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Kolumne

08.01.2019

Hausbau: So lange halten Dach, Fenster und Fassaden

Die Gebäudehülle überdauert Jahrzehnte. Bei Investitionen sollte man dies berücksichtigen.
Bild: stock.adobe.com (Symbolbild)

Ein Fenster muss man erst nach 40 bis 60 Jahren tauschen. Es lohnt sich, dies bei Investitionen zu berücksichtigen. Eine Kolumne von Martin Sambale.

Wer ein Haus neu baut oder seine Immobilie sanieren will, baut nicht nur für die Gegenwart, sondern immer auch für die Zukunft. Insbesondere die Bestandteile der Gebäudehülle – egal ob Fenster, Dach oder Fassade – haben eine sehr lange Lebensdauer. Daher lohnt es sich also auf hochwertige Materialien und zukunftsweisende Lösungen zu setzen. Häuslebauer, die beispielsweise vor zehn Jahren zweifach verglaste Fenster einbauen ließen, obwohl damals schon dreifach verglaste Fenster auf dem Markt waren, dürften sich heute ärgern. Letztere sind inzwischen Standard und sorgen für einen spürbar niedrigeren Energieverbrauch bei einem gleichzeitig deutlich höheren Wohnkomfort.

Bei einer Sanierung gleich für dreifach verglaste Fenster entscheiden

Für sämtliche Bauteile gibt es in puncto Lebensdauer statistische Werte. Bei Fenstern gehen Experten zum Beispiel von 40 bis 60 Jahren aus. Angesichts der Energieeinsparung ist es daher auf jeden Fall sinnvoll, sich auch bei einer Sanierung für dreifach verglaste Fenster zu entscheiden, die nur unwesentlich teurer als zweifach verglaste Modelle sind.

Fassaden halten ebenfalls sehr lange. So müssen Außenputze erfahrungsgemäß erst nach etwa 50 Jahren erneuert werden – wobei bei Häusern in geschützter Lage die Haltbarkeit noch deutlich höher sein kann.

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Gute Dämmungen stammen noch aus den 60er Jahren

Wird die Dämmung – sogenannte Wärmedämmverbundsysteme – fachmännisch geplant und ausgeführt, ist auch hier von einer langen Lebensdauer auszugehen. Das beweisen zahlreiche Gebäude, an denen in der 60er Jahren Wärmedämmverbundsysteme angebracht wurden und deren Fassaden immer noch schadensfrei sind. Das renommierte Fraunhofer Institut für Bauphysik kam im Rahmen einer Studie zum Ergebnis, dass sich Außenwände mit Wärmedämmverbundsystemen hinsichtlich ihrer Schadensanfälligkeit auch über einen langen Zeitraum nicht von herkömmlichen Putzfassaden unterscheiden.

Bei Holzfassaden gehen Fachleute je nach Holzart von einer Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren aus, Lärche ist da etwas langlebiger als Fichte. Die Lage des Hauses und inwieweit auf einen Holzschutz beispielsweise mit Spritzwasserschutz in Bodennähe geachtet wurde, spielt auch eine Rolle.

Nicht zuletzt wegen der Langlebigkeit gängiger Fassadensysteme sollte unbedingt auf eine ausreichend dicke Dämmung darunter geachtet werden. Ist der Außenputz oder die Holzschalung erst einmal angebracht, wird man als Hausbesitzer nicht schon fünf oder zehn Jahre später wieder alles wegreißen, um das Haus doch noch ein bisschen dicker einzupacken. Deshalb gilt beim Thema Dämmstärke: lieber etwas mehr anbringen, zumal ein paar Zentimeter zusätzliche Dämmung kostentechnisch kaum ins Gewicht fallen.

Die Gebäudehülle hält länger als die Haustechnik

Angesichts der ebenfalls sehr hohen Lebensdauer von Dächern lautet auch hier der Expertenrat: bei der Planung und Ausführung auf Qualität achten und nicht bei der Dämmung sparen. Holzdachstühle halten ungefähr 120 Jahre, Dachziegel rund 50 Jahre.

Generell hat die Gebäudehülle eine längere Lebensdauer als die Haustechnik. Dies ist ein Grund mehr in eine gute Gebäudehülle mit Top-Wärmedämmung zu investieren, denn die Heizung wird viel früher ausgewechselt, als die Fassade erneuert wird. Im nächsten Energie-Tipp soll dann die Lebensdauer von Heizkesseln, Solar-, Photovoltaik- und Lüftungsanlagen im Fokus stehen.

Zum Autor: Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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