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09.06.2009

Mehr als nur das "Doppelte Lottchen"

Babenhausen (clb) - Wer kennt sie nicht, die spannende Geschichte "Emil und die Detektive?" Obwohl dieser Kinderbuch-Bestseller bereits vor 80 Jahren erschienen ist, wird er auch heute noch mit Begeisterung gelesen. Genauso wie "Pünktchen und Anton" und "Das doppelte Lottchen". Dass Verfasser Erich Kästner auch mit humoristischen bis zeitkritischen Gedichten und Büchern zu fesseln versteht, wurde den Besuchern des mittlerweile 14. Literaturabends im Café Fahrenschon rasch klar.

Denn als gelernter Schauspieler verstand es Hausherr Fred Strittmatter ausgezeichnet, den 1899 in Dresden geborenen Schriftsteller, Drehbuchautor und Kabarettisten Emil Erich Kästner für mehr als zwei Stunden lang ins gemütliche Ambiente zu holen.

Gedichte sind in den 20er Jahren entstanden

Bereits das gesellschaftskritische Erzähl-Gedicht "Die Zeit fährt Auto" ließ die Besucher aufhorchen. Obwohl diese hintersinnigen Gedanken bereits in den 20er Jahren entstanden sind, haben sie kaum an Aktualität verloren - im Gegenteil. Denn Erich Kästner beschreibt darin eine "Großstadt-Gesellschaft", die sich "besinnungslos" mit dem Strom der Zeit bewegt, ohne ihn eigentlich beeinflussen zu können: "Doch kein Mensch kann lenken!"

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"Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen", "Wer nicht zur Welt kommt, hat nichts verloren" oder "Ich kam zur Welt und lebe trotzdem weiter" sind Zitate, mit denen sich Erich Kästner einst "in eigener Sache" selbst charakterisiert hat.

Sein feinsinniger Humor zeichnet den Schriftsteller aus

"Die Welt besteht aus Streit und Neid und meistens ist es schade um die Zeit", bilanziert er mit feinsinnigem Humor über die "Entwicklung der Menschheit" oder auch "Die größten Lügen werden nie erkannt".

"Wie sähe er aus, wenn er sich wünschen ließe?", griff Fred Strittmatter die Vorstellungen des vor genau 35 Jahren verstorbenen Schriftstellers über den "13. Monat" auf.

Mit "Hamlets Geist" servierte er mit bewundernswertem Erzählstil sein Lieblingsgedicht von Erich Kästner, ehe er mit einem Ausschnitt aus dem Roman "Fabian" einen zum Schmunzeln anregenden Einblick in das Leben eines "Moralisten mit Humor" gab.

Erich Kästner hat jedes seiner Bücher mit einem Vorwort ausgestattet, erfuhren die Zuhörer und wurden mit "Die Geschichte fängt noch gar nicht an" nicht etwa in das Abenteuer "Emil und die Detektive" eingeführt. Vielmehr durften sie eine andere amüsante Geschichte hören, um nach einer kleinen Pause gemeinsam mit Fred Strittmatter die Jagd des Titelhelden Emil und seiner Freunde nach 140 gestohlenen Reichsmark aufzunehmen.

Die Besucher fühlten sich in die Kindheit zurückversetzt

Auch im Roman "Pünktchen und Anton" fühlte sich mancher Besucher in die eigene Kindheit zurückversetzt. Aber auch Ausschnitte aus dem Kinderbuchklassiker "Das doppelte Lottchen" ließen bei einigen Erinnerungen an spannende Lesestunden und rührselige Gefühle aufkommen.

Damit nach dem Literatur- auch das kulinarische Vergnügen nicht zu kurz kam, servierte Gretel Salzgeber den Besuchern "Palatschinken mit doppelter Füllung".

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