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Aktion

28.05.2015

Aus altem Baum wird moderne Kunst

Johann Biber zeigt den schwarzen Fleck in den Jahresringen, der wohl eindeutig durch Metall entstanden ist. Rechts im Bild der Baumtorso vor dem Abtransport vom Weiher zum Kunst- und Baumpfad bei der Jungviehweide.
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Johann Biber zeigt den schwarzen Fleck in den Jahresringen, der wohl eindeutig durch Metall entstanden ist. Rechts im Bild der Baumtorso vor dem Abtransport vom Weiher zum Kunst- und Baumpfad bei der Jungviehweide.

Eine dürre Eiche wurde gefällt. Samstags wird sie am Baumpfad in aller Öffentlichkeit von Edwin Karl bearbeitet

Eine alte Eiche am Waldrand des Illertisser Weihers war abgestorben und musste aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Als Baumkunstwerk soll sie weiterleben. Wer dem Entstehungsprozess zuschauen will, kann dies am Samstag, 30. Mai, von 9 bis 13 Uhr beim Illertisser Kunst- und Baumpfad vor der Staudengärtnerei tun. Acht Hobbyschnitzer gesellen sich dazu und wollen mit eigenen Arbeiten zum Künstlerflair beitragen.

Um den etwa 200 Jahre alten Baum zu fällen, mussten Bauhofleiter Johann Biber und Förster Bernd Karrer einigen Aufwand betreiben. Und weil den beiden Naturliebhabern der 7,5 Tonnen schwere Baumriese mit einem Durchmesser von 1,20 Meter leidtat, soll er als Baumkunstwerk mit Betonsockel am Weiher wieder aufgestellt werden. Für die Arbeit wurde der anerkannte Holzschnitzer Edwin Karl beauftragt, die Stadt übernimmt das Künstlerhonorar und als „Werkstatt“ erscheint Karrer und Biber der Kunst- und Baumpfad bestens geeignet. Karrer: „Ich rechne mit zwei Tagen Arbeitszeit, da wäre die Lärmbelästigung am Weiher zu groß.“ Um den Riesen ohne Risiko zu Fall zu bringen, bedurfte es eines vier Meter hohen Gerüstes rund um den Stamm sowie einer Motorsäge mit einem Schwert von einem Meter Länge. Nachdem die Krone entfernt war, wurde der Eichentorso während des Sägens von einem Autokran abgesichert. Anschließend schwebte der Rumpf über den Baumkronen und wurde auf einen Anhänger zum Abtransport in die luftige „Künstlerwerkstatt“ am Waldrand gehievt. Hobbyschnitzer unter Regie von Forstwirtschaftsmeister Thomas Freimiller aus Ritzisried helfen mit, dass Interessierte für Holzkunst, bei der die Motorsäge zum Einsatz kommt, am Samstag auf ihre Kosten kommen. Ebenso profitiert Karrer, indem er Baumstümpfe entlang des Pfads zur Verfügung stellt und somit dessen künstlerische Gestaltung bereichert.

Außerdem wurden von der Eiche zwei Baumscheiben abgetrennt und zum Feinschliff in den Bauhof gebracht. „Wir werden die Jahresringe zählen“, sagt Biber, „und daran mit Stecknadeln wichtige historische Ereignisse von Illertissen markieren.“ Die Ringe verlaufen sehr gleichmäßig, was auf eine gute Versorgung mit Wasser und Luft hinweise, so Karrer. Ein Fixpunkt für die hölzernen Annalen steht schon fest, wie Biber findet: „Der schwarze Fleck deutet auf Metall hin, vielleicht aus dem Krieg ein Granatsplitter, der von der aggressiven Gerbsäure angegriffen wurde.“

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