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Finanzen

10.05.2019

2018 war finanziell erfreulich

Dafür bereiten die sinkenden Einwohnerzahlen in Kötz Sorge

Es ging mal wieder ums liebe Geld, und im Gegensatz zu früheren Jahren war das Thema diesmal gar nicht so misslich. Im Gegenteil. „Das Jahr 2018 war sehr erfreulich“, sagte die Kötzer Kämmerin Silvia Quenzer, als sie im Gemeinderat die Jahresrechnung 2018 vorlegte. Auch die Jahresergebnisse aus 2016 und 2017 waren keine Aufreger, obwohl es jeweils kleinere Beanstandungen gab. Dennoch erteilten Gemeinderäte und Bürgermeister jeweils einstimmig Entlastung.

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Aus dem Jahr 2016 bezog sich die Beanstandung der örtlichen Rechnungsprüfer auf die Reparatur des kommunalen Kippers, die zuerst mit 2000 Euro veranschlagt war, dann aber wesentlich teurer wurde und letztendlich etwa 6200 Euro kostete. Als man feststellte, dass die veranschlagten 2000 Euro bei Weitem nicht reichen, habe die Verwaltung entschieden, den Kipper trotzdem zu reparieren, sagte Kämmerin Quenzer, denn man habe das Fahrzeug dringend gebraucht und die bereits geleisteten Arbeiten mussten ja auch bezahlt werden.

Bei der Jahresrechnung 2017 beanstandeten die Prüfer zu hohe Telefongebühren bei Feuerwehr und Bauhof. Allerdings erfuhren die Ratsmitglieder, dass in den Grundgebühren nicht nur der Telefonanschluss, sondern auch der Fax- und Internetanschluss enthalten war. Die Feuerwehr müsse Alarmfaxe empfangen können, sagte Bürgermeister Ernst Walter dazu und Kämmerin Quenzer kündigte an, dass es mit dem Glasfaseranschluss sogar noch ein wenig mehr kosten werde als bisher. Dafür spare man beim Bauhof, wenn dieser keinen Zugriff mehr auf den Server der Gemeinde hat. Eine ebenfalls monierte fehlende Rechnung sei am falschen Ort eingescannt gewesen, der Fehler ist laut Silvia Quenzer inzwischen behoben.

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Auch unvollständige Bestandsverzeichnisse kritisierten die Rechnungsprüfer. Das Kanalverzeichnis habe man 2018 erarbeitet, im Rahmen der Friedhofskalkulation werde im laufenden Jahr das Bestandsverzeichnis für den Bereich Friedhof angelegt, sagte Quenzer und versicherte, dass die Verwaltung an den Verzeichnissen für Schule und Bauhof arbeite, wann immer es neben den laufenden Aufgaben möglich sei.

Das Resümee der Kämmerin aus der Jahresrechnung 2018 war erfreulich: Die anstehenden Baumaßnahmen – Hort in Großkötz, Kindergarten in Kleinkötz und Bauhof – „sind gesichert ohne Kreditaufnahme“, versicherte sie. So kam die Gemeinde Kötz im vergangenen Jahr ohne die geplante Entnahme von knapp 2,5 Millionen Euro aus den Rücklagen zurecht und konnte sogar noch 1,36 Millionen Euro den Rücklagen zuführen. „Wir haben mehr eingenommen“, sagte Quenzer dazu, die Gewerbesteuereinnahme sei mit 1,1 Millionen Euro angesetzt worden, eingenommen habe man aber 1,8 Millionen Euro, was im Vergleich zu 2017 einen Anstieg um eine glatte Million Euro bedeutet.

Mit knapp 600000 Euro sei die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft auch im Jahr 2018 „sehr konstant“ gewesen, sagte sie, man wolle auch in den kommenden Jahren „auf jeden Fall unter dieser magischen Grenze“ bleiben. Bei der Grundsteuer B für bebaute oder bebaubare Grundstücke hat die Gemeinde einen „leichten Anstieg“ der Einnahmen erzielt.

Die Kämmerin berichtete aber auch von Steigerungen auf der Ausgabenseite. Um knapp neun Prozent erhöhten sich die Personalausgaben auf annähernd 530000 Euro, was mit einer vorübergehend doppelt besetzten Stelle erklärt wurde.

Die rückläufigen Einwohnerzahlen, die Silvia Quenzer vorlegte, machten Gemeinderat Thomas Wöhrle hellhörig. 3275 Einwohner hatte Kötz in den drei Ortsteilen Großkötz, Kleinkötz und Ebersbach noch im Jahr 2015. 2016 waren es 3260, 2017 nur noch 3229, neuere Zahlen liegen nicht vor. Thomas Wöhrle erkundigte sich deshalb nach Ideen für eine familienfreundliche Gemeinde Kötz. Die müsse man noch erarbeiten, sagte die Kämmerin und Bürgermeister Walter erklärte die trotz rückläufiger Einwohnerzahl gestiegenen Einnahmen aus der Einkommenssteuerbeteiligung so: „Der Staat ist freigiebiger geworden.“ (ilor)

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