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06.07.2017

Flammendes Plädoyer für die Familie

Autorin Birgit Kelle (links) bekam von Hildegard Regensburger ein Kissen mit dem Ichenhauser Stadtwappen überreicht.
Bild: Wolfgang Kahler

Christdemokraten für das Leben feiern

Wenn es um die Familie geht, kennt Birgit Kelle kein Pardon. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Günzburger Arbeitskreises der Christdemokraten für das Leben (CDL) und des 22-jährigen Bestehens des Mutter- und Kind-Hauses in Ichenhausen beschrieb die Erfolgsautorin die Folgen einer ihrer Ansicht nach verfehlten Familienpolitik in Deutschland.

„Das ist heute ein wunderbarer Tag“, sagte Hildegard Regensburger beim kleinen Festakt im Ichenhauser Heinrich-Sinz-Haus zum Doppeljubiläum. Der CDL-Arbeitskreis wurde 1987 gegründet, 1995 folgte die Eröffnung des ersten Mutter- und Kind-Hauses „Martha“, mit dem vor allem Schwangeren in Not geholfen wird. Hildegard Regensburger ist Vorsitzende des Förderkreises „Ja zum Leben“, der insbesondere Schwangere und Alleinerziehende unterstützt. Die 30 CDL-Jahre seien ohne Hildegard Regensburger nicht möglich gewesen, sagte Landesvorsitzende Christiane Lambrecht aus Murnau.

Unter dem Motto „Entsetzt Euch“ will der Arbeitskreis die Diskrepanz aufzeigen zwischen der Aufregung in unserer Gesellschaft über das Schreddern von Küken und dem Schulterzucken über das Töten von Embryonen.

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Frauen können heute in Politik und Wirtschaft Karriere machen, beschrieb Autorin Birgit Kelle die gesellschaftliche Situation aus ihrer Sicht, aber eine Rolle nur in der Familie sei nicht gewollt. „Daheim bleiben ist keine Strafe“, findet die vierfache Mutter. Als 23-jährige Mutter ging die frühere Journalistin in dreijährigen Erziehungsurlaub. Mit ihren teils provokanten Thesen zur Rolle der Frau in der Familie eckt Birgit Kelle häufiger an. Eine Mutterschaft sei das letzte ungelöste Dilemma unserer Gesellschaft, so die Rheinländerin.

In Deutschland werde keine Familien-, sondern Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik betrieben. Das vor allem von SPD und Grünen abgelehnte Betreuungsgeld sei notwendig, 70 Prozent der Eltern wollten laut einer Umfrage ihre Kinder selbst erziehen, brauchten aber das Geld. Dagegen sei die Familienpolitik darauf ausgerichtet, dass Mütter schnell wieder in den Arbeitsmarkt zurückkämen: „Frauen, die Kinder erziehen, sind inaktiv für Ökonomen“, so Birgit Kelle. Dabei leisteten die Mütter wertvolle Arbeit wie Erzieherinnen. Sie hat kein Verständnis dafür, dass Mütter „beschimpft“ werden, wenn sie sich zu Hause um Kinder kümmern.

Nach Meinung Kelles könne es sich eine Mehrheit von Familien leisten, sich mehr um ihren Nachwuchs zu kümmern. Stattdessen würden Kinder morgens in die Kitas gebracht und abends wieder abgeholt. „Das ist keine Familie mehr“, so Kelle. Bei diesem Thema sei die Gesellschaft spät dran, aber noch nicht zu spät: „Uns fehlt ein Aufstand“, sagte Kelle. Familien hätten zu wenig Lobby in der Politik. Was Lobby-Arbeit bewirken könne, zeige das Beispiel „Ehe für alle“. Mit diesem Begriff werde „die Büchse der Pandora geöffnet“, wenn der Staat der Ehe eine neue Definition gebe, „ist es vorbei“. (wk)

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