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Unterallgäu

21.08.2019

Unterallgäuer Helferkreise bekommen Crashkurs im Asylrecht

Einen Crashkurs im Asylrecht erhielten Helferkreise im Landratsamt Unterallgäu.
Bild: Frank Rumpenhorst, dpa (Symbolbild)

Worum es im Dialog-Forum der ehrenamtlichen Helferkreise am Unterallgäuer Landratsamt ging.

Eines hat der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather beim Dialog-Forum der ehrenamtlichen Asylhelferkreise betont: „Die konstruktive und vertrauensvolle Kommunikation zwischen den Mitarbeitern des Landratsamts und den ehrenamtlichen Asylhelfern ist enorm wichtig.“ Diesmal informierten Vertreter des Ausländeramts über das Asylverfahren – und räumten Missverständnisse aus, insbesondere rund um die Identitätsklärung: Ist die Identität eines Flüchtlings geklärt, bedeutet das nicht, dass dieser nun schnell abgeschoben wird. Im Gegenteil: Dies öffnet der Behörde in vielen Fällen oftmals erst die Möglichkeit, einen legalen Aufenthalt herzustellen und Arbeits- oder Ausbildungserlaubnisse zu erteilen.

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Zunächst beleuchtete Tobias Ritschel, Leiter des Ausländeramts, den Ablauf des Asylverfahrens. Über dieses entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Fällt die Entscheidung positiv aus, erhält der Betroffene einen Aufenthaltstitel. Fällt sie negativ aus und hat auch eine hiergegen gerichtete Klage keinen Erfolg, dann muss die zuständige Ausländerbehörde die Rückführung in die Wege leiten.

In einigen Fällen kann die Ausländerbehörde eine Duldung für eine Berufsausbildung oder Beschäftigung erteilen. Ob eine Beschäftigung erlaubt wird, hänge auch davon ab, wie sich die betroffene Person verhält: Zum Beispiel werde positiv gewertet, so Ritschel, wenn die Person bei der Identitätsklärung mitwirke. Weiter sei ausschlaggebend, ob sich die Person um Integration bemühe, also etwa die deutsche Sprache lerne. „Eine Beschäftigung alleine schützt nicht vor der Einleitung von konkreten aufenthaltsbeendenden Maßnahmen“, machte Ritschel deutlich.

Unterallgäuer Helferkreise bekommen Crashkurs im Asylrecht

Laut Jörg Rosa, stellvertretender Leiter des Ausländeramts, ist eine geklärte Identität von großer Bedeutung: „In Deutschland gilt die Ausweispflicht ab dem vollendeten 16. Lebensjahr.“ Wirke der Asylbewerber bei der Identitätsklärung nicht mit, könne das sogar zum Abbruch einer Ausbildung und Leistungskürzungen führen. „Dann muss die Ausländerbehörde aufenthaltsbeendende Maßnahmen einleiten“, so Rosa. Wirkt der Asylbewerber bei der Klärung seiner Identität mit und führen diese Bemühungen trotzdem zu keinem Ergebnis, gebe es die Möglichkeit, Ersatzdokumente auszustellen.

Stefanie Weiß vom Ausländeramt informierte schließlich über die Unterbringung der Asylbewerber. Diese sind verteilt auf 87 dezentrale Unterkünfte, die im übertragenen Wirkungskreis der Landkreis verwaltet, sowie auf fünf Gemeinschaftsunterkünfte, die die Regierung von Schwaben verwaltet. Die Teilnehmer erhielten auch einen Überblick. über die künftige Unterbringungssituation im Landkreis. „Die Anzahl der dezentralen Unterkünfte werde im Laufe diesen und des kommenden Jahres um 35 Unterkünfte verringert“, sagte Weiß. (az)

Zahlen und Fakten:

  • Im Unterallgäu sind nach Angaben des Landratsamts derzeit etwa 800 Asylbewerber und knapp 300 Fehlbeleger untergebracht. Fehlbeleger sind anerkannte Asylbewerber, die noch keine eigene Wohnung gefunden haben.
  • In den dezentralen Unterkünften leben etwa 870 Personen.
  • In den Gemeinschaftsunterkünften leben etwa 230 Personen.
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