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Altenstadt

01.02.2018

Bunte Vögel mischen seit 40 Jahren mit

Diese Aufnahme zeigt die bunt gefiederte Faschingsgruppe bei einem der ersten Altenstadter Faschingsumzüge in der Memminger Straße auf Höhe des Gasthauses Rössle. Auch heuer sind die „Schellavegl“ wieder mit dabei.
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Diese Aufnahme zeigt die bunt gefiederte Faschingsgruppe bei einem der ersten Altenstadter Faschingsumzüge in der Memminger Straße auf Höhe des Gasthauses Rössle. Auch heuer sind die „Schellavegl“ wieder mit dabei.
Bild: Sammlung Sattler

Die „Altastadtr Schellavegl“ sind eine der ältesten Faschingsgruppen in der Marktgemeinde. Wie sich das Narrentreiben in den Jahrzehnten verändert hat.

Die „Altastadtr Schellavegl“ ziehen seit 40 Jahren mit bunt gemustertem Gefieder und lautem „Geschelle“ auf diversen Faschingsumzügen durch die Region. Damit gehört die Faschingsgruppe zu den ältesten Formationen im Markt Altenstadt. Zu den Gründungsinitiatoren gehörten Hannelore und Wolfgang Sattler, die sich an erlebnisreiche Jahre seit der Gründung im Jahr 1978 erinnern.

„Zu unserer Zeit war der Fasching in Altenstadt immer lustig und friedlich“, erläutert Hannelore Sattler. In den Anfangsjahren sei man mit dem Faschingsumzug noch in Illereichen oben gestartet und habe dann eine große Runde durch Altenstadt gemacht. Anfangs haben die Mitglieder Glühwein und Würstchen verkauft, um das neue Häs, also die Kleidung der Narren, finanzieren zu können. Farbig sollte es sein und laut hörbar dazu. Und das wurde es auch: Man nehme ein „Fleckleshäs“ in den Farben Gelb, Grün, Schwarz, Rot und Blau. Dazu noch ein „Ranzariema“ – also ein Gurt um den Bauch – mit großen „Schella“ und ein Voglkopf mit gelbem Schnabel und fertig waren die „Altastadtr Schellavegl“.

Auch heute noch treten die Narren in ihrem bunten Gefieder auf. Das Häs ist nach Ansicht von Hannelore Sattler schön warm und weit genug, damit die Narren auch bei kalter Witterung dicke Kleidung darunter anziehen können. Denn es sei nicht selten gewesen, dass bei Umzügen der Orangensaft im Glas gefroren ist. Rund 200 Euro kostet ein komplettes Häs. Um die Kleidung selbst herstellen zu können, wurde viel Zeit investiert und Fantasie eingebracht. Für die Produktion der bunten Flecken wurden beispielsweise eigene Stanzmesser gefertigt, anfangs noch in der Schleiferei der Firma Winkle. Gestanzt wurde im Keller der Familie Sattler.

Nachdem die Feuerwehr damit aufgehört hatte, haben die „Schellavegl“ zeitweise sogar den Altenstadter Maibaum aufgestellt. Damals stand der Maibaum in der Ringstraße beim Gasthaus Rössle. Eine Institution war über viele Jahre hinweg auch das „Schellavegl Fest“. Vor mehr als zehn Jahren hat diese Tradition ein Ende gefunden. Einerseits seien die großen Zeltfeste populär geworden und andererseits hatte die Faschingsgruppe nicht genug Mitglieder, um so große Feste stemmen zu können.

Momentan zählt die Gruppe 30 Mitglieder, darunter überwiegend Kinder und Jugendliche. 25 Mitglieder waren es in der Anfangszeit. Prominentestes Neumitglied ist Pfarrer Benjamin Beck, der mit den „Schellavegl“ am diesjährigen Faschingsumzug am Sonntag teilnehmen wird. Gerufen wird dann: „Altastadtr Schellavegl raa, raa, raa schellat wia ma schella ka“.

Eines ist seit jeher gleich geblieben: Die Faschingsgruppe hat sich nie ein festes Organisationsschema gegeben. „Wir sind keine Narrenzunft und kein eingetragener Verein und haben auch keine Vorstandschaft“, sagt Hannelore Sattlers Sohn Rainer, der in der Anfangszeit schon im Kinderwagen an den Umzügen mitgenommen wurde.

Hannelore Sattler, die selbst 25 Jahre mit in der Faschingsgruppe aktiv war, erinnert sich an fröhliche Faschingsumzüge in Altenstadt während der Anfangszeit. Es sei damals eigentlich nie zu Aggressionen oder Schlägereien gekommen. Wolfgang Sattler sagt, dass damals meist Bier, Sekt und Glühwein getrunken wurde und kaum Schnaps oder anderer, hochprozentiger Alkohol. Zudem verteilte sich das Faschingsreiben auf den ganzen Ort. Alle Gaststätten hatten geöffnet und die Menge an Hästrägern, Faschingsnarren und Umzugsbesuchern verteilte sich weitläufig. Heute verteile sich das Faschingstreiben auf wenige Festplätze und große Menschenansammlungen entstünden. Im dichten Gedränge komme es leichter zu Schlägereien und negativen Auswüchsen.

Für die bunt gefiederte Gruppe steht natürlich der Spaß am Fasching im Vordergrund. Jahrelang haben sich die Narren sogar eigene Tänze mit Choreografien ausgedacht. Ein Renner war auch der Vogeltanz, der über Jahre hinweg populär war und bestens zu den „Schellavegl“ gepasst hat.

In diesem Jahr ist es den „Schellavegl“ ein Anliegen, die Umzugsteilnehmer schon bei der Aufstellung des Zugs zu verpflegen. Der Stand ist deshalb am Schlackenmühlenweg postiert.

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