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Kissing
05.08.2022

Eisvogel vermisst: Diese Veränderungen beobachten Badegäste am Auensee

Werner Schweigard (links) fährt bei schönem Wetter täglich von Friedberg mit dem E-Bike zum Auensee, Gabi Lappat (rechts) gehört auch zu der Gruppe, die er dort am See trifft.
Foto: Heike Scherer

Der massive Eingriff, das Abpumpen Millionen von Litern Wasser für die Friedberger Ach, ist vorbei. Der Auensee erholt sich zwar, aber Badegästen fallen Veränderungen auf.

Für die idyllische Ruhe und die Natur ist der Auensee bei Badegästen beliebt, FKK ist hier erlaubt. Viele kommen seit Jahren und kennen das Gewässer in- und auswendig. Werner Schweigard aus Friedberg fährt bei schönem Wetter mit seinem E-Bike nach Kissing. Sein Platz ist in der Nähe der Seerosen, wo er bisher immer einen Eisvogel sah, der blitzschnell ins Wasser schoss, sich kleine Fische holte und wieder verschwand. Seit der großen Hilfsaktion, um die Fische in der Ach zu retten und die Funktion der Kläranlagen aufrechtzuerhalten, bleibt der blau schillernde Fischjäger aus.

Der Kissinger Auensee ist bei Badegästen beliebt

Die Jungfische in den Seerosen seien verschwunden und somit seine Futterquelle, mutmaßt Schweigard. Ob sich der Eisvogel bald wieder blicken lässt? Der gut gelaunte Friedberger hat einen kleinen Fahrradanhänger dabei, in dem er Getränke und Obst für seine Freunde mitbringt. Er hält sich seit 20 Jahren bei schönem Wetter am See auf. Zur Abhärtung käme er sogar ab Februar, mache ein paar Züge im Wasser und lasse die Haut ohne Abtrocknen in der Sonne trocken werden. Er schaue sehr darauf, dass am See alles sauber sei, nehme Abfälle und leere Flaschen mit nach Hause, sagt er. Von seinen Kumpeln wird er deshalb als Hausmeister des Auensees bezeichnet.

Peter Fischer von der Kissinger Fischergilde ist über den Wasserstand des Auensees besorgt.
14 Bilder
Millionen Liter für die Ach: So ist die Lage am Auensee
Foto: Anna Katharina Schmid

Werner Schweigard zeigt die Seerosen, die nach Absinken des Wasserstandes auf dem Trockenen lagen. Er ist froh, dass am letzten Samstag Jungfischer da waren und Kies weggeschaufelt hätten, um das Biotop zu retten. "Aber die Fische im flachen Wasser sind verschwunden und mit ihnen auch der Eisvogel", bedauert der passionierte Schwimmer. Die Wasserqualität sei zwar immer noch gut, nur etwas Seegras sei von unten nach oben gekommen, sagt er. Eine Woche lang befand sich das Zelt des Technischen Hilfswerk und die Hochleistungspumpe am See, er habe immer den Motor rattern gehört, erinnert er sich.

Der Auensee erholt sich wieder von der Hilfsaktion

Bis aus Dasing kommt Mohammad Balika täglich zum Baden an den Auensee. Der Syrer kam vor sieben Jahren nach Deutschland und befindet sich in einer Umschulung zum Industriemechaniker. Dass man Wasser aus dem See abgepumpt hat und der Wasserstand dadurch um 20 Zentimeter gesunken ist, habe er nicht bemerkt. In Augsburg-Hochzoll wohnt Christine Bruger, die in diesem Jahr erst dreimal am Auensee war. "Ich habe bemerkt, dass der See heute trotz des Regens wenig Wasser hat", erzählt die Erdkundelehrerin. Wenn die Wasserentnahme zur Rettung von Fischen in der Ach stattgefunden hat, finde sie die Aktion in Ordnung, sagt sie. Erfahren habe sie davon durch Freunde, ihr Mann hat es in der Zeitung gelesen.

Das Biotop am Auensee trocknete für kurze Zeit aus, bis die Fischer Verbindungsgräben zogen und Wasser zurückfließen konnte.
Foto: Joachim Renner

Auch aus Augsburg kommt eine Französin, die mit ihrem Mann seit 40 Jahren jeden zweiten Tag am Auensee badet. Sie genießt dort die Ruhe und Sauberkeit und liebt es, dass hier viele Enten und Schwäne leben. "Jetzt gibt es an manchen Stellen einen zwei Meter breiten Strand", sagt sie. Dass der Wasserpegel stark gesunken ist, sehe man an den braunen Stielen der Wasserpflanzen, die bisher vom Wasser bedeckt waren und jetzt in der Luft sind, verraten sie. Aber das Wasser sei trotzdem noch immer sehr klar und schön, fügen sie hinzu. Expertinnen und Experten des Wasserwirtschaftsamtes gehen aber davon aus, dass sich der Auensee wieder erhole, der Wasserstand sei bereits wieder gestiegen.

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