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13.07.2010

Über Grenzebach geht nie die Sonne unter

Mit "Standing Ovations" wurde Rudolf Grenzebach für sein Lebenswerk gewürdigt; verbunden war dies mit der Gratulation zu seinem 80. Geburtstag. Musikalisch umrahmt wurde die Jubiläums-Veranstaltung von den "Grenzebach Buam" beziehungsweise vom Musikverein Bäumenheim. Fotos (3): ohon

Bäumenheim-Hamlar Es war ein beeindruckendes Bild: Menschen aller Hautfarben stehen auf der Bühne. Sie sind beschäftigt in Deutschland, in Europa, in Nord- und Südamerika und in Asien. Was sie verbindet, konnte man mit an der Kleidung erkennen - Lederhosen und Dirndl. Denn sie alle arbeiten für das bayerische mittelständische Familienunternehmen Grenzebach aus Bäumenheim-Hamlar, das zwar in der Welt daheim, aber in der Region fest verwurzelt ist. Geschäftsführer Bernd Minning hat seine Ansprache bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Firma unter die Überschrift gestellt "Grenzebach - gestern, heute, morgen" und das Werden des Betriebs an Personen festgemacht, die auf diesem Weg dabei waren und die nun auf die Bühne der Fertigungshalle gebeten wurden. Am Ende kam der Firmengründer selbst, der ob des lang anhaltenden Applauses, mit dem seine Lebensleistung wie sein 80. Geburtstag gefeiert wurden, seine Rührung nicht verbergen konnte.

Die Umgestaltung des einstigen Handwerkerbetriebes in einen innovativen Maschinenbauer ist beeindruckend und es ist eine Erfolgsgeschichte wie kaum eine andere. Denn aus dem Maschinenbauer wurde bereits Mitte der 1970er Jahren ein Anlagenbauer. Bernd Minning: "Wenn man heute daheim oder im Büro aus dem Fenster schaut, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Glas auf Grenzebach-Anlagen gefertigt wurde, größer als 70 Prozent."

Da der Glasmarkt aber international ist und der US-Markt dabei immer wichtiger wurde, wurde 1988 ein eigener Standort in Newnan (Georgia) eröffnet. Um nicht ausschließlich vom Flachmarktglas abhängig zu sein, wurde mit "Baustoff" eine zweite Produktsäule aufgebaut. Und wieder war ein neuer Schritt notwendig: der vom reinen Anlagenbauer zum Lieferanten von schlüsselfertigen Anlagen.

In den drei großen Währungszonen präsent

Über Grenzebach geht nie die Sonne unter

Der Aufstieg ging unvermindert weiter: Vertriebsbüro in Shanghai (1998), Erwerb der BSH (Bad Hersfeld) (2002/Gipstechnologie), Vertriebs- und Service-Büro in Pune (Indien) und neues Werk in Shanghai (beides 2006), Grenzebach Automations GmbH (Karlsruhe/2006) und 2007 Beteiligung an der amerikanischen Millennium Control Systems (Cleveland/Ohio) sowie 2008 Werk 2 in Jashan (China).

Minning: "Grenzebach verfügt heute über eigene Fertigungsstandorte (insgesamt fünf) in den drei großen Währungszonen der Welt (Dollar-, Euro- und asiatischer Raum)." Daneben wurden zielgerichtet ab 2008 neue Vertriebs- und Service-Büros in Russland, Italien und Taiwan gegründet: "Grenzebach ist dort, wo der Markt ist" (mittlerweile 17 Standorte).

Jüngste Deals waren der Einstieg beim Roboter-Bauer Kuka (Augsburg) und bei der LJU Automationstechnik GmbH in Potsdam, die Übernahme der Algoscan in München (Inline-Sensorik für die Glas- und Solar-Industrie) und der Kauf von Anteilen bei der inos Automatisierungssoftware GmbH (Stuttgart). Minning: "Grenzebach - das ist auch Innovation und Wachstum."

In den vier Firmensäulen - Glas, Baustoff, General Industry (= Intralogistik, Airport Baggage Handling und Automobil) und Service - spiegle sich laut Minning die hauseigene Philosophie wieder: "Grenzebach bedient Märkte mit großem Wachstum, hohem Automatisierungs- und Innovationsgrad." Die Alleinstellungsmerkmale seien: fundiertes Technologie- und Prozesswissen, kurze Umsetzzeiten, hohe Qualität und Verlässlichkeit - "und unsere qualifizierten und motivierten Mitarbeiter" (bisher über 600 Lehrlinge ausgebildet). Das alles bedeute, "dass wir permanent in neue Produkte und Märkte investieren". In Zahlen: 1500 Mitarbeiter weltweit, 320 Millionen Euro Umsatz.

Minning bedankte sich schließlich für das Vertrauen, das der Firmenchef und dessen Familie in ihn selbst setzen. Als ganz besonders anerkennend finde er das Versprechen, "dass unsere Firma auch in der nächsten Generation von der Wertbeständigkeit eines Familienunternehmens geprägt sein wird."

In seiner Rede dankte Rudolf Grenzebach für die guten Wünsche, die er von vielen Seiten erhalten habe. Zum Dank und als äußeres Zeichen stehe seit Kurzem ein von Lothar Schneider künstlerisch gestaltetes Kreuz vor der Firma. "Es ist Zeichen unseres Glaubens, aber es provoziert nicht." Denn in seiner Firma habe er auch Mitarbeiter anderer Religionen, wie zum Beispiel Hindus oder Moslems, deren Glaube respektiert werde. Und dieser "Geist des Miteinanders und gegenseitigen Vertrauens" sei und bleibe Markenzeichen des Unternehmens.

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