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Klimaschutz
09.04.2019

Der Energie-Tipp: Warum Online-Shopping dem Klima schadet

Besonders schlecht sind spontane Einkäufe im Internet.
Foto: dpa (Symbol)

Die Transportwege sind lang, die Waren stets verpackt und die Rücksendequoten hoch. Wer im Internet einkauft, hat eine schlechte CO2-Bilanz. Was also tun?

Der Online-Handel hat in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt. Im Internet zu shoppen ist bequem und oft günstiger – aber ist es auch ökologischer, als klassisch im Geschäft einzukaufen? Letzteres behaupten die Online-Händler gerne. Ihre Argumente: Der Laden müsse das ganze Jahr über klimatisiert werden. Ware wird nicht nur gelagert, sondern auch entpackt und präsentiert, dann wieder verpackt. Womöglich fährt der Kunde mit dem Auto hin.

Aber so einfach ist die Sachlage nicht. Für einen echten Vergleich müssen auch Einkaufsverhalten, die logistischen Anstrengungen des Handels und der Zulieferer miteinander verglichen werden. Sehr viele Faktoren spielen eine Rolle. Je nach Geschäftsmodell der Online-Händler und den berücksichtigten Wegen zum Einzelhändler – zu Fuß, per Fahrrad, mit dem Nahverkehr oder mit dem Auto – ändert sich der CO2-Ausstoß.

Die Ergebnisse entsprechender Studien liegen zwischen einem um 32 Prozent geringeren und einem um 240 Prozent höheren Ausstoß im Vergleich zum stationären Handel. Die meisten Studien gehen aber davon aus, dass der Online-Handel der Umwelt mehr schadet als der stationäre.

Mehr Lieferverkehr wegen kürzeren Lieferzeiten und Wunsch-Uhrzeiten

Zwar können Transportunternehmen ihre Ladungen und Routen besser planen als private Einkäufer. Andererseits gibt es bei den Online-Einkäufen einen Trend zu individuelleren Lieferungen mit immer kürzeren Lieferzeiten und Wunsch-Uhrzeiten. Das führt zu mehr Lieferverkehr, was sich negativ auf die Umweltbilanz auswirkt.

Ein weiteres Problem: Rund ein Viertel der Zustellungen an die Endkunden schlägt beim ersten Versuch fehl – weil der Empfänger nicht zu Hause ist und keinen Ablageort angegeben hat. Etwa 18 Prozent der Besteller müssen ihre Lieferung dann selbst abholen. Die dadurch entstehenden Wege verschlechtern die Ökobilanz deutlich.

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Was noch schwerer wiegt: Weil Bestelltes oft kostenfrei zurückgeschickt werden kann, nutzen viele Kunden dieses Angebot auch. Allein in Deutschland geht schätzungsweise eine Viertelmilliarde Pakete im Jahr zurück. Beim Kleiderkauf liegt die Rückgabequote bei über 50 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass manchmal die zurückgeschickte Neuware nach Eingang vernichtet wird, weil es für den Online-Händler zu aufwendig ist, die Ware zu überprüfen und sie neu zu verpacken.

Nur Dinge kaufen, die nicht im Laden erhältlich sind

Im Sinne des Klimaschutzes und für den Erhalt der lokalen Infrastruktur sollte man daher nur Dinge online kaufen, die nicht im Laden in der Nähe erhältlich sind. Ein weiterer Tipp: Wenn online einkaufen, dann möglichst im Rahmen von Sammelbestellungen, Spontaneinkäufe im Internet gilt es zu vermeiden. Als bevorzugte Zustellvariante sollte „Standard“ oder „Normal“ gewählt werden.

Express- oder Prime-Dienste führen zu zusätzlichen Belastungen für die Umwelt. Und noch eine Empfehlung: Bei der Wahl des Online-Anbieters sollten Händler vor Ort bevorzugt werden. So stärkt man die Geschäfte in der Nähe auch mit einer Online-Bestellung.

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