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Bürgermedaille

03.01.2020

Die Babenhauser Theaterlegende

Gabriele Waltenberger ist eine Babenhauser Schauspielgröße.
Bild: Settele

Gabriele Waltenberger stand ein halbes Jahrhundert auf der Bühne. Aber sie engagierte sich auch anderswo

Als 17-Jährige stand Gabriele Waltenberger erstmals auf der Bühne im Theater am Espach. Seit einem halben Jahrhundert tritt sie dort nun auf. Erst eine schwere Erkrankung, von der sie sich weitgehend erholt hat, beendete vergangenes Jahr ihre Bühnenkarriere abrupt. Noch bedeutender ist aber die Tatsache, dass sie über all die Jahre Verantwortung für den Babenhauser Theaterverein übernahm, davon allein 40 Jahre als Zweite beziehungsweise Erste Vorsitzende. Für ihre Verdienste um die Babenhauser Theaterkultur erhält sie beim Neujahrsempfang die Bürgermedaille.

Als Gabriele Waltenberger vor nunmehr 51 Jahren die Bühne betrat, war ihre Theaterkarriere im Fuggermarkt nicht absehbar. Allerdings wurde ihr die Schauspielleidenschaft in die Wiege gelegt, hatten doch einige Familienmitglieder Theaterabos und nahmen sie bereits als Siebenjährige zu Aufführungen mit. Im Lauf der Jahrzehnte schlüpfte sie in 28 verschiedene Rollen. Dabei reichte die Palette vom schüchternen Hausmädchen über die dominierende Dame des Hauses bis hin zum Männer-mordenden- Vamp. Damit ist sie die Schauspielerin, die in der über 150-jährigen Geschichte des Babenhauser Theatervereins die meisten Rollen verkörperte. Aus Anlass ihres 50-jährigen Bühnenjubiläums titelte die Illertisser Zeitung im vergangenen Jahr: „Vom Zimmermädchen zur Theaterchefin“.

Im Jahr 1978 übernahm sie Verantwortung und das Amt der Zweiten Vorsitzenden des Theatervereins. In diese Zeit fiel auch der kleine Umbau des Hauses am Espach, an dem sie laut Bürgermeister Otto Göppel „maßgeblich beteiligt war.“ Elf Jahre später wurde sie Vorsitzende. Gewissenhaft und mit viel Leidenschaft trug sie diese Verantwortung für den Verein.

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Und in ihre fast 30 Jahre als Vereinschefin fielen zahlreiche Entscheidungen, welche die Babenhauser Theaterwelt nachhaltig prägten. Die größte Herausforderung war nach Waltenbergers Worten die Sanierung des Gebäudes im Jahr 1986, gab es doch damals nur zwei Alternativen, nämlich die Sanierung oder den Abbruch. Vehement hatte sie sich für den Erhalt des Hauses bei den Markträten eingesetzt. Schließlich ging es um ein Finanzvolumen von über einer Million Mark.

Letztendlich überzeugte sie die Verantwortlichen, dass es sich lohnt, dafür so viel Geld in die Hand zu nehmen. Zwar verstand sie nach ihren eigenen Worten nichts vom Bau, sei aber trotzdem fast täglich auf der Baustelle gewesen. Nicht zuletzt durch ihre Hartnäckigkeit wurde aus dem alten Bau ein Schmuckstück unter Schwabens Theatern. Über all die Jahre war sie für die Stückeauswahl verantwortlich, wobei sie stets darauf achtete, dass sie sich von anderen Bühnen deutlich unterschieden. Dazu engagierte sie stets professionelle Regisseure, um das Niveau zu halten. Hinzu kamen zahlreiche Workshops, die oftmals in Theaterausflüge eingewoben waren. Auf ihre Idee gehen auch die Theaterstammtische zurück, die Monat für Monat Schauspieler und Theaterfreunde verbinden.

Blieb ihr noch Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen? Nicht vielen ist ihre Tierliebe bekannt. So betätigt sie sich nicht nur als „Katzenmama“ in ihrem Zuhause, sondern ist auch Mitglied im Verein der „Zoofreunde des Augsburger Zoos“, in dem sie auch eine Tierpatenschaft übernommen hat. Doch auch im Tierschutzverein engagierte sie sich. Als dieser vor einigen Jahren in Schieflage geriet, zeigte sie als Zweite Vorsitzende Flagge.

Und wie kommt es, dass viele Leute im Fuggermarkt sie nur als „Cheesy“ kennen? Das sei ganz einfach zu erklären: „Meine Eltern hatten ein Geschäft, in dem Milch und Käse verkauft wurden. Und in meinen jungen Jahren fiel Martin Gleich nichts Besseres ein, als mich Cheesy zu nennen. Das blieb hängen. “

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