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Ausbildung

27.02.2018

Die richtige Berufswahl braucht Zeit

Matthias Oberfrank kehrt an seine alte Schule zurück und zeigt, wie ein Landschaftsarchitekt arbeitet. Foto: Mareike König

Jugendliche wollen nach dem Abitur zuerst einmal Verschiedenes ausprobieren. Eltern und ehemalige Schüler geben beim Infotag am Gymnasium dazu Orientierung

Matthias Oberfrank ist zurück an seiner alten Schule – allerdings auf der anderen Seite des Klassenzimmers. Bereits 2011 hat er am Friedberger Gymnasium sein Abitur geschrieben, jetzt steht er vorn an der Tafel und erzählt den Elftklässlern, wie es damals mit ihm weiterging. Oberfrank ist einer von insgesamt 16 Referenten beim Berufsinformationstag 2018 des Gymnasiums.

Die Elftklässler müssen an vier Präsentationen teilnehmen. Dabei wählen sie unter anderem zwischen Vorträgen von Diplom-Ingenieuren, Sozialpädagogen oder einem Zahnarzt. „Das Spektrum der Berufe ist in den letzten Jahren immer größer geworden“, sagte der stellvertretender Schulleiter Johann Schmid. Ausbildungsberufe stehen in diesem Jahr allerdings nicht auf dem Programm. Auf Wunsch der Schüler. Ursprünglich hatten die Organisatoren den Jugendlichen 25 Referenten vorgeschlagen. Dann konnten die 109 Schüler der elften Jahrgangsstufe online abstimmen und ihre Favoriten auswählen.

Den Berufsinformationstag gibt es schon seit fünf Jahren. Der Elternbeirat und die Schulleitung organisieren ihn gemeinsam, einmal pro Jahr. Die Veranstaltung wurde nicht zuletzt deshalb ins Leben gerufen, weil immer mehr Eltern finden, dass die Berufsvorbereitung Aufgabe der Schule ist.

Der Infotag schließt sich direkt an den Schulunterricht an. Nach einem Einführungsvortrag teilen sich die Schüler auf und besuchen nacheinander die vier Präsentationen, für die sie sich angemeldet hatten. Das Programm dauert insgesamt drei Stunden. Größtenteils eine interessante Veranstaltung, lautete das Urteil der Schüler. Fred Schalk, selbst Referent und Mitglied des Elternbeirats, bestätigte, dass die Schüler sehr interessiert gewesen seien. „Sie haben viele Fragen gestellt und auch diskutiert“, sagte Schalk. Ein paar Jugendliche erklärten nach der Veranstaltung, dass sie gerne mehr über Berufe erfahren hätten, die gar nicht zur Auswahl standen. „Moderne Berufe, wie Spielentwickler zum Beispiel, hätte ich spannend gefunden“, sagte Lukas Bublies. Ein paar Gymnasiasten hätten gerne mehr über künstlerische und kreative Berufe erfahren.

Also mehr Berufe wie den, welchen Matthias Oberfrank vorstellt. Oberfrank macht an der TU München seinen Master in Landschaftsarchitektur. Obwohl er seine Präsentation am späten Nachmittag hält, hören die Schüler noch aufmerksam zu. Auch, weil Oberfrank nicht nur über den Beruf, sondern ebenfalls sein Studentenleben redet.

Immer mehr Schüler entscheiden sich übrigens dazu, nach dem Abitur nicht direkt mit dem Studium anzufangen oder eine Ausbildung zu machen. Sie nehmen sich ein Jahr, um in Praktika verschiedene Berufe auszuprobieren, zu jobben und zu reisen. Und schieben die Berufswahl noch einmal ein Jahr nach hinten.

So machte es auch Matthias Oberfrank nach seinem Abitur 2011. Eine gute Entscheidung, wie er erklärte. Denn erst in seinem „Gap Year“ habe er zu seinem Traumberuf gefunden.

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