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Konzert

09.01.2019

Froh, wild und geheimnisvoll

Stimmungsvoll mit Kerzen und dem Christbaum beleuchtet war die Ichenhauser Stadtpfarrkirche beim Weihnachtskonzert von Kultichenhausen.
Bild: Annette Bader

Mehr als 300 Besucher erleben Musik bei Kerzenschein in Ichenhausen

Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Stadt Ichenhausen im Rahmen ihres Kulturprogramms Kultichenhausen zum Ende des Jahres ein Weihnachtskonzert in der Stadtpfarrkirche. In diesem Jahr erwartete die gut 300 Besucher eine nur mit Kerzenlicht und Christbaum beleuchtete Kirche, in der die stimmungsvolle und abwechslungsreiche Musik besonders gut zur Geltung kommen konnte.

Majestätisch prachtvoll eröffnete das Trompetentrio Thomas Seitz, Clemens Garmatter und Hannah Sühring mit Buxtehudes Fanfare aus der Kantate „Ihr lieben Christen, freut euch nun“. Die beiden Meisterschüler von Thomas Seitz (beide Bundespreisträger bei Jugend musiziert) zeigten gemeinsam mit ihrem Lehrer sowohl in puncto Virtuosität, Intonation und Artikulation ihr ganzes Können. Das Ichenhauser Frauenvokalensemble – Johanna Haug, Marion Joos und Iris Hildensperger – gesellte sich zu Trompeten und Orgel (Anne Liebe) und stimmten in das zunächst aus weiter Ferne erklingende „Vom Himmel hoch“ ein. Überraschend dann das Intro zu Johann Sebastian Bachs berühmten „Ich steh´ an Deiner Krippen hier“: Die langsam durch die dunkle Kirche wandernden Stimmen versammelten sich sowohl räumlich als auch musikalisch erst ganz allmählich vorne an der Krippe, um dann den traurig-schönen Satz Bachs in großer Ernsthaftigkeit vorzutragen.

Drei stimmungsvolle pastorale Weisen an der Orgel spielte Anne Liebe auf der subtil registrierten Orgel. Ein musikalischer Höhepunkt sicherlich Benjamin Brittens wildes „This Little Babe“, in dem es, wider sonstiger Weihnachtsvorstellungen, um einen martialischen Kampf des Neugeborenen mit keinem Geringeren als dem Satan geht. In dem ungewöhnlichen Stück muten die zeitlich gegeneinander versetzten polyrhythmischen Einsätze der drei Sängerinnen, sowie der stakkatoartigen Klavierbegleitung wie ein kriegerischer Dauerbeschuss an.

Eine weitere Überraschung lieferte dann Iris Hildensperger, die auf ihrer Querflöte geheimnisvolle Improvisationen um den gregorianischen Choral „Veni Emmanuel“ zu flechten verstand – mystisch und archaisch verbanden sich Choral und Flötenimprovisationen, die den gesamten Kirchenraum durchschritten. Die Trompeten beeindruckten gemeinsam mit Anne Liebe an der Orgel mit dem Andante aus Vivaldis Sonate für Trompeten und Orgel durch gekonnt in Szene gesetzte musikalische Phrasen, in denen sich die zwei Trompeten anmutig in schwindelnder Höhe umspielten.

Das zum Abschluss von allen Besuchern gemeinsam gesungene Lied „Oh du fröhliche“ war kaum verklungen, als die begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörern förmlich zu stehenden Ovationen aufsprangen, um den sieben Mitwirkenden des Konzerts ihre Wertschätzung zu demonstrieren. (zg)

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