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Kunst in Mering

15.07.2013

Wenn unsichtbare Zwerge zu tanzen beginnen

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3 Bilder
In einem „strahlenden Ambiente“ mit viel Platz, Freiraum und Licht im tropischen Ambiente fühlte man sich bei der Vernissage von Christa Mayrs Werken sofort wie in einer ansprechenden Galerie.
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Christa Mayrs Ausstellung wird in der „Galerie Ludwig“ zum Festival der Sinne

Es war eine vielschichtige, tiefsinnige Vernissage mit Facetten für alle Sinne: Das Werk von Christa Mayr, selbst schon monumental beeindruckend, wurde von ihrem Mann Werner Tröster perfekt in Szene gesetzt. Die Wurzeln der Ausstellung liegen tief. Begonnen hatte alles mit dem Auftrag zu dem Bild „Tanzende Zwerge im Mondschein“ von Alfred Ludwig, den die damals 16-jährige Christa erhielt. Sie malte damals aber nur ein Bild mit dem Titel „Mond“, da sie sich mit Titel und Thema nicht anfreunden konnte. Das Ergebnis sprach Alfred Ludwig damals nicht an: „Schließlich fehlten die Zwerge“. Selbst der kecke Hinweis der Künstlerin, sie seien unsichtbar, vermochte ihn nicht umzustimmen. Mittlerweile ist das Bild im Besitz der Familie Ludwig und sowohl Sohn Alexander als auch Enkel Franjo „sehr ans Herz gewachsen.“

Konzertpianistin Margit Henschel machte sich nun nach der einführenden Romanze von Robert Schumann Opus 28.1 daran, das Bild „Mond“ zum Klingen zu bringen – und „es sprach für sie in allen Facetten“: vor dem geistigen Auge der Zuhörer erschienen die Zwerge geheimnisvoll tänzelnd im silbrigen Mondlicht, während Nebelschwaden aufzogen.

Auch das Bild „Süße Erinnerung“, hatte die Pianistin beeindruckt. Sie vertonte es mit genussvollen Improvisationen, die Elemente von Beethoven, Brahms und Skrjabin einschlossen. Nachdenklich, aber doch heiter, gelang ihr die musikalische Malerei zur Installation Lebensweg vom Wiegenlied über unbeschwerte, strenge, dramatische, lustige, traurige und humorvolle Lebensstationen bis zur Bahre.

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Dr. Renate Miller-Gruber hielt ihre Laudatio „in Form einer Annäherung an das Werk, das Lust auf eigene Seherlebnisse und Entdeckungen offen lässt“. Zur Verwendung von Licht und Farbe hob sie hervor: „Ihre Bilder scheinen von innen her zu leuchten.“ Dadurch entwickeln sich Farbräume, deren Tiefe sich erahnen lässt. Das Licht, das die Farbräume durchdringt, zieht an wie ein Sog.“

Besonders hob sie unter anderem ihre Affinität zu experimentellen Farbübergängen und Farbimprovisationen hervor. Sie beschrieb die Künstlerin, als jemand, „der Malen muss, der suchen, hinterfragen und ausprobieren muss. Das „unterstreicht die Authentizität der Künstlerin und weckt Bewunderung.“

Authentisch und unverfälscht eigenwillig tiefsinnig war auch die Lesung „Mei Haut“ von Allgäuer Mundartautor Hans Pleil, dessen Werke Christa Mayr immer wieder aufgreift. Die emotionale Tiefe dieses Textes im besten Allgäuerisch vorgetragen, „geht auf koa Kuhhaut“ resümierte Werner Tröster - und so war „Mei Haut“ auch in der Ausstellung zu bewundern.

Die Verbundenheit von Christa Mayr zur Familie Ludwig kam immer wieder zum Ausdruck: So hatte die Künstlerin auch Susanna Gelfert-Ludwig als Dank persönlich einen Blumenstrauß gebunden. Stellvertretend für die Malschüler freute sich Franjo Ludwig über das große Engagement und die wertvolle, unkonventionelle Art des Unterrichts. Er sieht in dem Bild „Mond“ die Dokumentation einer Freundschaft: Mit der Ausstellung und diesem Bild schließe sich nun der Kreis, unterstrich auch sein Vater.

Öffnungszeiten Wer nicht warten will, bis das geplante Fotobuch zur Ausstellung erscheint, kann die Ausstellung „Zeichen der Erinnerung“ im Foyer der Firma Ludwig (Frühlingstraße 15) montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16.30 Uhr, sowie freitags von 8 bis 12 und 13 bis 15 Uhr bewundern.

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