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Energie-Kolumne

28.11.2019

Die Alternative zum E-Auto ist ein Verbrenner

Das Tankstellennetz für Erdgas ist dünn.
Foto: Oliver Boehmer Bluedesign, Adobe Stock

Erdgasautos kombinieren nahezu klimaneutrale Mobilität mit bewährter Technik und großer Alltagstauglichkeit.

Alle reden vom Elektroauto. Über Erdgasautos als Alternative zum Benziner oder Dieselfahrzeug wird dagegen kaum gesprochen. Dabei ist die Technik ausgereift und sorgt für einen deutlich niedrigeren Schadstoffausstoß als herkömmliche Verbrennungsmotoren.

Erdgas ist ein komprimiertes Gas (Compressed Natural Gas, CNG) und besteht vorwiegend aus gasförmigem Methan – nicht zu verwechseln mit Autogas, ein Flüssiggas (Liquefied Petroleum Gas, LPG), das als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Erdöl zu Benzin entsteht und eine geringere Energiedichte besitzt. Erdgas ist nicht nur im Preis günstiger, sondern auch schadstoffärmer als Autogas.

Herkömmliches Erdgas verursacht als Kraftstoff im Vergleich zu Benzin rund 25 Prozent weniger CO2, im Effizienzvergleich zum Elektroauto schneidet das Erdgas allerdings etwas schlechter ab. Wird auch noch Biogas beigemischt, lässt sich der Kohlendioxid-Ausstoß eines Erdgasautos nochmals spürbar senken. Erdgas Schwaben, das CNG-Zapfsäulen an sieben Tankstellen in der Region betreibt, setzt hier beispielsweise auf 100 Prozent Bioerdgas. Dieses wird aus biogenen Reststoffen gewonnen und in das Erdgasnetz eingespeist. Damit wird der Kraftstoff nahezu klimaneutral. Ein weiterer Pluspunkt von Erdgas ist der geringere Stickoxid-Ausstoß, der um 95 Prozent niedriger ist als bei Dieselfahrzeugen. Feinstaub emittieren CNG-Autos so gut wie nicht. Besitzer von Erdgasautos müssen also keine Fahrverbote fürchten.

Im Vergleich zum Dieselfahrzeug schneidet hier das Erdgasauto deutlich besser ab

Für das Erdgasauto sprechen neben ökologischen auch finanzielle Aspekte. Einige Autohersteller bieten ihre Modelle auch als Erdgas-Varianten an, die inzwischen nur noch unwesentlich teurer sind. Gleichzeitig ist Erdgas deutlich günstiger als Diesel und Benzin, was vor allem am reduzierten Mineralölsteuersatz liegt. Tankt man für zehn Euro, kommt man damit in der Regel in einem Erdgasauto fast doppelt so weit wie mit einem vergleichbaren Benziner. Auch im Vergleich zum Dieselfahrzeug schneidet hier das Erdgasauto deutlich besser ab. Weil die Preisunterschiede zu den Modellen mit konventionellen Antrieben kaum mehr ins Gewicht fallen, lohnt sich ein Erdgasauto nun nicht mehr nur für Vielfahrer – zumal auch die Kfz-Steuer wegen des geringen CO2-Ausstoßes niedriger ist.

Allerdings gibt es auch Einschränkungen. Derzeit bekommt man an rund 1000 der deutschlandweit 14.500 Tankstellen Erdgas. Im Regierungsbezirk Schwaben sind es rund 70 CNG-Tankstellen. Da die Reichweite der Erdgasautos in der Regel über 400 Kilometer beträgt und die meisten Modelle über einen zusätzlichen Benzin-Reservetank verfügen, sind Erdgasautos zwar absolut alltagstauglich. Allerdings muss etwas vorausschauender getankt werden.

Einen Benziner oder ein Dieselfahrzeug auf Erdgas umzurüsten, ist möglich. Experten raten aber davon ab – nicht nur wegen der hohen Kosten (circa 4000 bis 5000 Euro), sondern auch, weil die Benzin- und Dieselmotoren für Erdgas eigentlich nicht ausgelegt sind. Besser ist es, gleich ein werkseitig ausgeliefertes Erdgasauto zu kaufen. Dabei muss es nicht unbedingt ein Neuwagen sein. Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden „echte“ Erdgasautos angeboten.

Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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