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16.06.2009

Hagelsturm: Erste Forderung nach Schadensersatz

Ried Der Hagelsturm vom 26. Mai beschäftigt inzwischen auch schon Rechtsanwälte. In Ried hat Helmut Kobras von der Firma Schulz-Kobras Gebäudereinigung angekündigt, sich wegen eines Teils des entstandenen Schadens an die Gemeinde wenden zu wollen. Dieser wiederum ist beileibe nicht klein: Auf etwa 125 000 Euro summiert sich auf, was im Büro, in den Lagerräumen, bei der Heizung und am Gebäude insgesamt kaputt ist.

Die Firma hat ihre Geschäftsräume im Keller, Tageslicht kommt über Souterrain-Fenster herein. Durch den Garten führt ein offener Graben bis zur Maria-Zell-Straße, dort läuft er verrohrt weiter - laut Kobras mit zu geringem Durchmesser. "Der Ablauf war schnell dicht. Und nicht einmal die bei der Gemeinde wissen, wo die Rohre genau hingehen." Das ganze Gelände liegt nördlich der Staatsstraße - auf der wiederum fassten die Gullys längst nicht die Fluten, die von den "Rieder Höh'n" von Süden herunterkamen. Nach Meinung des ebenfalls betroffenen Ralf Wenzel auch deswegen, weil die Kanaleinläufe teils falsch platziert und zu wenige sind. Der Anwohner an die Zillenberger Straße hat in einem Schreiben an Bürgermeister Drexl bereits detaillierte Vorschläge geschickt, was alles zu ändern und zu verbessern ist. In diesem Viertel standen eine ganze Reihe weiterer Garagen und Keller unter Wasser.

Drexl selbst ist noch sehr zurückhaltend, was Zusagen anbelangt. In der jüngsten Ratssitzung wurde das Thema erst einmal nicht öffentlich behandelt und beschlossen, dass der Bauausschuss die Situationen am 7. Juli im Rahmen von Ortsbesichtigungen öffentlich beurteilen will. Es gibt in Ried weitere "Brennpunkte" in der Goldwiesen- und der Ringstraße, in der Sirchenrieder Straße, in Zillenberg bei zwei Häusern und in einem Hof in Sirchenried, an der Straße nach Baierberg.

Kobras hat sich schon mit seinem Rechtsanwalt in Verbindung gesetzt. Er rechnet damit, nur etwa 70 Prozent des Schadens von der Versicherung ersetzt zu bekommen, für den Rest soll ihm Ried geradestehen. Dabei lässt er es auch nicht gelten, dass Drexl ihm anno 2002, als der Keller schon einmal überschwemmt war, dringend angeraten hatte, die Fenster zum Graben hin mit höheren Schächten zu versehen. Die Glaselemente drückte das Wasser jetzt erneut ein, ebenso innen die Türen. "Die Fluten standen bei mir schon fast im Erdgeschoss. Dabei haben wir ja etwas höher heraus gebaut, als wir gedurft hätten", so der Rieder. So hoch könne er die Lichtschächte gar nicht setzen: "Ich brauche das Tageslicht im Büro." Natürlich sei ihm und allen anderen Betroffenen bewusst, dass der Hagelsturm ein Extremereignis war. Und natürlich will er sich selbst um Lösungen bemühen, ähnlich wie die Wenzels, die im Jahr 2002 noch verschont blieben und deshalb glaubten, auch jetzt kein Problem zu haben. 30 Zentimeter Schlamm und Wasser waren es dann im Keller.

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