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Papiertheater

12.03.2019

Blutrot die Segel, schwarz der Mast

Das Meringer Papiertheater zeigt den Fliegenden Holländer.
Bild: Benno Mischka

Meringer Opernhaus zeigt den „Fliegenden Holländer“ auf großer Bühne

Blutrot die Segel, schwarz der Mast“, so singt Senta in ihrer Ballade vor dem Bild des Holländers, den sie nicht kennt, aber mit dem sie ein mysteriöses Band zu einen scheint. Sie sieht sich auserwählt, den verzweifelten holländischen Kapitän von seinem Fluch zu befreien, bis in alle Ewigkeit auf den Meeren zu segeln. Er, der einst einen gotteslästerlichen Schwur geleistet hat. Nur alle sieben Jahre darf er seither Land betreten. Erlösung brächte ihm einzig eine Frau, die ihm ewige Treue schwöre.

Sentas Ballade ist für die Wagneroper von zentraler Bedeutung. Für Regisseur Benno Mitschka bestand hier nun die Herausforderung, diese Szene interessant zu bebildern, dauert die Ballade auch in gekürzter Fassung noch knapp vier Minuten. Die Originallänge beträgt sogar zehn Minuten, in denen sich außer Sentas schönem Gesang nichts tut.

Der Künstler liebt die Arbeit am Holländer. Es macht ihm nichts aus, dass diese Oper Richard Wagners eher handlungsarm ist: „Ich bin ein Mensch, der in Bildern denkt und wenn im Libretto phasenweise nur Reflexionen über den Sinn des Lebens zu finden sind, regt das umso mehr meine Fantasie an, auch für das eher Spröde die passenden Bilder zu finden.“ Starke Bilder hat der Meringer Theatermann für Sentas Ballade gefunden. Denn nicht nur das Holländerschiff erscheint mit seinen prächtigen blutroten Segeln am Bildhintergrund in zerklüfteter Landschaft, es tut sich sogar das ganze Weltall für die Liebenden auf.

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Eine Wiederaufnahme aus dem Repertoire der kleinen auf das der großen Bühne bedeutet für die Meringer nicht einfach ein „aus klein mach groß“. Alles muss neu gemacht werden: die Bühnenbilder, die Figuren, die Kulissenbefestigungen. Auch wird jede einzelne Szene auf der großen Bühne neu ausgeleuchtet. Da Mitschka ein künstlerischer Unruhegeist ist, reicht ihm auch das nicht. So hat er für die neue Fassung auch wieder neue Animationen erschaffen, die das Publikum noch tiefer in die Welt der Oper eintauchen lassen sollen.

Das Meringer Opernhaus wird den „Fliegenden Holländer“ nur an einem einzigen Wochenende in diesem Jahr spielen, nämlich vom 22. bis 24. März. Wer also mit dabei sein möchte, sollte sich rasch eines der wenigen Tickets sichern. Am Ende jeder Aufführung gibt es die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Die Aufführung dauert ungefähr 70 Minuten. Die Musik kommt vom Band.

Der „Fliegende Holländer“ ist nach der Zauberflöte, dem Freischütz, Hänsel & Gretel und Rigoletto die fünfte Oper, die die Meringer auf der großen Bühne zeigen. In Vorbereitung ist auch die zweite Mozart-Oper, die „Entführung aus dem Serail“, die das Repertoire des Multum in Parvo Opernhauses auf elf Opern anwachsen lässt. (FA)

Die Premiere der Oper „Der fliegende Holländer“ auf der großen Bühne findet am Freitag, 22. März, um 19 Uhr statt. Weitere Aufführungen: Samstag, 23. März, um 19 Uhr und Sonntag, 24. März 2019, um 11 Uhr (mit anschließendem Mittagsbuffet). Karten können unter kartenreservierung@papiertheater.net), telefonisch (08233/79 50895) oder im Laden des Multum in Parvo Opernhauses erworben werden.

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