Newsticker

Macron verkündet zweiten Lockdown für Frankreich

Soziales

13.05.2015

Frei bewegen

Das Pflaster auf dem Günzburger Marktplatz ist für viele Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen eine echte Barriere. Im Zuge des Konzepts „Günzburg barrierefrei“ soll eine Umgestaltung erfolgen.
Bild: Rebekka Jakob

Was Günzburg für mehr Barrierefreiheit tun will, steht in einem neuen Konzept

Die Dame mit dem Rollator ist nicht gut zu sprechen auf die Stadtplaner. „Gar nix haben sie sich dabei gedacht!“, sagt die Marktplatzbesucherin mit Blick auf das holperige Pflaster. Sie kommt nur mühsam voran an diesem Markttag – und hofft jetzt auf Besserung. Denn am Montagabend hat der Stadtrat das Konzept „Bayern barrierefrei“ für die Modellkommune Günzburg beschlossen. Die Umgestaltung des Marktplatzes ist dabei ein zentrales Thema.

Als eine von drei Städten in Schwaben und eine von 16 in Bayern ist die Große Kreisstadt als Modellkommune für das Konzept ausgewählt worden. Gehofft hatte man dabei auf ein Investitionsprogramm der Staatsregierung, das im November 2013 angekündigt worden war. Ende des vergangenen Jahres hatte die Regierung jedoch angekündigt, sich bei der Förderung auf staatliche Liegenschaften beschränken zu wollen – sehr zum Unmut der Modellkommunen, die mit den Fördergeldern gerechnet hatten. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig: „Wir hoffen und erwarten aber weiterhin, dass der Freistaat zumindest die Modellkommunen bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen finanziell unterstützen wird.“

Wie Günzburg sich hin zu einer barrierefreien Stadt verändern kann, haben die Teilnehmer an drei Workshops im Herbst des vergangenen Jahres erarbeitet – Verwaltung, Polizei, Busunternehmer, Vertreter des Stadtrats und des Seniorenbeirats sowie von Behinderteneinrichtungen und der Behindertenbeauftragte des Landkreises haben gemeinsam daran gearbeitet. Stadtrat Siegfried Ranz (SPD) berichtete: „Das ist ein komplexes Unterfangen, wie sich bei den Workshops gezeigt hat.“ Im Fokus stehe der Marktplatz als Treffpunkt der Stadt, dessen Pflasterbelag vor allem für Rollstuhlfahrer und Besucher mit Rollatoren eine große Barriere darstellt. „Wir sollten neben der Umgestaltung des östlichen Bereichs, der acht Monate im Jahr Fußgängerzone ist, auch den westlichen nicht zu lange aufschieben.“

Seniorenreferentin Dr. Ruth Niemetz (CSU) betonte, wie wertvoll die Hinweise der Betroffenen gewesen seien. „Das sind Dinge, an die man nicht automatisch selbst denkt,“ so die Dritte Bürgermeisterin. Bei der Umsetzung solle die Stadt sich nicht allein am kostenintensiven Thema Marktplatz festbeißen. Auch kleinere, leicht machbare Verbesserungen wie eine Rampe am Nornheimer Schützenheim, das zugleich als Wahllokal dient, könnten viel bewirken. Ausdrücklich begrüßt haben die Fraktionen auch den Vorschlag der Verwaltung, das Amt eines Behindertenbeauftragten einzurichten. Johann Kaltenecker (UWB): „Damit können wir auch Vorbild für private Bauherren sein und diese unterstützen.“ (rjk)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren