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Klosterbeuren

21.06.2020

Die Feuerwehr Klosterbeuren setzte schon früh auf den eigenen Nachwuchs

Das älteste erhaltene Foto der Jugendfeuerwehr Klosterbeuren zeigt deren Mitglieder Anfang der 70er-Jahre zusammen mit dem damaligen Kommandanten Jakob Schlögel senior und Stellvertreter Jakob Nägele. Der heutige Kreisbrandinspektor Jakob Schlögel ist ganz links zu erkennen.
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Das älteste erhaltene Foto der Jugendfeuerwehr Klosterbeuren zeigt deren Mitglieder Anfang der 70er-Jahre zusammen mit dem damaligen Kommandanten Jakob Schlögel senior und Stellvertreter Jakob Nägele. Der heutige Kreisbrandinspektor Jakob Schlögel ist ganz links zu erkennen.
Bild: Feuerwehr Klosterbeuren/Repro Fritz Settele

Plus Die Geburtsstunde der Unterallgäuer Jugendfeuerwehren schlug vor 50 Jahren in dem Babenhauser Ortsteil.

Das Pilotprojekt begann vor 50 Jahren im Babenhauser Ortsteil Klosterbeuren: So beschlossen der damalige Feuerwehrkommandant Jakob Schlögel senior zusammen mit seinem Stellvertreter Jakob Nägele, feuerwehrtechnisches Neuland zu beschreiten. Gemeinsam hoben sie eine Jugendfeuerwehr aus der Taufe. Dieses Pilotprojekt sorgte auf schwäbischer Ebene für viel Furore.

So wurde der Klosterbeurer Wehr beispielsweise die erste Jugendleistungsprüfung auf Bezirksebene übertragen und auch die ersten Jugendzeltlager wurden wohlwollend begleitet. Positiver Nebeneffekt der Jugendfeuerwehrgründung für die Ortsfeuerwehr: In dem halben Jahrhundert, seitdem die Gruppe nun schon besteht, wechselten weit mehr als 100 Nachwuchsfeuerwehrler in den aktiven Dienst.

Klosterbeuren hat die älteste Jugendfeuerwehr im Unterallgäu

Dokumentiert ist die Geschichte der ältesten Jugendfeuerwehr im Unterallgäu durch eine reich bebilderte Chronik. Dort steht unter anderem der Satz, dass es sich um eine „Testgruppe des Regierungsbezirks Schwaben handelt“, der sich Mitte 1970 neun Jugendliche anschlossen. Und bereits ein Jahr später, am 11. Mai 1971, legten diese die neu eingeführte Jugendleistungsprüfung unter Anwesenheit zahlreicher Vertreter hochrangiger Feuerwehrdienstgrade erfolgreich ab.

Die Feuerwehr Klosterbeuren setzte schon früh auf den eigenen Nachwuchs

Dies bewies gleichzeitig die gute Schulungsarbeit durch die örtlichen Ausbilder. Feuerwehrtechnische Grundkenntnisse wurden abgefragt und mussten in ihrer praktischen Umsetzung fehlerfrei vorgeführt werden. Doch von Anfang an stand auch das gesellige Beisammensein im Mittelpunkt. Kein Wunder also, dass das erste Zeltlager der Jugendfeuerwehr bereits 1972 in Klosterbeuren stattfand und später zu einer festen Einrichtung im Landkreis Unterallgäu wurde. Da Klosterbeuren in den Gründerjahren noch dem Landkreis Illertissen angehörte, war es selbstverständlich, dass auch Illertisser, aber auch Memminger Nachwuchs-Feuerwehrler in den folgenden Jahren eingeladen wurden. Kreisbrandinspektor Jakob Schlögel sprach gegenüber unserer Redaktion von „legendären Veranstaltungen“.

Und er muss es ja wissen, gehörte er doch der ersten Klosterbeurer Jugendfeuerwehr an. Nur folgerichtig, dass er 1975 das Amt des örtlichen Jugendwarts übernahm, dem einige Jahre später das neu eingeführte Amt des Kreisjugendwarts im Unterallgäu folgte. Anschließend wurde ihm die Aufgabe als Kreisbrandmeister und schließlich als Kreisbrandinspektor, das er noch heute ausübt, übertragen.

Die Jugend belegte Spitzenplätze bei Leistungsprüfungen

Doch nicht nur Schlögel machte in der Klosterbeurer Wehr und darüber hinaus „Karriere“. So wurden zahlreiche Führungsposten an ehemalige Jugendfeuerwehrler vergeben, darunter auch an Robert Sigg als derzeitigem Kommandant. Mit Diana Schedl steht eine Frau an der Spitze des Klosterbeurer Feuerwehrvereins, deren Tochter Nadine im Jahr 2000 als erstes Mädchen in die Jugendfeuerwehr übernommen wurde. Diana Schedl erinnert sich noch daran, wie steinig der Weg war, bis die Männerdomäne bei der örtlichen Wehr gebrochen wurde. Ihr selbst blieb jahrelang der Zugang zur aktiven Feuerwehr versagt. Eine Voraussetzung, das Vorsitzendenamt im Jahr 2018 zu übernehmen, war, dass mit Karola Gutschka eine Stellvertreterin zur Seite gestellt wurde, die bereits Feuerwehrluft – von klein auf – geschnuppert hatte.

Kreisbrandinspektor Schlögel ist stolz darauf, dass auch noch nach 50 Jahren eine Jugendfeuerwehr in Klosterbeuren aktiv ist. Es könne doch nur auf diesem Weg die Aktiventruppe Jahr für Jahr mit frischen Kräften versorgt werden, sagte er. Und er verweist auf Spitzenplätze der Klosterbeurer Jugendfeuerwehr bei Leistungsprüfungen. So qualifizierten sie sich beispielsweise 1991 als erstes Unterallgäuer Team für den Landesentscheid, bei dem sie Rang 7 belegten und nur ganz knapp den Sprung zum Bundeswettbewerb verpassten. Spitzenergebnisse bei den Prüfungen zur „Jugendflamme“ oder der „Deutschen Jugendleistungsspange“ unterstreichen den positiven Trend.

Ach ja: Gefeiert werden soll das Jubiläum auch noch. Wegen der derzeitigen Corona-Lage hat sich der Feuerwehrverein aber dazu entschlossen, die öffentlichen Feierlichkeiten auf 2021 zu verschieben.

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