1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Wie die Funken in die Wunderkerze kommen

31.12.2010

Wie die Funken in die Wunderkerze kommen

Dettingen/Ungerhausen Das neue Jahr steht vor der Tür und das will Paula zusammen mit ihren Freundinnen aus dem Entenstall richtig groß feiern - natürlich mit einem tollen Feuerwerk! Besonders gern mag Paula Wunderkerzen - die machen nicht wo viel Krach. "Doch wie kommen eigentlich die Funken in die Wunderkerze und wie bringt man die Farbe in die Raketen", fragt sich unsere Zeitungsente. Also macht sie sich auf den Weg zu Edgar Rohr, der ist nämlich ein Pyrotechniker, also einer, der Feuerwerk herstellt.

von paula print und anja schuster

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Als Paula bei ihm ankommt, staunt sie nicht schlecht: so ein großes Gelände. "Hast du hier nur Feuerwerk?", fragt die Zeitungsente gleich neugierig. "Ja, auf 135 000 Quadratmetern gibt es hier rund 3000 verschiedene Artikel", erzählt ihr Edgar Rohr. Für Paula hat er sogar etwas ganz Besonderes mitgebracht: ein Silvesterpaket für Kinder. "Da gibt es ja so viele Sachen und manche haben so lustige Namen", quakt Paula. Sie wühlt sich begeistert durch die bunten Packungen und findet "Kobold-Bombetten", "Geisterlichter" - und die geliebten Wunderkerzen. "Wie macht man denn die?", will sie wissen.

"Das ist ganz einfach: Als Erstes braucht man einen Draht", erklärt Edgar Rohr, "und dieser wird dann in einen Teig getaucht." "Das ist ja wie beim Plätzchen backen", freut sich Paula. Da hat unsere Zeitungsente gar nicht so unrecht, doch anstelle Zucker und Mehl kommen in den Teig ganz andere Zutaten hinein - natürlich nicht essbare. Für den Teig benötigt der Pyrotechniker ein Feuerwerkspulver, einen Brennstoff und Wasser.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Eisenspäne, damit die Funken richtig sprühen

Damit die Wunderkerze nachher auch schöne silberne Funken sprüht, kommen noch Eisenspäne dazu. "Wir haben dafür natürlich Maschinen, aber wenn man nur eine einzelne anfertigt, dauert das nur fünf Minuten", sagt Edgar Rohr, der zehn Jahre in Illertissen gewohnt hat. "Das ist ja ganz leicht. Das kann ich daheim bestimmt auch machen", sagt Paula voreilig. "Nein, Paula, du darfst so etwas auf gar keinen Fall nachmachen", erklärt ihr Edgar Rohr. Er selbst hat nämlich Chemie studiert und weiß daher genau, was er tut. Neben dem Studium hat er schon bei einer Feuerwerkerei geholfen.

"Angefangen hat alles damit, dass ich wissen wollte wie Streichhölzer funktionieren", erinnert sich der 44-Jährige. Mit 15 hat er dann einen Chemiebaukasten bekommen und seitdem immer an seinen eigenen Kreationen gebastelt. "Ich könnte dir eine ganz orange Fontaine machen, die zu deinem Schnabel passt", neckt er unsere Zeitungsente.

Doch Edgar Rohr weiß auch, dass Feuerwerkskörper keine Spielsachen sind, darum sind sie in einzelne Klassen unterteilt. Manches, wie zum Beispiel die "Tolle Biene", gehört zur Klasse I und darf schon ab zwölf Jahren benutzt werden. "In den Händen von Kindern oder in den Watschelfüßchen von kleinen Enten hat Feuerwerk dagegen nichts zu suchen", mahnt Edgar Rohr.

Wenn das Feuerwerk nämlich nicht richtig gezündet wird, kann man sich schlimm verbrennen. "Schließlich entsteht beim Abbrennen der Feuerwerkskörper eine Hitze von 800 Grad Celsius", weiß der Experte.

Jetzt bekommt es Paula doch ein klein bisschen mit der Angst zu tun. "Wenn man vorsichtig ist, dann passiert dir auch nichts", beruhigt sie Edgar Rohr, der an Silvester das große Bodensee-Feuerwerk ausrichten wird. Dennoch nimmt sich Paula vor, an Silvester lieber doch nur zuzuschauen, wie die Raketen in den Himmel steigen. Und vielleicht zündet sie eine Wunderkerze an.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren