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Vorlesewettbewerb in Mering

26.03.2015

Zwei Allgäuer qualifizieren sich in Mering

16 Kreis- und Stadtsieger traten beim Bezirksentscheid Schwaben im Vorlesen in der Meringer Bücherei gegeneinander an, bis die Sieger Ida Müermann und Julian Wartenberg (erste Reihe erster und zweiter von links gesehen) feststanden.
Bild: Heike Scherer

16 Kreis- und Stadtseiger kämpfen beim Bezirksentscheid des Vorlesewettbewerbs in der Bücherei um die begehrten Plätze. Was unserer Redakteurin Eva Weizenegger und die anderen Jury-Mitglieder überzeugte.

 Sehr spannend war es für Eltern, mitgereiste Lehrer und Freunde, aber vor allem für die teilnehmenden Schüler beim Bezirksentscheid Schwaben in der Meringer Bücherei. Als sich die sechsköpfige Jury zur Beratung zurückzog, wurde es ernst. Denn nur die zwei Gewinner dürfen beim Landesentscheid des Vorlesewettbewerbs am 18. Mai in Grünwald antreten.

Manfred Zwerenz, Leiter des staatlichen Schulamtes Aichach-Friedberg wies auf die große Bedeutung des Lesens hin: nur mit Lesen besteht die Möglichkeit, sich weiterzubilden. Diese Basiskompetenz zu fördern, ist das Ziel des bereits seit 1959 stattfindenden Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels. „Nachdem jedes Jurymitglied den einzelnen Lesern für die verschiedenen Bewertungskriterien bis zu fünf Punkte geben konnte, war für uns die Entscheidung gar nicht mehr schwer“, begann der Schulamtsdirektor. Als Gewinner verkündete er den ersten und den letzten Leser des Wettbewerbs, die eine goldene Urkunde und einen Büchergutschein in Höhe von 15 Euro erhielten.

Julian Wartenberg aus Kempten hatte aus dem Buch „Vulkanjäger“ von Katja Brandis die spannende Stelle vorgelesen, als ein Junge mit seiner kleinen Schwester kurz nach dem Ausbruch des Vesuvs unterwegs ist und seine Schuhsohlen zu schmelzen beginnen. Sein Deutschlehrer Heiko Schober, der vor drei Jahren schon einmal mit einem Schüler teilnahm, war mit angereist und hatte ihm gute Chancen für einen Sieg eingeräumt.

Die zweite Gewinnerin war Ida Müermann aus Sonthofen, die aus dem preisgekrönten Buch „Simpel“ von der französischen Autorin Marie-Aude Murail las, in dem ein 22-jähriger geistig Behinderter von seinem jüngeren Bruder in eine Wohngemeinschaft aufgenommen wird, damit er nicht in einer Anstalt leben muss. Sie amüsierte die Zuhörer mit der Textstelle, als Simpel sich mit seinem Stoffhasen über das Telefon unterhält. Insgesamt traten sechzehn Kreis- und Stadtsieger mit einem selbstgewählten Roman an, aus dem sie nach einer kurzen Vorstellung ihres Buches drei Minuten vorlasen. Alle Teilnehmer gaben beim Wahltext ihr Bestes, um schon hier ein möglichst hohes Ergebnis von der Jury zu erhalten.

Zu diesem Gremium zählten neben Manfred Zwerenz vom staatlichen Schulamt einer der Sieger vom letzten Jahr, Luis Klein aus Friedberg, Gerda Harprath vom Meringer Gymnasium, Frauke Niederhofer von der Meringer Bücherei, Eva Weizenegger von der Friedberger Allgemeinen und Peter Hart, Augsburger Diözesanbibliothekar. Letzterer übernahm auch die Moderation des Nachmittags. Die Jury be-wertete jeden Teilnehmer bezogen auf Lesetechnik – dazu zählten Aussprache, Lesetempo und Betonung-, Interpretation und Textauswahl und konnte bis zu fünf Punkte vergeben.

Für die zweite Runde hatte Büchereileiterin Brunhilde Waeber das gerade neu erschienene Buch „Teslas unvorstellbar geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis“ von Neal Shusterman und Eric Elfman ausgewählt, aus dem jeder Schüler zwei Minuten vorlas. Erstaunlicherweise gelang es jedem Teilnehmer, auch aus dem fremden Buch betont und weitgehend fehlerfrei vorzulesen. In der zweiten Runde lagen die Teilnehmer nicht so weit auseinander, entscheidend für den Sieg sei der Vortrag des vorbereiteten Textes gewesen, verriet Eva Weizenegger.

Auch wenn zwei Schüler dasselbe Buch, nämlich „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren ausgesucht hatten, lernten die Zuhörer die verschiedensten Bücher kennen, vielleicht bekam sogar der ein oder andere eine Idee für seine nächste Lektüre in den Osterferien. Sie erlebten, wie eine Mutter mit ihren Kindern aus ihrem kriegsgeplagten Land mit dem Zug flieht, wie ein Vater seinem Sohn die Lust auf einen Hund mit einem geliehenen verderben will oder wie Paul Maars Romanfigur Lippel ein Trollmädchen trifft.

Die Veranstaltung wird am 13. April im bayerischen Rundfunk gesendet werden, der ebenfalls bei der Veranstaltung zu Gast war.

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