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Ausstellung

14.03.2011

Spitze: Malen mit Nadel und Faden

Traditionellen Handarbeiten haben sich die Mitglieder der Deutschen Spitzengilde verschrieben. Am Wochenende stellte der Verein in Altenstadt aus.
Bild: Foto: zisc

In Altenstadt drehte sich am Wochenende alles um eine alte Handarbeitskunst

Altenstadt „Tradition ist nicht das Halten von Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Bei der Eröffnung der Spitzenausstellung in Altenstadt zitierte der Altenstadter Bürgermeister Wolfgang Höß den englischen Staatsmann Thomas Morus. Dass die Mitglieder der Deutschen Spitzengilde „Feuer und Flamme“ für ihre Sache sind, bewies die umfangreiche und vielseitige Veranstaltung, die der Verein am Wochenende in Altenstadt auf die Beine stellte.

Im katholischen Pfarrheim, in der TSV- und der Schulturnhalle erlebten die Besucher einen schier unüberschaubaren Einblick in die Vielfalt der kreativen Möglichkeiten, was man aus Spitze alles machen kann. In verschiedenen Spitzentechniken wie der Occhi-, Nadel-, Klöppel- oder Häkelspitze konnten etwa kunstvolle und mit großem Zeitaufwand gefertigte Decken und Kleidungsstücke bewundert werden. Daneben bot die Ausstellung meisterhafte, mit Nadel und Faden „gemalte“ Bilder und Gemälde, filigranen Schmuck und in liebevoller Kleinarbeit hergestellte Dekorationsartikel.

„Es ist eine gigantische Ausstellung“, brachte es Hedwig Jutz vom Jedesheimer Heimatverein auf den Punkt. Die Jedesheimerin hat sich wie Waltraud Erlebach aus Vöhringen der Kunst des Klöppelns verschrieben und einige ihrer Exponate ausgestellt. „Es ist fast wie eine Sucht“, erklärte Waltraud Erlebach, während sie diese Kunstfertigkeit vorführte.

Spitze: Malen mit Nadel und Faden

Das Klöppeln ist ein Drehen und Kreuzen mit einer Anzahl von Fäden, aus dem wunderschöne Muster entstehen. Für Laien auf den ersten Blick eine komplizierte Angelegenheit. Doch wer mit dem Klöppeln anfange, so Erlebach weiter, könne nicht mehr damit aufhören und wolle immer wieder Neues ausprobieren.

Modischer Spitzenschmuck aus Edelstahl

Die Fertigkeit, Spitzen herstellen zu können, mag eine alte Handwerkskunst sein. Doch sie ist keineswegs altmodisch. Das zeigte etwa Birgit Härtel, Textildesignerin aus Leipzig. Sie klöppelte aus Edelstahldraht modischen Spitzenschmuck wie Ohrringe, Ringe und Anhänger. Helen und Ludwig Merz aus Saulheim haben sich dagegen den antiken Spitzen verschrieben. Das Ehepaar sammelt Spitzenarbeiten, die teilweise aus dem 17. Jahrhundert stammen. Zarteste Spitzenarbeiten aus Leinen beispielsweise, die heute laut Ludwig Merz gar nicht mehr hergestellt werden können, weil der dazu benötigte Flachs heutzutage nicht mehr angebaut wird.

Für die vielen Besucher aus nah und fern bot die Veranstaltung zudem die Möglichkeit, in Workshops selber aktiv zu werden oder sich mit Handarbeitsmaterialien einzudecken. „Ich müsste 200 Jahre alt werden, damit ich alles, was ich gekauft habe, verarbeiten kann“, gesteht Waltraud Gehring aus Türkheim lachend.

Für die Organisatoren und Veranstalter hat sie nur lobende Worte. Auch was die Örtlichkeiten selber betrifft. Denn für sie als Rollstuhlfahrerin seien alle Ausstellungsräumlichkeiten problemlos zu erreichen gewesen, was sonst nicht selbstverständlich sei. "Seite 35

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