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Versammlung

03.12.2015

Feuerschützen rücken nach Streit wieder zusammen

Der Vorsitzende der Dietershofer Schützen, Florian Schmid, (Mitte) ist froh, dass sich Rupert Schindele (links) und Michael Weber (rechts) noch ein weiteres Jahr um die Belange der Kompanie kümmern.
Bild: Dagmar Falzboden

Nach turbulenten Zeiten stehen die Zeichen beim Dietershofer Verein nun auf Neuanfang

Die Jahresversammlung der Dietershofer Feuerschützen begann emotional: Sowohl Hauptmann Rupert Schindele, der Vorsitzende Florian Schmid sowie seine Stellvertreterin Franzsika Schwehr baten die Mitglieder, respektvoll miteinander umzugehen. Schwehr hatte sogar ein Friedenslicht aufgestellt. „Wie soll das in der Welt funktionieren, wenn es hier schon nicht funktioniert in diesem Kreis eine Einheit zu bilden?“, gab sie vor dem Hintergrund der Pariser Terroranschläge zu bedenken.

Anlass war der seit eineinhalb Jahren andauernde Streit einiger Mitglieder, dem der Rücktritt von Hauptmann Peter Zint folgte (wir berichteten). Bei einer außerordentlichen, nicht öffentlichen Mitgliederversammlung vor einigen Wochen sollte bereits ein Nachfolger für Zint gefunden werden. Nach langen Diskussionen war man aber übereingekommen, bei der nächsten Jahresversammlung einen Nachfolger zu wählen. Ein Jahr, bevor turnusgemäß Wahlen anstehen.

Vorsitzender Florian Schmid hatte bei seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden im Oktober die Bedingung gestellt, dass sich alle Beteiligten der Fehde für gemachte Fehler entschuldigen sollten. Hauptmann Rupert Schindele, der die Kompanie seit Zints Rücktritt kommissarisch leitet, sprach aus, was viele Mitglieder denken: „Es muss endlich Schluss sein mit diesem Thema, wir sind ein Verein, das heißt Kameradschaft und Miteinander.“

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Während der Jahresversammlung sollte nun jeder die Möglichkeit haben, sich zu den Streitigkeiten noch einmal zu äußern, „ab morgen will ich davon nichts mehr hören“, so Schindele. Was dann folgte, machte die Anwesenden aber erst mal sprachlos. Ehrenhauptmann Michael Betz, dem die Entscheidung von Zint vor eineinhalb Jahren, zwei Burschen als Schanzer bei einem Umzug mitlaufen zu lassen, sauer aufgestoßen war, gab den Feuerschützen seine Ernennungsurkunden zurück. „Ich sehe keinen Grund mich zu entschuldigen, ich bin kein Feuerschütze mehr, ich gebe den Ehrenkommandant ab“, sagte Betz und verließ die Versammlung.

Was folgte, waren Debatten und zum Teil gegenseitige Schuldzuweisungen. Viele Mitglieder waren sich jedoch einig, dass diese fehl am Platze seien. Es seien Fehler gemacht worden, daraus sollten alle lernen, so der Tenor. Nun sei es wichtig, wieder zusammenzurücken. Dem schlossen sich auch Schindele und Schmid an. Beide baten darum, dass künftig nicht am Stammtisch das Gespräch gesucht werde.

Eigentlich sollte während dieser Jahresversammlung ein Hauptmann sowie Beisitzer – Josef Wegele war aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten – gewählt werden. Dies wurde nun allerdings erneut verschoben – bis zur turnusgemäßen Wahl. So wird Rupert Schindele mit Michael Weber als Stellvertreter die Kompanie ein weiteres Jahr führen. Bis dahin sollten sich alle Gedanken machen, wie es an der Spitze weitergehen soll.

Dass im vergangenen Jahr aber nicht nur diskutiert wurde, zeigte Schindele in seinem Jahresbericht. Neben zahlreichen Auftritten bei Geburtstagen trat die Kompanie auch zum Veteranengedenken, zum Kirchenumzug beim Gauschießen und zur Böllerwallfahrt in Maria Vesperbild an. 2016 ist wieder eine Formalausbildung für alle Feuerschützen geplant. Außerdem stehen die Teilnahme am Gauschützenumzug in Oberschönegg und beim schwäbischen Böllerschützentreffen in Breitenthal auf dem Programm. Auch eine Fahrt nach Brüssel zur Ernennung von Georg Nüßlein zum Ehrenoberleutnant ist in Planung.

Florian Schmid gab noch bekannt, dass Alois Miller aus gesundheitlichen Gründen aus der Kompanie ausscheidet. Aber auch das Thema Jugendförderung stand auf dem Programm. So soll sich künftig eine Person um über 21-Jährige kümmern, die der Kompanie beitreten wollen. Außerdem soll die Einkleidung der Trommler in Angriff genommen werden. Wenn die Kosten dafür bekannt sind, soll entschieden werden, welchen Betrag der Verein übernimmt. „Es sind bereits 500 Euro, die der verstorbene Hubert Zott anstelle einer Geburtstagsfeier für diesen Zweck gespendet hatte, vorhanden“, so Schmid. (fada)

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