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Mering

25.06.2019

Dosen und Becher gegen Plastikmüll in Mering

Esther Obst-Kennedy bringt für den Kauf von Fleisch- und Wurstwaren seit Längerem immer ihre Boxen und Glasschalen mit. Katharina Reich von der Metzgerei Reich unterstützt diese Nachhaltigkeitsidee gerne.
Bild:  Heike John

Nachhaltigkeit In kleinen Schritten den großen ökologischen Fußabdruck zu schmälern, das versucht das Bündnis für Nachhaltigkeit. Wie kommen die Ideen bei Bürgern und in den Geschäften an?

Das Tablett liegt auf der Theke, darauf stellt die Kundin ihren mitgebrachten Behälter. Ohne diesen zu berühren, füllt die Metzgereifachverkäuferin die gekauften Wurstwaren ein und die Kundin verschließt ihre Box eigenhändig mit einem Deckel.

Für Esther Obst-Kennedy ist diese Vorgehensweise bei ihrem Einkauf in der Metzgerei Reich bereits alltägliche Gewohnheit und Katharina Reich unterstützt dieses Engagement zur Vermeidung von Verpackungsmüll gerne. „Es sind zwar noch nicht viele Kunden, die auf diese Weise bei uns einkaufen, aber es werden immer mehr“, beobachtet sie. Vor allem zur Abholung des angebotenen warmen Essens zum Mittagstisch verzichten bereits viele Kunden auf die Styroporverpackungen und haben ihre eigenen Behälter dabei. An der Ausgabetheke kann man sogar einen speziellen Menüteller mit Fächern erstehen. „Es setzt langsam ein Umdenken ein und wir stellen uns entsprechend der Kundennachfrage auch um“, sagt Katharina Reich. Den Fleischsalat beispielsweise, der derzeit noch in kleinen Plastikbechern verkauft wird, könne man genauso gut in einer großen Schüssel anbieten und dem Kunden in einen mitgebrachten Behälter abfüllen.

So handhabt man es neuerdings auch am Fischstand von Peter Berger, der freitags auf dem Meringer Marktplatz seine Ware anbietet. Wer nichts zum Einfüllen dabei hat, kann auch eine kleine Box vor Ort kaufen. Am Wochenmarkt wird Verpackungsmüll schon lange vermieden. Beim Eiermann bringt nahezu jeder Kunde seine Schachteln zum Wiederbefüllen mit und in der langen Warteschlange am Stand des Gemüsehändlers hat jeder Kunde eine Stofftasche oder ein Netz in der Hand. Mit der sogenannten Zukunftstasche hat auch das Meringer Bündnis für Nachhaltigkeit vor kurzem einen Stoffbeutel auf den Markt gebracht, der für den Einkauf von losem Obst und Gemüse oder Backwaren gedacht ist (wir berichteten). Gegen eine Spende kann er beim Nachhaltigkeitsfest am 7. Juli im Lippgarten erworben werden.

Dosen und Becher gegen Plastikmüll in Mering

Bei Edeka, neben der Raiffeisenbank einer der Sponsoren dieser Zukunftstasche, erhalten Kunden ab einem Obsteinkauf im Wert von 10 Euro einen dieser Beutel aus Biobaumwolle als Geschenk. In der Gemüseabteilung müssen Edeka-Betreiber Thomas Kowalski und sein Marktleiter Pascal Eckel aber schon lange nicht mehr die Massen an Rollentüten aushängen wie noch vor einem Jahr. Immer mehr Kunden sind mit Netzen und Taschen unterwegs. Die Kassen müssten darauf umgestellt werden, dass die Tarataste gedrückt werden kann, um die auf den Beuteln und Netzen angegebenen Gewichte abziehen zu können, erklärt Thomas Kowalski.

Alternativen zur Plastikverpackung sind besonderer Life-style

In Supermärkten und Discountern achte man auf Weisung der Konzernleitungen besonders streng darauf, alle gesetzlichen Vorgaben und die extrem strengen Hygienevorschriften einzuhalten. Und so gebe es vonseiten der Leitungsebene noch einige Bedenken, was den Einkauf von Wurst, Käse oder Fleisch mit eigener Box an der Theke betreffe, bestätigt auch Kowalski. Für Schlagzeilen sorgte nun Aldi mit der Ankündigung eines symbolischen Cents für die Knotentüten am Obstregal. Der junge Mann an der Kasse im Gewerbegebiet Nord wusste tags darauf noch nichts vom symbolischen Plastiktütencent, hatte aber auch kein Problem damit, als eine Kundin mehrere einzelne Pfirsiche ohne Tüte zum Wiegen aufs Band legte. „Wichtig ist einfach, dass man sich bei jedem Einkauf Gedanken macht, wie man Verpackungsmüll vermeiden kann“, findet Esther Obst-Kennedy vom Bündnis für Nachhaltigkeit. Die Alternativen zur Plastikverpackung sollten angenehm und gerne auch eine „Life-style-Geschichte“ sein, findet die engagierte Meringerin. „Im Haushaltswarengeschäft von Frau Bösl beispielsweise kann man viele schöne und praktische Behälter kaufen“, so lautet ihr Tipp.

Kaffeebecher müssen sauber gespült sein

Für den Kaffee zum Mitnehmen brachte das Bündnis für Nachhaltigkeit bereits im Dezember 2017 einen Meringer Zukunftsbecher auf den Markt. Im Juli vergangenen Jahres startete das Bündnis gemeinsam mit dem Landratsamt dann eine Aktion, die Kunden über entsprechende Aufkleber darauf aufmerksam macht, wo sie sowohl ihre eigenen Coffee-to-go-Becher als auch Mehrwegbehältnisse zum Einkauf mitbringen können. Knapp 30 Lebensmittelgeschäfte, Metzgereien, Bäckereien und Cafés in Mering machen mittlerweile mit. Ein Aufkleber prangt auch an der Fensterscheibe der Bäckerei Schwab. Bei den Coffee-to-go-Bechern werde aber eher auf die vorrätigen Pappbecher zurückgegriffen als auf die Recup-Becher im Pfandsystem, so schildert eine junge Bäckereiverkäuferin ihre Erfahrung. „Außerdem haben wir das Problem, dass unsere Mehrwegbecher nur selten zurückgegeben werden.“ Von den Kunden mitgebrachte Kaffeebecher habe sie auch schon mal abgelehnt, wenn sie nicht sauber gespült waren. So machen Geschäfte und Kunden ihre Erfahrungen.

„Wenn sich jeder nach seinen Möglichkeiten bemüht, ist schon viel gewonnen“, betont Esther Obst-Kennedy. Man sollte jedoch keine Religion daraus machen, findet sie. „Wir vom Bündnis für Nachhaltigkeit arbeiten weiter daran, für Mering und die Region praktikable Lösungen für ein umweltverträgliches zukunftstaugliches Leben zu entwickeln“, erklärt Michael Dudella. In diesem Sinne findet am Sonntag, 7. Juli, auch das mittlerweile dritte Meringer Nachhaltigkeitsfest statt. Der Zukunftsmarkt im Lippgarten ist von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Programm Das Programm sowie weitere Infos über das Meringer Bündnis für Nachhaltigkeit gibt es im Internet.

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