Newsticker
Vizekanzler Scholz rechnet mit Lockdown-Verlängerung um zwei Wochen
  1. Startseite
  2. Geld & Leben
  3. Auto
  4. So motten Sie Ihren Oldtimer für den Winter ein

Pflege

24.11.2020

So motten Sie Ihren Oldtimer für den Winter ein

Gute Nacht, alter Freund: Für den Winterschlaf eignen sich atmungsaktive und weiche Abdeckungen als automobile Zudecke. Und eine trockene Garage ist natürlich ideal.
5 Bilder
Gute Nacht, alter Freund: Für den Winterschlaf eignen sich atmungsaktive und weiche Abdeckungen als automobile Zudecke. Und eine trockene Garage ist natürlich ideal.
Bild: Fabian Hoberg, dpa

In der nassen und kalten Jahreszeit bleiben Autoklassiker besser drin. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung geht das edle Blech gut in den Winterschlaf. Experten geben Tipps.

Bei Regen und Glatteis macht Autofahren selten Spaß. Besonders, wenn das Auto ein Oldtimer ist und mehr gepflegt als gefahren wird. Viele Besitzer schonen ihr liebgewonnenes Blech und schicken es im Herbst in den Winterschlaf. Damit das Auto im Frühjahr wieder direkt startet, gibt es einiges zu beachten.

Für Marcel Mühlich gehört vor dem Abstellen eine gründliche Reinigung des Außen- und Innenraums mit anschließender Trocknung dazu. „Dazu zählen auch Räder, Radkästen und der Unterboden“, so der Technikexperte des Auto Club Europa(ACE). Eine gründliche Lackversiegelung mit Wachs schützt zusätzlich.

Das Interieur kann anfangen zu schimmeln 

Im Innenraum ist an Teppiche, Lenkrad, Schalthebel, Sitze und etwaige Anschnallgurte zu denken. In einer feuchten Umgebung fangen diese an zu schimmeln. Bei Leder eignet sich eine spezielle Lederpflege oder eine sehr verdünnte Essigessenz. Nutzer probieren neue Mittel besser an einer nicht sichtbaren Stelle aus.

Trocken und gut durchlüftet - so sieht für Mühlich der ideale Platz für den Winterschlaf aus. Das können Orte wie Carports, Hallen oder Scheunen sein. In größeren Städten bieten auch diverse Unternehmen Unterstellplätze an. Wer sein Auto im Freien parken muss, sollte keine Folie zum Abdecken benutzen. Sammeln sich Schmutzpartikel darunter, könne das in Verbindung mit Wind wie Schleifpapier wirken. Auch sich sammelnde Feuchtigkeit kann zu Rost auf Metallteilen führen und die Schimmelbildung fördern.

Besser eignen sich atmungsaktive, aber wasserabweisende und weiche Abdeckungen, wenn das Fahrzeug sauber ist und kein Schmutz zwischen diese und Fahrzeug gelangen kann. Auf jeden Fall lohnt es sich, den Innenraum mit Tüchern vor UV-Licht zu schützen. Das bleicht Kunststoffe aus oder macht sie spröde. Hinterschäumte Armaturenbretter und Lenkräder können Risse bekommen. Stoffe bleichen aus und werden brüchig, Leder härtet aus und schrumpft.

Dieter Lauffs empfiehlt, am Ende der Saison die vorgeschriebenen Wartungsarbeiten inklusive Wechsel der Schmierstoffe. „Altes Öl mit Ablagerungen aus Verbrennungsrückständen und Kondenswasser können im Motor Rost verursachen, daher sollten es Besitzer vor dem Einlagern wechseln“, sagt der Experte vom Tüv Rheinland. Auch andere Flüssigkeiten wie für die Bremsen, das Getriebe oder einer eventuell vorhandenen Servolenkung sollte man nach Herstellerangaben wechseln.

Die Batterie am besten ausbauen

Vor dem Winterschlaf bauen Oldiefreunde möglichst die Batterie aus und lagern sie warm und trocken. Am besten hängt man sie an einen Batterie-Erhaltungslader für eine permanent schonende Ladung. Blei-Batterien verlieren im Monat etwa zehn Prozent ihrer Ladung. Nach ein paar Monaten können sie sich tiefentladen und sind anschließend häufig defekt, sagt Lauffs. „Nur eine geladene Batterie ist eine glückliche Batterie“, so der Experte.

Auch Hans Gerd Brauneiser von der Rheinlandgarage in Köln rät Besitzer von Oldtimern ihre Fahrzeuge vor dem Winterschlaf besonders zu pflegen. „Bevor das Auto abgestellt wird, sollte der Tank ganz voll sein und der Luftdruck um bis zu 0,3 bar leicht erhöht werden. So kann sich im Tank keine Korrosion bilden und die Reifen bekommen keine Ermüdungsrisse oder Standplatten“, erklärt Brauneiser.

Er empfiehlt das Fahrzeug entweder leicht anzuheben, auf Böcke zu stellen oder unter die Reifen sogenannten Reifenwiegen zu legen. Damit werden Standplatten in der Regel ausgeschlossen. Alternativ sollte man das Auto alle paar Wochen schieben, auch, damit Lager und Bremsen nicht festrosten.

So schützt man den Motor

Um den Motor zu schützen ist geraten, die Zündkerzen zu entfernen, ein paar Spritzer Motor- oder Multifunktionsöl in die Brennkammer zu sprühen und den Motor durchzudrehen - einen hohen Gang einlegen und das Auto schieben. Das schützt Zylinder und Kolben vor Flugrost. Anders als Tüv-Mann Lauffs empfiehlt er Oldtimer-Besitzern, die wenige Kilometer im Jahr fahren, das Motoröl vor der Saison zu tauschen. „Dann startet der Motor gleich mit frischem Öl“, sagt er.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren