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Zeckenbiss

19.06.2017

Experten warnen, dass Zecken nun auch in Städten lauern

Auch in den Städten immer mehr verbreitet: Auch Stadtbewohner sollten ihre Körper nach Zecken absuchen, nachdem sie im Stadtwald oder -park waren.
Bild: Michael Tieck, Fotolia

Auf Zecken muss man nicht mehr nur beim Wandern oder Camping aufpassen. Die Zecke ist inzwischen in der Stadt angekommen ist. Experten raten deshalb zur Vorsicht.

Zecken sind nicht mehr nur im Wald und auf der Wiese anzutreffen. Die Blutsauger-Insekten haben sich auch in Städten ausgebreitet, zum Beispiel in Parks, Gärten oder auf anderen Grünflächen. Stadtbewohner sollten daher ebenfalls aufmerksam und sensibel sein, sagte der Zeckenexperte des Naturschutzbundes (Nabu) Baden-Württemberg, Stefan Bosch. Der Holzbock zum Beispiel, die am weitesten verbreitete Zeckenart, nutzt alle Lebensräume, die ihm von seinen Ansprüchen her entgegenkämen. So möge es das Tier gerne grün, mit Laub und ein bisschen feucht. Die Zecke ist kein reines Waldtier, tatsächlich muss man überall mit ihr rechnen.

Auch in der Stadt: Körper nach Zeckenbiss absuchen

Wer also in einem Stadtpark oder -wald unterwegs war, sollte am Abend seinen Körper genau absuchen und nach Zecken fahnden, sagte Bosch. Auch die Stuttgarter Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim betont, dass jeder Grünbereich ein potentielles Zeckenhabitat darstellt.

Wie sich die Zahl der Zecken in den vergangenen Jahren entwickelt habe, könne man nicht so leicht bestimmen, betonte Bosch. "In absoluten Zahlen ist das schwer zu sagen." Die Anzahl der Tiere variiere aufgrund verschiedener Faktoren, vor allem die Witterung spiele eine große Rolle. So seien beispielsweise warme Winter schlecht für die Population, weil die Zecken dann von anderen Parasiten zerstört würden. Feuchtes Wetter im Frühjahr wiederum helfe den Blutsaugern, da sich in dieser Zeit die erste Generation entwickle. 

FSME und Borreliose: Krankenkassen und Gesundheitsamt raten zur Zecken-Impfung

Zecken können bei einem Biss unter anderem Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie die Infektionskrankheit Lyme-Borreliose übertragen. Im vergangenen Jahr erkrankten im Südwesten fast doppelt so viele Menschen an FSME wie im Jahr zuvor. Landesweit wurden 2016 insgesamt 116 Patienten registriert, wie die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Freiburg unlängst mitteilte. 2015 seien es 60 Betroffene gewesen. Dies zeigten die vom Robert Koch Institut erhobenen Daten.

Grund für den Anstieg sei die Impfmüdigkeit vieler Menschen im Südwesten. Zwar kann man sich nicht gegen Zecken impfen lassen, wohl aber gegen die gefährlichen Krankheiten, die sie auf den Menschen übertragen können. Die Krankenkasse und das Landgesundheitsamt riefen dazu auf, sich gegen diese von Zecken übertragenen Krankheiten impfen zu lassen. Denn mit Ausnahme von Heilbronn sei der gesamte Südwesten Risikogebiet. dpa/lsw

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