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18.04.2016

Marktrat schafft einen Präzedenzfall

Die auf der Klosterbeurer Dorfstraße vorhandene Baulinie soll weiterhin erhalten bleiben, auch wenn das Gebäude im Vordergrund links abgebrochen wird. Dafür sollen zwei noch zu pflanzende Bäume sorgen.
Bild: Fritz Settele

In Klosterbeuren darf auch neben der „praktisch vorhandenen Baulinie“ ein Haus errichtet werden

Im zweiten Anlauf meisterte ein Bauvorhaben in Klosterbeuren den Babenhauser Marktrat. Es handelt sich um ein Einfamilienhaus mit Garage an der Dorfstraße 13. Dabei drehte sich die Diskussion nicht um die Gestaltung, sondern um die Lage auf dem betreffenden Grundstück. Es soll nämlich in der nordöstlichen Grundstücksecke errichtet werden. Und damit fällt dieses Bauvorhaben aus der Baulinie der dort überwiegend früher landwirtschaftlich genutzten Häuser.

Den Markträten war deshalb bewusst, dass hier ein Präzedenzfall für zukünftig ähnlich gelagerte Bauvorhaben geschaffen würde. Bürgermeister Otto Göppel machte klar, dass das Grundstück nicht im Umgriff eines Bebauungsplans liegt. Im Flächennutzungsplan ist lediglich Mischgebiet festgesetzt. Und dort sei Wohnbebauung erlaubt.

Eine Eigenart der Dorfstraße an dieser Stelle ist die „praktisch vorhandene Baulinie“, auf der alle Gebäude von Hausnummer 11 bis 21 auf der einen und von 14 bis 26 auf der anderen Straßenseite stehen. Lediglich das Haus an der Dorfstraße 28, also weiter südlich, ist wie das fragliche Bauvorhaben etwas zurückgesetzt. Diese Eigenart könne, so Bürgermeister Otto Göppel, bei der „Beurteilung des Einfügens herangezogen werden, wenn die Erhaltung der bestehenden Struktur gewünscht ist“.

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Vor Ort hatten sich die Markträte ein Bild von der Situation machen können. Zudem hatte der Städteplaner Professor Lothar Zettler vorgeschlagen, „in der Flucht der bestehenden Häuser zwei Bäume zu pflanzen und die drei Meter bis zur Straße als Rasen anzulegen“. So würde die Flucht „optisch erhalten“. Zudem könnten die Bauwerber diesen Teil wie gewohnt als Garten nutzen.

Der Klosterbeurer Marktrat Johannes Nägele wies darauf hin, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen werde. Allerdings könne er mit der von Zettler vorgeschlagenen Lösung leben. Jedoch müsse man auch bei zukünftigen Bauvorhaben in diesem Gebiet die Gestaltung entsprechend festlegen. Das ist für Bürgermeister Otto Göppel nur folgerichtig, damit weiterhin eine einheitliche Linie vorhanden ist. Dabei soll der Zusatzgrünstreifen nicht eingezäunt werden und als eine Art Dorfanger fungieren, der von den Grundstückseigentümern gepflegt wird.

Josef Deggendorfer sah zwar keinen Königsweg, aber eine Baulücke wäre eine noch schlechtere Lösung. Dieter Miller zeigte sich froh über den Kompromiss und forderte ebenfalls eine „harmonische Bepflanzung“. Dies unterstützte auch Alfons Müller und schlug als Baumart einen Haselbaum vor. Letztendlich passierte das Bauvorhaben ohne Gegenstimme den Marktrat.

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