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Mering

31.01.2020

In Mering gibt der Dirigent den Taktstock aus der Hand

Die Augsburger Philharmoniker waren in der Luitpoldschule Mering zu Gast. Dirigent Domenkos Hejá (links) überließ bei der Carmen-Ouvertüre zwei mutigen Schülerinnen sogar kurz seinen Taktstock.
Foto: Christina Riedmann-Pooch

Die Augsburger Philharmoniker nehmen die Kinder in der Meringer Luitpoldschule mit auf eine Weltreise.

Schon früh hatte sie einen Traum: „Wenn ich einmal Rektorin werde, hole ich das Klassikprojekt der Augsburger Philharmoniker an meine Schule“, nahm sich Sabine Fischer, heute Rektorin der Meringer Luitpoldschule, vor.

Nun sitzen tatsächlich ihre Grundschüler mit leuchtenden Augen um die Bratschisten, Trompeter, Schlagwerker und die vielen Musiker des renommierten Augsburger Orchesters, die in die Mehrzweckhalle gekommen sind. Zudem macht sich eine kleine abenteuerlustige Hummel, der Komponist Rimsky-Korsakow ihren unverwechselbaren musikalischen Charakter einhauchte, mit den Musikern startklar auf eine musikalische Weltreise.

Eine kleine Stoffhummel fliegt in Mering durch die Halle

Fehlen darf dabei auch nicht Katja Schild, Sprecherin des Bayerischen Rundfunks, die nicht nur eine kleine Stoffhummel durch die Halle fliegen lässt, sondern einiges über ihre Abenteuer zu erzählen weiß. Die Hummel überfliegt nicht nur locker den 1,90 Meter großen Dirigenten Domenkos Hejá, sondern auch der Mount Everest ist für sie kein Problem.

So macht die Hummel nach ihrem Start in Russland Station in der Türkei. Dort trifft sie auf den türkischen Musiker Seref Dalyanoglu, der sich mit einem besonderen Instrument, einer „Ud“ (einer Laute), zu den Musikern gesellt. Der Inhalt ist zwar eher verträumt, der Rhythmus aber nicht – und die Kinder beginnen wie von selbst, auf imaginären Instrumenten mitzuspielen.

Die Hummel überfliegt Rumänien, schnappt Béla Bartóks rumänische Volkstänze auf und bekommt Lust auf noch mehr musikalische Geschichten. Ein wenig gruselig und vor allem wild sollen sie sein. In Norwegen in der Halle des Bergkönigs wird sie fündig. Bei dieser Troll-Musik von Edvard Grieg könne man gar nicht mehr ruhig sitzen bleiben, finden nicht nur die Kinder. Da die Hummel danach nach Spanien fliegt, zückt Katja Schild ihre Kastagnetten und tanzt mit den Kindern eine ausgelassene Runde Flamenco. Das macht nicht nur Spaß, sondern gibt auch Mut, denn nun wagen sich zwei Nachwuchsdirigentinnen mit dem renommierten Hejá nacheinander ans Pult: Die neunjährige Laura und die achtjährige Samara, die schon ein wenig Geige spielen kann. Neben großem Applaus für den Mut gibt es für die beiden und ihre Familien Freikarten für ein Familienkonzert.

Kinder fordern in der Luitpoldschule eine Zugabe

Und wie war es für die Musiker insbesondere für die Violinisten, unter einer kleinen Geigerin zu spielen? „Fantastisch“, lacht Violinistin Mariko Umae, der es mit ihren Musikerkollegen sichtlich Spaß macht, für die kleinen Zuhörer zu musizieren. So fliegt die Hummel noch zu einem Intermezzo aus der Cavalleria Rustica nach Italien und wagt gemeinsam mit den Kindern – selbstverständlich mit Trommelwirbel – den großen Sprung nach Amerika zu einem gepflegtem Ragtime.

Doch als sie schließlich hört, dass man den gefühlvollen Tango nicht nur in Südamerika, sondern auch in Augsburg tanzen kann, bekommt sie schrecklich Heimweh und verabschiedet sich samt Musikern und Moderatorin von den Kindern, die sich nach einer stürmisch geforderten Zugabe dann noch einmal richtig beim Radetzkymarsch austoben können.

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