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Öko-Test

01.06.2017

Test: Jedes zweite Kokosprodukt ist mit Schadstoffen belastet

Kokoswasser ist reich an Mineralien und Spurenelementen, sagen Ernährungsexperten. Produkte aus der Kokosnuss stehen in Supermärkten gerade Reihe an Reihe.
Bild: Franziska Gabbert (dpa), Archiv/Symbol

Kokos schmeckt nach Urlaub und gilt als gesunde Alternative zu vielen Lebensmitteln. Öko-Test hat nun Kokosmilch, -raspeln und -öl auf Schadstoffe untersucht - und wurde fündig.

Gesunde Süße. Bekömmliches Fett. Noch dazu exotisch. Die gute, alte Kokosnuss gilt als neues Super-Lebensmittel wie Chia-Samen oder Goji-Beeren. In Supermärkten stehen die Produkte Reihe an Reihe. Doch sind sie wirklich so gut wie ihr Ruf?

Knapp die Hälfte schon, berichtet das Magazin Öko-Test  in seiner aktuellen Ausgabe. Die Experten haben 21 Kokosprodukte auf Schadstoffe hin untersucht und dabei alle Noten von eins bis sechs vergeben.

Entschieden haben sich die Tester für drei beliebte Produktarten: die klassischen Kokosraspeln zum Backen und für Desserts, die Kokosmilch, die Veganer zum Beispiel auch als Sahneersatz schätzen, und das viel umworbene Kokosöl, dem allerhand gesundheitsfördernde Wirkungen zugesprochen werden.

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Öko-Test findet Schadstoffe in Kokosprodukten

Das Ergebnis: In jedem zweiten Produkt hat Öko-Test Schadstoffe gefunden. So wiesen drei Öle stark erhöhte Gehalte an Mineralölrückständen auf. Diese können sich im Körper anreichern und zu Organschäden führen. Auch Kokosraspeln und -milch sind dem Test zufolge teilweise belastet.

Ein weiteres Problem, das bei Kokosmilch eine Rolle spielt, ist Chlorat: Denn neben Kokosnussextrakt enthält die Milch auch 40 Prozent Wasser. Möglicherweise über die Desinfektion des Trinkwassers gelangt der Schadstoff ins Produkt. Chlorat kann die Jodaufnahme in der Schilddrüse hemmen.

Ein Smoothie - bestreut mit ein paar Kokosraspeln. Alles rund um die Nuss ist gerade in. "Öko-Test" hat verschiedene Produkte untersucht.
Bild: Mascha Brichta (dpa), Archiv/Symbol

In einem Öl, dem "Veganz Kokosöl Premium", stellte die Zeitschrift den Weichmacher Diethylhexylphthalat (DEHP) fest. Die Europäische Union stuft ihn als "reproduktionstoxisch" ein, der Stoff kann also zu Unfruchtbarkeit führen. In die Kokosnuss-Lebensmittel kann der Weichmacher sowohl während der Verarbeitung als auch durch die Verpackung gelangen, berichtet Öko-Test.

Kokosöl und andere Produkte im Test: Die Ergebnisse

Wegen den zum Teil deutlich erhöhten Schadstoffwerten erhielten das "Naturgut Bio-Kokosöl nativ" und die "Ja! Kokosraspeln" von Rewe die Bewertung "mangelhaft". Sogar als "ungenügend" wurden das "Danlee Cocofin aus kaltgepresstem Kokosöl, flüssig" und das "Bio Planète Kokosöl nativ" (Anm. d Redaktion: Hier finden Sie die Stellungnahme des Herstellers) eingestuft.

"Sehr gut" hingegen sind laut Öko-Test die "Gut & Günstig Kokos-Raspeln" von Edeka, die "Seeberger Kokosnuss geraspelt", die "Basic Kokosraspeln getrocknet", die "BioGourmet Kokosmilch", die "Coco King Bio-Kokosmilch", die "Morgenland Kokosmilch extra" und das "Rapunzel Kokosöl nativ".

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