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Leinheim

14.11.2017

Für Franz Krakauer geht es um die Wurst

Metzger Franz Krakauer (Alwin Volk) will Bürgermeister werden. Seine Ehefrau Frieda (Brigitte Amling/Mitte) sowie Landwirt Karl (Walter Götzl) und Verkäuferin Traudl (Sabine Hartmann) versuchen, ihm das auszureden. Metzgergeselle Alfons (Arthur Hindelang) hat noch Schwierigkeiten mit der Situation.
Bild: Zimmermann

Der Schützenverein Eintracht zeigt einen turbulenten Bürgermeister-Wahlkampf

Mit mehr als 150 Besuchern war die Premiere der Leinheimer Theatergruppe des Schützenvereins Eintracht auch in diesem Jahr ausverkauft. Jahr für Jahr präsentiert die Theatergruppe einen mundartlichen Schwank in bestem Schwäbisch – dieses Jahr gab es einen vergnüglichen Wahlkampf zu erleben. „Seit über 40 Jahren gibt es die Theatergruppe und Jahr für Jahr sind unsere Vorstellungen ausverkauft“, berichtet Reinhold Spielmann, der seit nunmehr 21 Jahren Regie führt und bei den Vorstellungen souffliert. Früher fanden die Vorstellungen im Gasthaus Nistler statt. Als Mitte der 90er-Jahre das neue Schützenheim fertiggestellt wurde, ist die Theatergruppe umgezogen. „Hier haben wir mehr Platz für die Besucher“, erklärt Regisseur Reinhold Spielmann.

In diesem Jahr steht ein Schwank in drei Akten von Toni Lauerer auf dem Programm. Ärger mit der Bürokratie haben ja viele, aber nicht jeder reagiert so cholerisch wie Franz Krakauer. Ein folgenschwerer Entschluss des Metzgermeisters sorgt für allerlei Turbulenzen. Und die werden sogar musikalisch umrahmt vom Leinheimer Dreigesang, dem St. Blasius Trio.

Metzgermeister Franz Krakauer (Alwin Volk) bekommt einen Brief vom Bürgermeister: Sein Bauantrag wird abgelehnt. Er ist darüber so erbost, dass er in seiner Verärgerung den Entschluss fasst, selbst als Bürgermeisterkandidat bei der nächsten Wahl anzutreten. Dieses Ansinnen stößt bei seiner Familie, insbesondere seiner Frau Frieda (Brigitte Amling) auf völliges Unverständnis. Die Hintergründe für den abgelehnten Bauantrag sind auch schnell ermittelt: Auf einem Waldgrundstück im Außenbereich ein Haus zu errichten, geht nun mal nicht, versucht die Gattin ihren Mann von seinem Entschluss abzubringen. Daran kann auch Bürgermeister Moser nichts ändern. Auch sein Freund, der Landwirt Karl Bleicher (Walter Götzl) ist skeptisch über die Bürgermeister-Kandidatur. „Dazu muss man in der Lage sein, eine Rede zu halten“, meint dieser. „Und das kann ich mir bei dir ganz und gar nicht vorstellen.“ Aber der Metzgermeister lässt sich nicht mehr umstimmen. Und schon bald erinnert sich Landwirt Bleicher daran, dass seine „saure Wies“ bei der letzten Gemeinderatssitzung auch nicht im neuen Bebauungsplan berücksichtigt wurde. Schuld daran ist nur Bürgermeister Moser. Und schon haben beide das gleiche Feindbild. Nun geht es darum, eine Strategie zu entwickeln, um das begehrte Ziel zu erreichen. PR-Fachmann Knut Hansen (Siegfried Albrecht) soll helfen: Man muss eine Partei gründen und eine Wahlliste aufstellen. Der Parteiname ist schnell gefunden: „PVC“ steht für „Partei für Vernunft und Charakter“. Nun muss der Kandidat in Rethorik und Anstand geschult werden. Auch ein Wahlkampfmanager muss her.

Und nachdem niemand auf die Schnelle zu finden war, soll der etwas einfältige Metzgergeselle Alfons (Arthur Hindelang) für diesen Job herhalten.

Bei der anschließend stattfindenden Probewahlversammlung mit Familienangehörigen und Bekannten kommt es zum Eklat. Der Kandidat lässt sich durch gezielte Provokationen aus der Fassung bringen und verliert die Geduld. Bäckermeister Otto Wecker (Harald Mäusle), mit dem sich der Bäckermeister nach Jahren des Streites wieder versöhnt hatte, reißt alte Wunden wieder auf. Der Sohn des Metzgermeisters, Max (Marc Andre Hurler) und die Tochter der Bäckermeisters, Karin Wecker (Carolin Almoslöchner) wollen gegen den Willen ihrer Väter heiraten. Ehefrau Frieda fühlt sich unterrepräsentiert und Metzgereifachverkäuferin Traudl (Sabine Hartmann) ausgebeutet. Nicht zuletzt sorgt Oma Blechle (Kurt Uhl) mit ihren Zwischenrufen nach einer besseren Rente und Suppenknochen für die Verwirrung. Was Metzgermeister Franz Krakauer nicht weiß: Hinter seinem Rücken wurde bereits ein Komplott geschmiedet ...

Die Leinheimer Theatergruppe gab eine tolle Vorstellung mit vielen Pointen zum Besten. Die Zuschauer waren restlos begeistert und honorierten das mit einem lang anhaltenden Beifall. Zum gelungenen Debüt gab es am Schluss von Reinhold Spielmann als Zugabe den Song von der „Wurstfachverkäuferin“.

am Freitag, 17. November, um 20 Uhr; am Samstag, 18. November, um 20 Uhr; am Freitag, 24. November, um 20 Uhr sowie am Samstag, 25. November, um 20 Uhr. Karten gibt es unter der Telefonnummer 0176/55937003.

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