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Bebauung

18.01.2020

Riedheim soll wachsen – aber maßvoll

Für den Riedheimer Ortskern wird derzeit ein Bebauungsplan erstellt. Deshalb müssen Bauherren derzeit warten.
Foto: Bernhard Weizengger

Der Leipheimer Stadtrat wollte für einen Bauherren keinen Präzedenzfall schaffen

Die Leipheimer Stadträte waren sich einig. Auch Riedheim soll wachsen. Aber maßvoll und geordnet. Uneins war man sich, ob der aktuelle Wunsch eines Bauherrn in dieses Konzept passt oder nicht. Das Problem: Der Bebauungsplan für den Riedheimer Ortskern ist noch in Arbeit. Klare und verbindliche Regelungen gibt es deshalb derzeit nicht. Um keinen Präzedenzfall zu schaffen, wurde die Bauvoranfrage des Bauherrn nach längerer Debatte mit Stimmenmehrheit zurückgestellt. Erst soll der Bebauungsplan vollendet werden.

Konkret ging es im Stadtrat um ein Wohn- und Geschäftshaus an der Weidengasse in Riedheim. Der Bauherr will das Gebäude sanieren und sechs Wohnungen mit einer Fläche von jeweils 60 bis 70 Quadratmetern einbauen. Der angrenzende Werkstattbereich soll abgerissen werden, um Platz für die notwendigen zwölf Stellplätze zu schaffen. Im Entwurf des Bebauungsplans ist freilich vorgesehen, dass in einem Gebäude im Riedheimer Ortskern nicht mehr als drei Wohnungen zulässig sind. Zudem soll die Grundstücksfläche, gerechnet auf eine Wohnung, 250 Quadratmeter nicht überschreiten. Maximal also etwa 750 Quadratmeter Grund. So soll verhindert werden, dass auf großen Grundstücken, etwa wenn landwirtschaftliche Betriebe aufgegeben würden, keine allzu voluminösen Häuser gebaut werden. Im vorliegenden Falle würde sich an den Dimensionen des Wohn- und Geschäftshauses freilich nichts ändern, wie Bauamtsleiter Jürgen Mößle auf Nachfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dieter Ammicht erklärte. Das Gebäude bleibe wie gehabt erhalten, es würden lediglich sechs Wohnungen eingebaut. Am Erscheinungsbild des Hauses ändere sich also nichts.

Dann verstehe er das Problem nicht, erwiderte Ammicht. Er wie auch Brigitte Mendle (Grüne), Alexander Besdetko (FWL) und Günther Kreiß (CSU) sprachen sich dafür aus, den Bauwunsch zu erfüllen. Allerorten seien Wohnungen gefragt, in einem bestehenden Gebäude neue Wohnungen einzubauen, wirke zudem dem Flächenfraß entgegen, erklärte Kreiß. Die Ratsmehrheit sah das anders. „Wir machen ein Fass auf“, befürchtete der UWG-Fraktionsvorsitzende Horst Galgenmüller. Sein CSU-Gegenüber Volkhard Schreiner sah es ähnlich. Werde das Projekt entgegen den bereits formulierten Zielvorgaben des Bebauungsplans jetzt genehmigt, werde es künftig schwierig, gegen ähnliche Bauvorhaben zu argumentieren oder sie gar abzulehnen, sagte auch Jürgen Mößle.

Bei sechs Gegenstimmen wurde schließlich im Rat beschlossen, die Bauvoranfrage für das Haus an der Weidengasse zurückzustellen und erst den Bebauungsplan für den Riedheimer Ortskern auf den Weg zu bringen.

Die Diskussion ist geschlossen.

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