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Freizeit
16.07.2021

Spieletipps für einen verregneten Sommer

Spieletrends für den Sommer 2021 - mehr als "nur" klassische Würfelspiele.
Foto: Sebastian Willnow, zb/dpa (Symbolbild, Archiv).

Wenn der Sommer nicht so ist, wie er sein sollte, kann ein Gesellschaftsspiel die Stimmung retten. Hier die neuesten Spieletrends - und für wen sie geeignet sind.

Das „Kinderspiel des Jahres“ ist bereits gekürt: „Dragomino“ von Bruno Cathala, Marie und Wilfried Fort (Pegasus Verlag). Am Montag nun gibt die Jury des Vereins „Spiel des Jahres“ bekannt, welche Titel 2021 mit den Kritikerpreisen ausgezeichnet werden. Auffallend ist, dass viele Teamspiele nominiert wurden. Das sind die Endrundenkandidaten, die mit Sicherheit auch einen verregneten Sommer retten können:

Für Erkundungsfreudige

Bei "Die Abenteuer des Robin Hood" gibt es keine vorgegebenen Wege. Die Spieler können ihre Figuren frei bewegen und Unerwartetes entdecken. Was sich beim Wenden der in den Spielplan eingelassenen Plättchen in der Szenerie ändert? Antworten liefert ein dickes Buch, das durch das kooperative Spiel führt, Ziele vorgibt und Regeln erklärt. Um zu gewinnen, müssen die Spieler Glück beim Ziehen von Gegenständen aus einem Beutel haben. Wichtig ist es aber auch, sich gut untereinander abzusprechen, um Gefahren und Möglichkeiten auszuloten. Scheitern die Spieler, wird das aktuelle Abenteuer wiederholt.

Fazit: Ein Spiel- und Geschichtenerlebnis für Erkundungsfreudige; fesselnd, intensiv und faszinierend.

"Die Abenteuer des Robin Hood" von Michael Menzel bei Kosmos. 2 bis 4 Spieler, ab 10 Jahren, ca. 60 Minuten, ca. 50 Euro.

Für Detektive

MicroMacro: "Crime City" ist ein Spiel, bei dem die Spieler gute Augen brauchen. Tatsächlich geht es nämlich darum, auf einem riesigen Wimmelbild-Stadtplan bestimmte Personen und Dinge zu finden. Doch damit nicht genug: Dadurch, dass das Gesuchte an verschiedenen Stellen auftaucht, lassen sich gewisse Vorgänge in eine zeitliche Reihenfolge bringen. Wo war Person X, bevor sie die Wurst gegessen hat? Wieso liegt sie kurz danach auf dem Boden? Frage um Frage versuchen die Spieler gemeinsam, verschiedene Kriminalfälle zu lösen. Kommen sie nicht weiter, finden sich auf den Rückseiten der Karten Hinweise. Auch eine mitgelieferte Lupe kann dabei helfen, den Verbrechen in der Stadt nachzuspüren.

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Fazit: innovativ und originell.

"Crime City" von Johannes Sich bei Edition Spielwiese/Pegasus Spiele, 1 bis 4 Spieler, ab 10 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 25 Euro.

Für Zombie-Jäger

Was steckt in den Umschlägen? Was ändert sich an den Regeln? Kommen neue Karten oder Figuren hinzu? Keine Frage: "Zombie Teenz Evolution" macht neugierig und reizt zu immer weiteren Partien. Da es sich um ein Team- und Entwicklungsspiel handelt, sind Absprachen zwischen den Spielern wichtig. Wer macht welche Aktionen in welcher Reihenfolge? Wie lassen sich die lustig illustrierten Gruselgestalten aus der Stadt vertreiben? Während es im Vorgängerspiel „Zombie Kidz Evolution“ darum ging, die vier Eingänge der Schule zu verriegeln, gilt es jetzt vier Zutaten-Kisten in die Schule zu bringen. Wenn es gelingt, kommen neue Sticker ins Regelheft – und ein Comic wird fortgesetzt.

Fazit: überraschend, cool und spannend.

"Zombie Teenz Evolution" von Annick Lobet, erschienen bei Le Scorpion masqué/Asmodee. 2 bis 4 Spieler, ab 8 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 25 Euro.

Bei „Zombie Teens Evolution“ müssen die Spieler mit einer Prise Würfelglück die Untoten aufhalten. Es ist eines von vielen Spielen, die einen verregneten Sommer retten können.
Foto: Patrick Pfeiffer, Asmodee

Für Taktiker

"Die verlorenen Ruinen von Arnak" bietet ein Füllhorn an Möglichkeiten. Viele Wege führen zum Sieg. Nutze ich meine Karten, Figuren und Ressourcen zum Beispiel dazu, um mein Kartendeck wertvoller zu machen, zu forschen oder neue Orte zu entdecken? Wer Aktionen geschickt aneinanderreiht, kann tolle Kettenreaktionen nutzen und mehrere Ziele in nur einer Runde schaffen. Da sich durch das Tun der Mitspieler die Gegebenheiten ändern, sind flexible Entscheidungen und der stete Blick auf die Gesamtsituation sinnvoll – vor allem, wenn mehr Spieler mitmachen.

Fazit: reizvoll, packend und hochwertig ausgestattet.

"Die verlorenen Ruinen von Arnak" von Michaela „Mín“ Stachová und Michal „Elwen“ Stach, bei Czech Games Edition/HeidelBÄR Games. 1 bis 4 Spieler, ab 12 Jahren, ca. 30 Minuten pro Spieler, ca. 60 Euro.

Für Optimierer

Wer schafft die beste Kombination aus sieben oder acht Karten? Um diese Frage geht es bei "Fantastische Reiche", einem Spiel mit einfachen Regeln und 53 Karten. Diese haben einen Basiswert, je nach Kartenkombination können aber auch Boni abgegriffen werden oder Strafen und Blockaden drohen. Da anfangs Karten ausgeteilt beziehungsweise gezogen werden, ist nichts planbar. Das liegt auch an der Auslage, die sich mal mehr und mal weniger vorteilhaft präsentieren kann. Fraglich ist: Wer schafft es mit Glück, Flexibilität und taktischen Tauschaktionen am besten, seine Kartenhand zu optimieren?

Fazit: Das Zusammenstellen der Karten macht süchtig, eine App erleichtert die Endabrechnung. Klasse!

"Fantastische Reiche" von Bruce Glassco bei Strohmann Games. 2 bis 6 Spieler, ab 10 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 20 Euro.

Für Teamspieler

"Paleo" ist ein Teamspiel par excellence. Nur gemeinsam sind die Spieler stark, nur durch das Zusammenziehen der Fähigkeiten ihrer Menschen wird es gelingen, Tiere erfolgreich anzugreifen, Nahrung zu besorgen und eine Höhlenmalerei zu vollenden, bevor der fünfte Totenkopfschädel aufs Tableau kommt. Die Herausforderung ist groß, Niederlagen sind gängig und erst mit der Zeit werden die Absprachen effizienter. Achtung: Obwohl die Karten auf ihrer Rückseite grob anzeigen, welche Aktionen möglich sind, erwarten die Spieler ständig Überraschungen.

Fazit: unvorhersehbar, mitreißend und mit steigendem Schwierigkeitsgrad spielbar; das Gruppengefühl ist erstklassig.

"Paleo" von Peter Rustemeyer bei Hans im Glück/Asmodee. 2 bis 4 Spieler, ab 10 Jahren, ca. 45 Minuten, ca. 45 Euro.

 

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