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Bürgerversammlung Mering

26.02.2015

Vergnügliche Beiträge der Teilnehmer

Hoch die Tassen: Norbert Bartoschek demonstrierte bei der Bürgerversammlung mit diesem guten Stück, dass die Kostenregelung für die Bauschuttentsorgung in Mering durchaus kurios ist.
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Hoch die Tassen: Norbert Bartoschek demonstrierte bei der Bürgerversammlung mit diesem guten Stück, dass die Kostenregelung für die Bauschuttentsorgung in Mering durchaus kurios ist.
Bild: Anton Schlickenrieder

Viele kleineren Sorgen und Anregungen. Doch eine Ex-Gemeinderätin stellt plötzlich kostenintensive Forderung

Hier der Wunsch nach Außenlautsprechern an den Aussegnungshallen, dort der Antrag, die Tempo-Messanlage dauerhaft an einer Einfallstraße zu installieren: Die Meringer hatten in der jüngsten Bürgerversammlung eher kleinere Wünsche. So auch Norbert Bartoschek, der den vergnüglichsten Beitrag des Abends vorbereitet hatte. Eine leer getrunkene Flasche Bärwurz bildete den Ausgangspunkt: wohin damit? In die graue Tonne nicht, Steingut gehört da nicht rein. Also zur Wertstoffsammelstelle. Dort wollte der Aufseher drei Euro für die Entsorgung haben. „Ich hatte kein Geld dabei, konnte es auch nicht glauben, dass das so teuer sein würde, habe meine Bärwurzflasche wieder mitgenommen und dann doch daheim entsorgt.“

Auch mit einer zerbrochenen Dachplatte scheiterte Bartoschek: „Die neue Platte hat mich einen Euro gekostet, die alte deren drei beim Entsorgen!“ Bekannte berichten ihm von ähnliche Erlebnissen – Bürgermeister Hans-Dieter Kandler und der ganze Saal hörten schmunzeln zu. Ja, es gebe die Mindestmengenregelung, bis 100 Liter Abfallmenge müssen drei Euro entrichtet werden. Grund dafür, so Kandler, sei, dass es schlaue Leute gebe, die im anderen Fall zehnmal nur mit einem Kübel bewaffnet zur Baustoffdeponie kämen – um nur ja nichts bezahlen zu müssen. Kandler: „Sie werden es nicht glauben, aber der Landkreis hat jetzt bei den Tonnen eine Gebühr von 15 Euro für jede Ummeldung festgelegt. Denn es gab tatsächlich Menschen, die haben die Biotonne im Herbst abgemeldet und im Frühjahr wieder an, nur um acht Euro zu sparen.“ Der Bürgermeister versprach, dass sich der Gemeinderat die Regelung noch einmal durch den Kopf gehen lassen wird.

Franz-Josef Schickorski sprach wieder einmal diverse Unzulänglichkeiten an, die es bei Verkehrsregelungen in Mering gibt. Etwa die gefährliche Ecke Boutteville-/Schlossmühlstraße: „Man sollte die Lechstraße besser nutzen und die Verkehrsströme dorthin lenken“, riet er. Ein ähnliches Problem sah er in der Kirchstraße, durch die der Verkehr Richtung Meringerzell geleitet werde. Kandler erläuterte dem „letzten verbliebenen Agenda-21-Aktiven“, wie sich Schickorski selbst nannte, geduldig die Gründe dafür, warum sich der Gemeinderat für die bestehenden Regelungen entschieden hat. Albrecht Fesenmeier und Joachim Herz ließen sich über den Bebauungsplan „Rund um die Kreuzeckstraße“ aus. Ersterer wollte, dass in dem Gebiet eine bessere Nachverdichtung möglich wird mit der möglichen Änderung der Festlegungen, letzterer wollte, dass die Grundflächenzahl von 0,4 erhalten bleiben soll. Der Bebauungsplan war gestern Abend aktuelles Thema im Ratsgremium (Bericht folgt).

Dann folgte der Auftritt von Ex-Gemeinderätin Christine Sedlmeir-Resch, die sich selbst als „Frau mittleren Alters“ bezeichnete und die Frage in den Raum stellte, was denn Mering ihrer Klientel zu bieten habe. „Jede Menge attraktiver Männer“, entfuhr es Bürgermeister Kandler – was den nächsten Lacher hervorrief und die Antwort der Ex-SPD-lerin: „Nein, da bin ich durchaus zufrieden mit meinem Georg.“

Sedlmeir–Resch wollte es nicht hinnehmen, dass Mering vergangenes Jahr einfach seine Bürgerversammlung hat ausfallen lassen, um, wie Kandler sagte, endlich vom November wegzukommen, in dem sich die Termine drängen. Hias Lachenmeir hielt dagegen, dass die Bürgerversammlung 2013 genau dieses Vorgehen einhellig beschlossen habe – woran sich selbst Kandler erst nach dieser Feststellung erinnerte. Dann forderte Sedlmeir-Resch eine Anlein-Pflicht für Hunde – nicht nur in Mering, sondern gleich auch in Merching und Kissing. Denn sie gehe ja walken und wolle das überall tun können ohne Angst, belästigt zu werden. Nächstes Thema war die Mehrzweckhalle, in deren Vorraum es aus den Toiletten heraus erbärmlich stinke. „Die Sanitäranlagen sind jetzt 45 Jahre alt, die müssen mal erneuert werden.“ Kandler gab zu: „Wir haben die Ursache des Problems trotz aller Suche noch nicht gefunden.“

Die Bürgerin monierte die vielen kaputten Straßen, wünscht sich, dass diese saniert werden und dass der Radweg Mering – Unterbergen endlich komplettiert werde. Genauso wünscht sie sich einen repräsentativen Bürgersaal. Und sie beantragte die Sanierung des Kinderhorts „Alte Burg“ sowie die Umgestaltung des alten Klosters. „Man sieht, dass man selbst aus einem alten Glump wie dem Schloss was Schönes machen kann.“ Kandler hielt dem nur entgegen, dass die freie Spitze bei den Meringer Finanzen derzeit rund 1,5 Millionen Euro im Jahr beträgt. „Und mehr Geld haben wir nicht zur Verfügung zum Investieren.“

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