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Handel in Mering

20.11.2018

Schreibwaren Hummel schließt

Harald Schick mit dem Eröffnungsschild vom 6. Mai 1989. Jetzt gehen bei Schreibwaren Hummel in Mering die Lichter aus.
Bild:  Peter Stöbich

Das traditionsreiche  Schreibwarengeschäft Hummel in Mering schließt  diese Woche. Die Inhaber  glauben nicht, dass sich das Ladensterben stoppen lässt.

 Das Ladensterben im Zentrum der Marktgemeinde nimmt kein Ende: Nach dem Modegeschäft Seiler, dem Schuhladen Steinbrecher und der Schlosserei Bösl schließt jetzt auch das Meringer Schreibwarengeschäft Hummel. Der Grund: Immer öfter blieben zuletzt die Kunden aus.

Generationen von Meringern hatten in der Bürgermeister-Wohlgeschaffen-Straße 2 eingekauft wie zum Beispiel Lothar Härtig. „Ohne Hummel geht nichts“, sagt der 90-Jährige, der sich bei seinem täglichen Spaziergang die Zeitung holt. Aber jetzt geht nichts mehr für die Mieter Gertrud und Harald Schick, die 2019 eigentlich ihr 30-jähriges Geschäftsjubiläum feiern wollten. An der Wand im Büro hängt noch das Eröffnungsschild vom 6. Mai 1989, über der Ladentür die typische Hummel mit dem Bleistift.

1989 hatte Hummel in Mering noch sechs Angestellte

 „Als wir den damals 60 Quadratmeter großen Betrieb von Hummels übernommen haben, gab es noch sechs Angestellte“, erinnert sich Harald Schick, der auch einige Jahre Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mering aktuell war. Mit seiner Frau erweiterte er bei einem Umbau auf die doppelte Größe und passte sich immer wieder den wechselnden Anforderungen in drei Jahrzehnten an.

Zunächst gab es beim Bürobedarf für Gewerbetreibende noch Disketten, später einen Kopierservice sowie Schul- und Geschenkartikel wie Gewürze oder Liköre. „Doch in letzter Zeit hat sich das Einkaufsverhalten vieler Kunden spürbar verändert“, sagt Gertrud Schick. „Die Leute schauen sich etwas an und bestellen es dann im Internet oder sie kommen gar nicht mehr.“ Die rückläufigen Umsätze zwangen das Ehepaar jetzt zum Aufgeben, „was nach einem halben Leben im Laden schon wehtut“.

Bei der Einkaufsnacht in Mering ist Hummel nicht mehr dabei

Bei der langen Einkaufsnacht am 23. November werden die beiden nicht mehr dabei sein, diese und seit letzter Woche läuft der Räumungsverkauf mit erheblichen Preisnachlässen auf die komplette Ware und Ladeneinrichtung. Ein kleiner Lichtblick für die Meringer: Den Kopierservice und Verkauf von Zeitungen wird einige Häuser weiter Hermann Hartmann in der Wohlgeschaffen-Straße 10 übernehmen.

Dass sich die negative Entwicklung in der Marktgemeinde noch aufhalten lässt, glaubt das Ehepaar nicht. Wegen der schwierigen Situation hatte der Gemeinderat bereits im März 2016 beschlossen, einen sogenannten Marktbeauftragten zu beschäftigen. Karl Grabler soll als Bindeglied zwischen Gemeinde und Gewerbetreibenden fungieren; das Ergebnis seiner Umfrage bei ausgewählten Unternehmen hatte er Merings Räten erst vor wenigen Wochen präsentiert (wir berichteten). Demnächst will er es auch den Geschäftsleuten vorstellen und gemeinsam Arbeitsgruppen bilden, die entsprechende Maßnahmen definieren, um so Vorschläge an den Marktgemeinderat weitergeben zu können.

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