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Band Frontm3n

23.01.2020

Howarth, Wilson, Lincoln: Drei Stars auf Günzburgs Bühne

Peter Howarth, Pete Lincoln und Mick Wilson (von links) sind oder waren Sänger von The Hollies, Sweet und 10cc. Als Frontm3n gaben sie am Dienstag im Günzburger Forum am Hofgarten ein außergewöhnliches Konzert.
Bild: Peter Wieser

Wie die Gruppe Frontm3n beim Gastspiel im Forum am Hofgarten das Publikum begeistert und welche Rolle die Bands Sweet, 10cc und The Hollies dabei spielen.

Was kommt dabei heraus, wenn drei „Frontmänner“ in leicht fortgeschrittenem Alter auf drei Gitarren dem Publikum Songs vorspielen, die vielleicht gerade einmal 20 Jahre jünger sind als sie selbst? Richtig: „An exclusive acoustic night“, eine exklusive akustische Nacht, und zwar der Extraklasse. Das haben die drei Herren von Frontm3n bei ihrem Gastspiel am Dienstag im fast ausverkauften Günzburger Forum am Hofgarten jedenfalls aufs Beste bewiesen.

Frontm3n, das sind Peter Howarth, aktuell Sänger der 1962 gegründeten Band The Hollies, Mick Wilson, 20 Jahre lang Sänger bei der Band 10cc und Pete Lincoln, zehn Jahre Frontmann von Sailor und bis Mai vergangenen Jahres Leadsänger von Sweet. Das hat Klasse. Von der Bühne grüßen ein halbes Dutzend Gitarren, ein bisschen Percussion und ein Piano. Mehr brauchen die Herren aus England nicht.

Klopfen auf die Gitarren statt Drums

Dann sind sie da, Worte bedarf es keiner, das Publikum, größtenteils im gleichen Alter, klatscht freiwillig. Drei Songs, jeweils einer der Bands der drei Musiker, stimmen auf den Abend ein: „I can’t let go (Hollies), „Things we do for Love“ (10cc) und bei Sweets „Poppa Joe“ singt das Publikum das „Poppa rumbo, rumbo“ bereits alleine.

Howarth, Wilson, Lincoln: Drei Stars auf Günzburgs Bühne

Drums brauchen die Frontmänner keine, dafür wird munter auf die Gitarren geklopft. Bei „Love is like Oxygen“ (Sweet) nimmt Mick Wilson dann doch die Bassgitarre in die Hand. Weil die so sexy sei und immerhin ein „christmas present from him to him“ sei, wie Wilson behauptet, also ein Weihnachtsgeschenk, das er sich selbst gemacht hat. Mit „You got it“ darf auch Roy Orbison zu Wort kommen, nur ein bisschen anders als gewohnt – eben im Frontm3n-Stil.

Die drei Herren sind für jeden Spaß bereit

Und als Pete Lincoln voller Eifer gleich dazu die „Pretty Woman“ anstimmt und das Publikum beginnt, noch eifriger mitzuklatschen, wird Lincoln von seinen beiden Kollegen abrupt gestoppt: „It’s an acoustic night. We’ll play it next year in Günzburg“. Das Publikum soll sich bis nächstes Jahr gedulden. Überhaupt sind die drei Herren bestens aufgelegt, für jeden Spaß bereit und, wenn auch auf der Bühne, mitten im Publikum. „Rubber Bullets“ (10cc), und „Fox on the Run“ (Sweet)“ erinnern an Zeiten, als Songs wie diese gerade einmal im Radio zu hören waren – vorausgesetzt, man hatte den richtigen Sender gefunden.

Und „Priceless“ von den Hollies verschmilzt so richtig auf der Zunge, oder vielmehr im Ohr. Genauso wie die eigenen Songs, von denen sie ebenfalls einige mitgebracht haben. Mit dem Song „Carrie“ erinnern sie an eine Zusammenarbeit bereits in den 90ern mit der Band von Sir Cliff Richard. Den „Sir“ heben sie dabei besonders hervor – es war die Zeit, bevor jeder einzelne der drei Frontmänner seine bemerkenswerte Karriere startete.

Von "Girls, Girls, Girl" bis "The Ballroom Blitz"

Mick Wilson gibt mit „Donna“ (10cc), Peter Howarth mit „He ain’t heavy“ (Hollies) eine Soloeinlage und Pete Lincoln bringt mit „Girls, Girls, Girls“ von Sailor selbige zum Tanzen. Die jeweiligen beiden anderen Musiker verziehen sich währenddessen kurz für ein „glass of wine“, vielleicht auch ein „glass of beer“, hinter die Bühne – behaupten sie jedenfalls. Bei „The Ballroom Blitz“ (Sweet) hopst das Publikum noch einmal fröhlich mit und bei „The Air that I breathe“ (Hollies) schwenken die Handys hin und her. Dass dies „time for our last song“ bedeutet, lässt das Publikum nicht gelten und quittiert dies mit enttäuschten „ooooh“-Rufen. Das lassen die drei Frontmänner nicht auf sich sitzen und geben drei Zugaben, endend mit 10cc’s „Dreadlock Holiday“: Ein Ausflug in den Reggae, mit einem mittanzenden Publikum und einem Peter Howarth, der seine Gitarre zur Mandoline macht.

Zweieinhalb Stunden kristallklarer Gitarrensound und dazu die gewaltigen Stimmen dreier außergewöhnlicher Frontmänner, die lediglich mit den Jahren vielleicht ein bisschen rauer geworden sind: Das Publikum ist begeistert: „Genial“ und „Ich fühl’ mich um 40 Jahre jünger, nur a bissle mehr Englisch müsste man halt können.“ Gut, das mit dem Englisch lag sicherlich auch an dem Slang der drei Engländer. Und der ist für den Schwaben manchmal eben nicht ganz so einfach zu verstehen.

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