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11.03.2009

Frühjahrsputz im Garten - mitten im Schnee

Altenstadt Zum "Baumbutza" haben sich knapp 20 Interessierte im Garten von Margarethe und Kilian Schregle in Altenstadt eingefunden. Geduldig und erwartungsfroh stapften alle Teilnehmer bei anfangs leichtem Schneetreiben durch den rund 20 Zentimeter hohen Schnee, um am Pflegekurs für Obstgehölze teilzunehmen.

"Der Kurs findet bei jedem Wetter statt", sagte Gartenpfleger Johann Link kompromisslos. An schönen Tagen seien es schon mal 50 Teilnehmer. Doch das sei zu viel. "Heute ist es von der Menge der Leute her gesehen gerade recht", meinte Link und versuchte, den Schneemassen, die zuerst von den Bäumen geschüttelt werden mussten, etwas Gutes ab zu gewinnen.

Die Teilnehmer nahmen es gelassen und hörten dick eingemummt mit Gartenschere in der Hand auf die fachkundigen Anweisungen von Rudolf Siehler, der als Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege im Landratsamt tätig ist. Und der hatte gleich ein Rezept für die Nutzung der üppigen Schneemassen bereit. Demnach soll man das Gartengewächshaus mit viel Schnee füllen. Die weiße Pracht gibt dann die Feuchtigkeit langsam und gleichmäßiger an den Boden weiter, wie das beim Gießen der Fall sei.

Birne und Wein gehört die Zukunft

Frühjahrsputz im Garten - mitten im Schnee

"Der Apfel ist das häufigste Obst in unseren Breiten und wird vom Menschen schon seit Jahrtausenden gezüchtet", berichtete Siehler. Die Zukunft gehöre allerdings der Birne und der Weinrebe: "Es wird einfach immer wärmer bei uns."

Nachdem zwei Bäume ausgelichtet und zurückgeschnitten waren, referierte Siehler bei einer wärmenden Kaffeepause über die Hygiene beim Pflegeschnitt. So sei es wichtig - um die Übertragung von Keimen und Pilzen von Baum zu Baum zu vermeiden - die Gartenschere mit 70-prozentigem Spiritus zu reinigen.

Der Feuerbrand stelle im Winter noch keine Gefahr dar. Wie Johann Link berichtete, hat es davon im vergangenen Frühjahr noch drei Fälle im Markt Altenstadt gegeben. Hier sei es notwendig, dass ein Gartenpfleger die Früherkennung vor Ort übernimmt und das infizierte Baumreis wegen der hohen Ansteckungsgefahr an Ort und Stelle verbrennt.

Der Baumschnitt selbst soll bei frostfreiem und trockenem Wetter bis Ende März durchgeführt werden. Begonnen werden soll mit Steinobst. "Starkwüchsige Obstbäume kommen am Schluss dran", meinte Rudolf Siehler. Diese würden dann nicht so stark austreiben.

Viele Häuslebauer brauchen Tipps für den Garten

Währenddessen war Raphael Bayrle dabei, die Wunden, die durch das Abschneiden größerer Äste entstanden sind, mit Baum-Pflaster zu schließen. Der junge Mann will die bislang von seiner Mutter gepflegten Obstbäume weiter hegen.

Andere Teilnehmer hatten ein Haus gebaut und wollten beim Schnitt der neu gepflanzten Bäumchen nichts falsch machen.

Zu den mutigen Teilnehmern gehörte Ulrich Ganser, der sich mit der Säge in der Hand daran machte, bereits auch größere Äste auszulichten.

"Im Frühjahr sitzen wir hier inmitten einer traumhaften Blütenpracht", erläuterte Gartenbesitzer Kilian Schregle, der sich umgeben von 20 Obstbäumen im ruhig gelegenen Garten ein idyllisches Kleinod geschaffen hat.

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