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Wattenweiler

02.10.2016

Äpfeln, Birnen und Kräutern hat 2016 gefallen

Den Kirschen setzte manchmal der Regen etwas zu: Sie platzten gelegentlich auf.
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Den Kirschen setzte manchmal der Regen etwas zu: Sie platzten gelegentlich auf.
Bild: Peter Wieser

 „Kräuterfrau“ Anni Böck aus Wattenweiler blickt auf das Gartenjahr zurück.

Am Sonntag ist Erntedankfest. Mit liebevoll aus Feldfrüchten und Obst geschmückten Erntedankaltären oder mit Erntekronen aus Getreide wird für die Gaben der Ernte gedankt. In früheren Zeiten gab es sogar Prozessionen. Aber haben die Gärtner in der Region tatsächlich Anlass zur Dankbarkeit? Wie sah das Gartenjahr 2016 tatsächlich aus, was sagen die Äpfel und Birnen oder die Tomaten, die Bohnen und die Kräuter, mit viel Liebe gehegt und gepflegt im eigenen „Gärtle“? Wir haben einmal nachgefragt und uns mit Anni Böck aus Wattenweiler unterhalten. Die „Kräuterfrau“ führt nicht nur regelmäßig durch den Garten der Kreisheimatstube Stoffenried, sondern kümmert sich auch um den Krumbader Kräutergarten. Was Salbei, Kamille, Minze, Basilikum und Thymian betrifft, die seien alle gut gewachsen. Kein Wunder, wenn man auf den sonnigen August zurückblickt.

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Den Ringelblumen war es zu nass 

Auch für die Blumen war es ein gutes Jahr: Anni Böck berichtet von der Üppigkeit der Rosen und Pfingstrosen, vor allem von der Fülle an Blütenballen bei den Hortensien. Lediglich den Ringelblumen habe der feuchte Juli zugesetzt. Da habe nur eines geholfen: Abwarten bis die Sonne wieder kommt.

Äpfeln, Birnen und Kräutern hat 2016 gefallen

Sehr unterschiedlich war das Wetter schon. Zuerst die viele Nässe bis in den Sommer hinein und dann die Hitze. Dennoch: „Die Baumblüte war wunderschön. Im Mai war es nämlich nie so richtig kalt“, sagt Anni Böck. Und davon profitierten auch Obst und Beerenfrüchte. Ganz außergewöhnlich seien die Brombeeren in diesem Jahr. Speziell bei Zwetschgen und Ringlotten habe sich die eingeschleppte Kirschessigfliege allerdings erstmals recht extrem bemerkbar gemacht. Sie sticht die weiche Haut am Obst an und legt anschließend ihre Eier dort ab. Mit Schuld daran war sicherlich der milde Winter.

Kein gutes Jahr für Pfirsiche 

Auch für Pfirsiche und Aprikosen soll das Jahr nicht ganz so gut gewesen sein. Klar, die sind ja auch ein etwas anderes Klima gewohnt. Und die Kirschen seien durch den Regen zwischendurch auch schon einmal aufgeplatzt. „Dafür haben wir Äpfel und Birnen, und im Winter Kraut, Rote Bete und Sellerie“, meint die „Kräuterfrau“.

Und Schnecken? Die gab es im Juli im Übermaß. Man könne, wie es so manche Gärtlesbesitzer handhaben, die unliebsamen Gäste einsammeln und anschließend zerschneiden oder gar mit Salz bestreuen. „Das ist grausam und qualvoll“, sagt Anni Böck. Es gehe auch anders, wie mit dem Ausstreuen von grobem Kies oder groben Holzspänen von der Motorsäge. Das mögen sie nämlich gar nicht. Mit der Augustsonne seien die Schnecken dann schlagartig von selbst ausgeblieben. Und die habe alles noch einmal geradezu verwöhnt, von den Tomaten angefangen, bis hin zu den üppigen und reichlichen Bohnen. Nur der Zichoriensalat, auch Zuckerhut genannt, habe trotz Gießen schon einmal die Blätter hängen lassen. A propos gießen: Dafür sei Brennnesseljauche ein exzellenter Dünger: Brennnesseln zerschneiden, für mehrere Tage im Wasser stehen lassen und anschließend dem Gießwasser zugeben. Das stärke nicht nur die Pflanze, es wirke auch abwehrend gegen Schädlinge.

Trotz der Wetterkapriolen, viel Nässe und großer Hitze, hätten es die Pflanzen gut überstanden – von Standort zu Standort sicherlich verschieden. „Wir sind von der Natur reich beschenkt worden und dürfen dankbar und zufrieden sein.“ Und noch etwas: Dem Garten einfach Liebe und Zeit geben, dabei das Gießen und Düngen nicht vergessen, fügt Anni Böck hinzu. „Man muss einfach „a bissle“ mit dabei sein.“

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