

Was den Tieren derzeit wirklich hilft und woran die Einrichtungen Bedarf haben.

Bäumenheim-Hamlar Ist es draußen kalt, brauchen Hund und Katz warme Kissen und Matratzen – oder? Sonja Hoffmeister, Leiterin des Tierheims Hamlar, schüttelt den Kopf. Und sieht dabei traurig aus: Immer wieder muss sie Tierfreunde wegschicken, die mit solchen Gaben den Schützlingen des Tierheims eine Freude machen möchten und sie stattdessen in Gefahr bringen würden.

„Schaumstoffmatratzen werden zerfetzt und landen dann im Magen der Tiere“, nennt Hoffmeister ein Beispiel. Aber auch, wenn ein Kissen oder eine Liegestuhlauflage „nur“ zum Markieren oder als Toilette dient, verursacht das viel Aufwand. Viele Teile müssen danach entsorgt, andere ständig neu gewaschen werden. Und jedem Hund, jeder Katze eigene Unterlagen oder Kissen zuzuordnen, ist bei aktuell 110 Katzen und 35 Hunden schlichtweg unmöglich.

Hoffmeister weiß, was die Schützlinge des Tierheims brauchen, solange sie dort leben: Zwinger, Käfige und Rückzugsräume, die auf sie zugeschnitten sind und regelmäßig gereinigt werden, dazu gutes Futter, viel Zuwendung und ab und an eine Impfung oder Behandlung. Für das Tierheim in Hamlar ist Dr. Annemarie von Wittke zuständig, die am Mittwochvormittag dort Schützlinge versorgt und sich ansonsten in ihrer Praxis in Donauwörth um Notfälle und umfangreichere Operationen kümmert. „Kastrationen sind bei den Katzen ein großes Thema“, informiert sie. „Bei allen Tieren gibt es zudem Erkältungen und Durchfälle, zu denen Tiere in der nasskalten Zeit genauso neigen wie wir Menschen.“ Manche kommen schon verletzt oder krank ins Tierheim, bei anderen bricht eine Erkrankung durch den Umzugsstress aus. Die Behandlungskosten werden durch den Tierschutzverein und Spenden getragen, manch ein Medikament ist ein Geschenk von Tierfreunden. „Bei Salben und Medikamenten ist es sehr hilfreich, wenn vor einer Spende angefragt wird, was wir überhaupt verwenden können“, sagt Hoffmeister.

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Sie freut sich über die Spendenbereitschaft der Unternehmen und Privatpersonen aus der Region, die immer wieder an die Tiere in Hamlar denken. „Trockenfutter für Hunde und Katzen und Einmalhandschuhe haben wir darum über längere Zeit genug“, berichtet sie.

Auch Wolldecken sind immer willkommen

Dafür mangelt es gerade an Dosenfutter für Katzen, Allzweckreiniger, Spül- und Desinfektionsmittel, Küchenrollen und Einmal-Krankenunterlagen oder Einmal-Wickelunterlagen für Untersuchungen und Behandlungen. Auch Wolldecken oder Baumwollhandtücher sind willkommen.

Weil sich die Situation aber immer wieder ändert, ist Hoffmeister dankbar über jede telefonische, persönliche oder E-Mail-Nachfrage vor einer geplanten Spende. So macht ein Geschenk alle glücklich: Die Gebenden, die Beschenkten und auch die, die tagsüber und nachts für sie sorgen. (dz)

Das Tierheim Hamlar öffnet donnerstags, freitags, samstags und sonntags von 14.30 bis 17 Uhr seine Pforten. Kontakt: Telefon 0906/22138, Fax 0906/9800854, Email: info@tierschutz-donauwoerth.de

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