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Hortneubau

11.05.2018

Gemeinderatsmitglied fühlt sich schlecht informiert

Michael Seitz sagt Nein zum Bauantrag. Der Kötzer Bürgermeister sieht jedoch kein Problem

Der bestehende Hort im katholischen Jugendheim ist viel zu klein, der Beschluss des Kötzer Gemeinderats für einen Neubau steht schon längst. Auch der Standort ist unumstritten, das alte Rathaus am Schlossplatz in Großkötz wird für den neuen Hort abgerissen. Diskussionsstoff für ein Gemeinderatsmitglied gab aber der Bauantrag für den neuen Hort, den der Kötzer Gemeinderat gegen das Votum von Ratsmitglied Michael Seitz auf den Weg brachte.

Es sollte nur um eine Abweichung der notwendigen Abstandsfläche von drei Metern zur Grenze gehen. Diese Abweichung beantragt die Gemeinde für den Grenzabstand im Osten und im Westen. Sie hat dafür gute Argumente: Der Neubau des Kinderhorts entsteht auf dem Grundstück des ehemaligen Rathauses, das den notwendigen Grenzabstand ebenfalls unterschritten hat und direkt auf die beiden betreffenden Grenzen gebaut war.

Weil der Neubau von der Schlossstraße wie von einem Ring umgeben wird, sieht die Gemeinde Kötz durch die geplante Bebauung aber keine Nachbargrundstücke beeinträchtigt. „Die notwendigen Abstandsflächen überschreiten nicht die Straßenmitte“, heißt es in der Sitzungsvorlage, zudem unterschreite auch die umgebende Bebauung teilweise die notwendigen Grenzabstände. Daraus ergebe sich „eine einheitlich abweichende Abstandsflächentiefe aus der umgebenden Bebauung“.

Bei der Kubatur des Neubaus hakte Gemeinderatsmitglied Michael Seitz ein, als der Grundriss an die Wand gebeamt wurde. Er sei erstaunt, sagte er, „das hat mit der alten Kubatur vom Rathaus nichts mehr zu tun“. Die Grundfläche des Neubaus sei tatsächlich etwas größer als die des ehemaligen Rathauses, sagte Bürgermeister Ernst Walter und erklärte das so: Die Regierung von Schwaben habe festgestellt, dass der Gruppenraum zu klein sei. Für Gemeinderatsmitglied Michael Seitz war das kein hinreichendes Argument. Die Gemeinde habe extra ein Grundstück zugekauft – es geht um einen Zwickel in der bisherigen Grünfläche zwischen ehemaligem Rathaus und Kinderhaus, der im Besitz der Kirche war – und jetzt die Baugrenze etwa sechs Meter weiter nach Süden gerückt, sagte Seitz und kritisierte: „Ich bin zum ersten Mal konfrontiert mit dem Problem.“

Aus den Unterlagen der Gemeinderäte ist das laut Seitz „so noch nie hervorgegangen“. Der Grundriss des Neubaus sei kein einziges Mal in den Unterlagen gewesen, nicht bei den Beratungen im Juli und im September 2017, auch nicht vor Kurzem im März. Er hätte ihn aber gern früher gesehen. „So ist das wirklich nie kommuniziert worden“, sagte Seitz über den in der Sitzung gezeigten Grundriss für den künftigen Hort, „ich fühle mich nicht richtig informiert.“ Der Kötzer Bürgermeister Ernst Walter teilte die Bedenken nicht. Im notariellen Kaufvertrag sei festgelegt, dass die Kommune das gekaufte Grundstück der Kirche weiterhin für ihr Pfarrfest zur Verfügung stelle, sagte er. Im Übrigen sei durch die Veränderung der Kubatur keine Kostensteigerung beim Hortneubau zu erwarten.

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