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Illertissen

24.04.2019

Das bisschen Haushalt? – Gabriele Bergmeir zeigt Praktikanten, wie es geht

Gabriele Bergmeir hat über Jahrzehnte einmal pro Woche Berufspraktikanten in ihrem Haushalt mitwerkeln lassen.
Bild: Regina Langhans

Gabriele Bergmeir hat sich mehr als 30 Jahre für eine besondere Nebentätigkeit zur Verfügung gestellt und Praktikanten das richtige Haushalten gezeigt. Sie erinnert sich gern zurück.

Manche sehen es nur als ein „bisschen Haushalt“ – dabei ist es eine ernst zu nehmende Tätigkeit und Prüfungsaufgabe, bei der man durchfallen kann. Gabriele Bergmeir, 65 Jahre, gehört zu jenen, die mit ihrem Haushalt Praktikanten der Berufsschule zur Verfügung stehen, die dort die Ausbildung zur „staatlich geprüften Helfern für Ernährung und Versorgung“ machen. Nach fast 35 Jahren nimmt die engagierte, gelernte Pädagogin in der Berufsschule Abschied. Dass es für sie nicht mit dem „bisschen Haushalt“ getan war, davon erzählt die Illertisserin gerne.

Viele Missglückte Kochversuche wurden gerettet

Spontan fällt ihr die Geschichte mit dem Putengeschnetzelten ein: Da hatte eine Praktikantin ihre Anweisungen wohl missverstanden und einfach alle Zutaten in die Sauce geworfen. Mit etwas Geschick habe sich das Gericht aber noch retten lassen.

Zunächst aber zum Berufsbild, das für viele ein Sprungbrett darstelle, auch für Flüchtlinge, die dabei lernen und kennenlernen könnten: Wer die zweijährige Ausbildung zur geprüften Haushaltshelferin machen will, muss für ein Jahr einmal wöchentlich in einem größeren Haushalt mitarbeiten. Bergmeir informiert: Familien ab drei oder vier Personen aufwärts, in denen die Hausfrau viel und gerne koche, würden sich als Praktikumsplatz eignen. „Es geht darum, dass die Berufsschüler den Alltag kennenlernen, vom Einkauf bis zur Mithilfe im Garten.“ Obgleich das Kochen im Vordergrund stehe, sagt Bergmeir. Diesbezügliche praktische Erfahrung, Rezeptideen, festliche Anlässe – das reiche aus, um Jugendliche im zweiten Lehrjahr in der Familie aufzunehmen. Die Expertin warnt aber auch: „Es gibt auch Haushalte, die Praktikanten mit Putzhilfen verwechseln, das darf nicht sein.“ Die Jugendlichen sollten dazulernen, ihr Schulwissen in der Familie erproben.

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Die Illertisserin bringt jungen Leuten gerne etwas bei

Bergmeir sagt, dass sie ein Lehramtsstudium absolviert, aber für ihr Leben gerne gekocht habe. Als sie beschloss, für ihre fünfköpfige Familie daheim zu bleiben, lag der Gedanke nahe, Berufspraktikanten aufzunehmen. Lehrpläne einhalten, Schwerpunkte setzen, junge Menschen für etwas begeistern, das hatte sie ja gelernt.

Interessant findet sie, dass in den zurückliegenden Jahren mehr junge Männer in ihre Familie gekommen sind. „Wenn sie ein Faible für Kochen und Haushalt entwickeln, ist das doch eine gute Sache“, sagt sie. Gerne denkt sie an eine Schülerin aus Polen zurück: „Sie war leicht zu begeistern, hat daheim vieles nachgekocht und mir davon erzählt. Taten sich die Praktikanten beim Ausfüllen ihrer Hefte schwer, half Bergmeir auch dabei mit. Nun zieht sie sich etwas zurück, auch ihr Haushalt ist ja kleiner geworden. Die Berufsschule sucht jetzt neue Praktikumsplätze, bevorzugt in Illertissen, da die Schüler selten motorisiert seien, sagt Bergmeir.

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