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Kreis Günzburg

27.04.2015

Ist das Atomkraftwerk in Gundremmingen noch sicher?

Werden im Kernkraftwerk Gundremmingen Sicherheitsüberprüfungen nicht durchgeführt?
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Bayerische Atomaufsicht bezeichnet das Atomkraftwerk in Gundremmingen als sicher. Doch das Umweltministerium fordert dafür nun Beweise.

Werden im schwäbischen Kernkraftwerk Gundremmingen (Landkreis Günzburg) wichtige Sicherheitsüberprüfungen nicht durchgeführt, obwohl sie vorgeschrieben sind? Die seit Jahren bestehenden Meinungsverschiedenheiten zwischen der Bundesregierung und der bayerischen Staatsregierung über die Frage, ob die beiden Reaktortypen allen Sicherheitsauflagen genügen, halten an.

Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der baden-württembergischen Grünen-Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Umwelt-Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) weist in dem Schreiben zwar darauf hin, dass aus Sicht der Landesbehörde und des Sachverständigen der Landesatomaufsicht keine Nachweise hinsichtlich der sogenannten Sumpfsiebthematik im Kernkraftwerk ausstehen. Soll heißen, Bayern betrachte das Problem als gelöst. Damit will sich der Bund nicht zufrieden geben. Er bat die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit um Stellungnahme.

Zum Hintergrund: 1992 gab es in dem schwedischen Atomkraftwerk Barsebäck, einem Siedewasserreaktor wie Gundremmingen, ein akutes Problem: Im Notkühlsystem verstopften die Ansaugsiebe durch das Isoliermaterial der Kühlleitungen.

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Bayern betrachtet das Problem als gelöst

Die Notkühlung funktionierte nur noch eingeschränkt. Schon damals war klar, dass dieses Problem auch bei deutschen Kraftwerken auftreten könnte. Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit erstellte zwischen 1992 und 2007 mehrfach Empfehlungen, wie mit dem Problem umzugehen sei und sprach sich 2011 dafür aus, Siedewasserreaktoren nachzurüsten. Für jedes Atomkraftwerk musste der Nachweis erbracht werden, dass das Problem beherrscht werde.

Wie mehrere parlamentarische Anfragen von Sylvia Kotting-Uhl ergaben, blieb die Bayerische Atomaufsicht im Falle von Gundremmingen untätig. Anfragen des Umweltministeriums 2012, 2013 und 2014 ergaben, dass die Umrüstung noch nicht abgeschlossen sei, einen konkreten Zeitplan gebe es nicht. Die Bayerische Atomaufsicht verwies in einem Schreiben vom 21. Januar 2014 darauf, dass es in Gundremmingen große Reserven im Hinblick auf die Kernkühlung gebe, welche die Unsicherheiten abdeckten.

Sylvia Kotting-Uhl übt massive Kritik an der Atomaufsicht. Noch immer sei unklar, ob die vorgeschriebenen Nachweise vollständig vorliegen, sagte sie unserer Zeitung. Dieser Vorgang zeige, dass bei der Bayerischen Atomaufsicht etwas faul sei: „Mit Gundremmingen muss endlich reiner Tisch gemacht werden, es geht schließlich nicht um eine Pommesbude.“

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