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Illertissen

09.10.2018

Junge Künstler machen Saal des Kollegs zum Jazztempel

Das Landesjugendjazzorchester Bayern brachte Bewegung in den Festsaal beim zweiten Konzert des Festivals „Junge Künstler – Stars von morgen“.
Bild: Langhans

Landesjugendorchester bringt Festivalbesucher in Illertissen in Bewegung.

Dass junge Nachwuchsmusiker rund 350 Zuhörer mitreißen können, haben am zweiten Konzert nach der Eröffnung des Festivals „Junge Künstler – Stars von morgen“ 15- bis 25-jährige Jazzmusiker im Illertisser Festsaal des Kollegs bewiesen. Das Landesjugendjazzorchester leitet Harald Rüschenbaum. Es versteht sich nicht als Ensemble mit festem Programm, sondern als dazulernendes Orchester. „Es hängt von der Wahrnehmung untereinander ab, ich kann den Ton ’a‘ so oder so spielen“, sagte der Dirigent.

Das Konzert begann mit der Probe aufs Exempel: Rüschenbaum ließ nicht nur Musiker und Sänger ihr gemeinsames „a“ finden, auch das Publikum sollte es laut nachsingen. Schnell war klar, die Jazzer wollten ihr Publikum mitziehen – und kamen toll an. Wie bei Sessions üblich. Sie gaben sich einen Rahmen aus Standards und Arrangements mit viel Raum für Improvisation, Soli und großem Big-Band-Sound. Den gab es, als das Ensemble mit rund 30 Mitwirkenden zusammen mit dem Sängerquartett „The Sharpest“ in Harmonien schwelgte.

Am Beispiel des vielgehörten Standardstücks „Take 5“ – ein Muss im Repertoire eines jeden Jazzers – führten die Musiker ihr weitgefasstes Verständnis von Jazz vor. Rüschenbaum, der auch die Moderation übernahm, hatte es kaum angekündigt, als die Sänger mit allerlei stimmlichen und akustischen Mitteln – letztlich ihrem ganzen Körper – Takte vorgaben und Melodiefragmente anklingen ließen. Nach und nach setzten Trommel, Percussion, die anderen Instrumente und zuletzt das Saxofon ein, wobei jedes Register sein Solo bekam.

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Die jungen Jazzfreunde führten exzellent vor, wie vermeintlich abgedroschene Melodien in fantasievoller Besetzung und individuellen Variationen aufs Neue mitzureißen vermögen. Tolles Improvisieren eben, wobei die Jugendlichen vielfach ohne Unterstützung von Noten auskamen.

Ihr Programm enthielt Titel wie „Chicken“ (von Pee Wee Ellis) oder „I Wish“ (Stevie Wonder) in Arrangements von Karsten Gorzel. Letzteres trug das Quartett unter Tobias Lux als A-cappella-Version mit viel Timbre in der Stimme vor. Oder vom selben Arrangeur „Agua de Beber“ (von Antonio Carlos Jobim), wobei sich die Zuhörer nach Brasilien versetzt sahen.

Der Song „Ulla in Africa“ von Peter Herbolzheimer ließ den genannten Kontinent anklingen. Das wiederum mit viel Improvisation umspielte „Birdland“ (Joe Zawinul) – von Gorzel arrangiert – verlieh dem mitreißenden Konzertabend dann noch einen stimmungsvollen Ausklang.

Harald Rüschenbaum, Schlagzeuger und seit 1993 künstlerischer Leiter des Landesjugendjazzorchesters, ist Motor, Animateur und Pädagoge zugleich. Er drückt dem sich Jahr für Jahr neu formierenden Orchester mit wechselnden Auftrittsorten hörbar seinen Stempel auf. Eine angenehme Ergänzung bildete dazu das Sängerquartett, geführt von Tobias Lux.

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