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Aichach-Friedberg

28.05.2019

Im Wittelsbacher Land heißt es: Ab aufs Rad!

Radeln ist bei allen Altersgruppen in Aichach-Friedberg im Trend.
Bild: Fotolia

Radfahren ist in Aichach-Friedberg beliebt. Vor allem E-Bikes sind Trend. Fachleute erklären, welches Rad zu wem passt und warum es jetzt Airbags für Radfahrer gibt.

Sabine Walkmann ist voller Vorfreude, als sie im Friedberger Fachgeschäft Pfundmeir nach einer Gepäcktasche für den Urlaub sucht. „Wir wollen uns Leihräder nehmen, um die Gegend zu erkunden“, sagt sie. In Usedom, im Altmühltal oder am Gardasee ist sie gern auf zwei Rädern unterwegs, „weil man so die schöne Landschaft viel intensiver genießen kann als im Auto. Außerdem spart man sich die lästige Parkplatzsuche.“

Im Laden und im Lager hat Christine Pfundmeir 1000 Drahtesel für alle Ansprüche und Altersklassen stehen, vom Laufrad für Kinder bis zum mehrere tausend Euro teuren Canyon Exceed CF SLX 9.9 SL. Beim Zubehör fällt ein Airbag ins Auge, der Radler bei einem Unfall vor schweren Kopfverletzungen schützen soll. Er wird wie ein Schal um den Hals gelegt und bläst sich innerhalb von 0,1 Sekunden auf, was dann aussieht wie die früheren Damen-Trockenhauben beim Friseur.

Moderne Technik für Sicherheit und Bequemlichkeit in Friedberg

„Durch die Sensoren und den Algorithmus wird das Bewegungsmuster des Radfahrers erkannt“, erklärt Pfundmeir. Laut einer Studie der Stanford University ist dieser 300 Euro teure Schutz wesentlich sicherer als herkömmliche Helme.

Im Wittelsbacher Land heißt es: Ab aufs Rad!

Moderne Technik sorgt aber nicht nur für Sicherheit, sondern auch für Bequemlichkeit. So kann manbei Pfundmeir auf einem würfelähnlichen Hocker Platz nehmen, der dank einer digitalen Sitzbreitenmessung den passenden Sattel ermittelt.

Wer nach der Winterpause sein Rad zum Kundendienst bringt, um Beleuchtung und Bremsen prüfen zu lassen, der muss oft eine Portion Geduld mitbringen. Sowohl in Friedberg als auch im Kissinger Radlhaus an der B 2 betragen die Wartezeiten mehrere Wochen, so groß ist der Kundenansturm. Die Auswahl unter den Modellen ist schier unüberschaubar: Soll es ein BMX-, Berg-, Renn-, Sport-, Stadt- oder Tourenrad sein? Mit Naben-, Scheiben- oder Trommelbremse? Volker Montag vom Kissinger Radlhaus erteilt gern Rat, denn er ist selbst begeisterter Radler: „Bei gutem Wetter fahre ich von Dießen am Ammersee zur Arbeit in Kissing“, erzählt er, „so spare ich viele Autokilometer und tue etwas für meine Gesundheit.“

Wer nicht nur mit Muskelkraft vorankommen will, kann unter 80 E-Bike-Modellen wählen. „In nahezu allen Fahrradkategorien gibt es heute elektronische Antriebe“, sagt Montag, zum Beispiel als E-City-Rad, E-Mountainbike oder E-Lastenrad. „Die Begriffe Pedelec und E-Bike werden häufig unscharf verwendet“, weiß er. „Der größte Anteil der angebotenen Elektro-Räder sind eigentlich Pedelecs.“

Sie unterstützen den Fahrer mit einer Motorenleistung von maximal 250 Watt. Während des Tretens darf das Rad eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde erreichen. Wer schneller unterwegs sein will, muss aus eigener Kraft zusätzlich Tempo machen. E-Bikes gehören zur Gattung der Mofas, brauchen also ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis.

„Die Zuwächse liegen im zweistelligen Bereich“, schildert Thomas Jürgens den Trend zu Fahrrädern mit Motor-Unterstützung. Der Marketingleiter von Radlbauer in Steindorf hat festgestellt, dass sich keineswegs nur Senioren dafür interessieren, sondern auch jüngere Leute und Familien. Die Preise beginnen bei 1998 Euro, „nach oben sind kaum Grenzen gesetzt“, so Jürgens. Der neueste Trend ist im Landkreis noch nicht angekommen, dürfte aber nicht mehr lange auf sich warten lassen: Vor allem in Städten sieht man derzeit viele Elektrostehroller, sogenannte E-Scooter.

Radeln hat aber auch Schattenseiten: 138 gestohlene Räder wurden vergangenes Jahr im Landkreis gemeldet; die Aufklärungsquote liegt unter zehn Prozent. Tipps gegen Fahrraddiebe hat Oliver Gerbig von der Polizeiinspektion Friedberg parat. „Ein polizeilicher Fahrradpass hilft, gestohlene Räder zweifelsfrei zu identifizieren, den Täter zu überführen und den rechtmäßigen Eigentümer ausfindig zu machen.“

Fahrraddiebstahl: Die Polizei Friedberg gibt Tipps

Im Pass sind neben Rahmennummer und Codierung auch Name und Anschrift des Besitzers notiert; außerdem gehört ein Foto des Fahrrads dazu. Der ausgefüllte Pass sollte sicher aufbewahrt werden. Es gibt ihn als Druckversion, aber auch als kostenlose App. Hier können Daten mehrerer Räder problemlos verwaltet werden.

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