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Altenstadt

20.05.2015

„Zu viele Vorschriften machen es den Vereinen heute schwer“

Michael Dolp, Vorsitzender der Musikgesellschaft Illereichen-Altenstadt bei den Vorbereitungen zur Serenade am Freitag.
Bild: Madeleine Schuster

Seit Januar ist Michael Dolp Vorsitzender der Musikgesellschaft Illereichen-Altenstadt. Mit der IZ hat er über die Herausforderung, einen Verein zu führen, über Zusammenhalt und über den kommenden Auftritt in Altenstadt gesprochen.

Herr Dolp, Sie sind seit Januar Vorsitzender der Musikgesellschaft Illereichen-Altenstadt. Was haben Sie sich für ihre Amtszeit vorgenommen?

Michael Dolp: Ich möchte weiter dafür sorgen, dass der Verein gut dasteht – sowohl musikalisch als auch finanziell. Mit der Einweihung des neuen Musikerheims und der Ausrichtung des Musikbezirksfestes haben wir die ganz großen Baustellen bereits in den vergangenen Jahren abgehakt. Jetzt geht es darum, den Laden weiterhin am Laufen zu halten.

Immer häufiger haben Vereine Schwierigkeiten, ihre Ämter im Vorstand zu besetzen. Ist es denn schwieriger geworden, heute einen Verein zu führen?

Dolp: Schwieriger vielleicht nicht unbedingt. Aber die Vorschriften, die zu beachten sind, haben schon zugenommen. Das fängt mit dem erweiterten Führungszeugnis an, das wir in der Kinder- und Jugendbetreuung nun brauchen, und hört beim Lebensmittelschutzgesetz bei Festen auf. Vereinen erschwert das schon die Arbeit. Im Gegensatz zu früher läuft heute aber nicht mehr alles allein über den Vorsitzenden. Wir teilen uns die Arbeit untereinander viel stärker auf. Das ist wichtig, sonst würde man es nicht schaffen.

Was lockt gerade junge Menschen heute denn überhaupt noch in einen Musikverein?

Dolp: Ganz klar: die Gemeinschaft. Anders als etwa im Sportverein musizieren bei uns Menschen aller Altersklassen gemeinsam. Unser jüngstes aktives Mitglied ist derzeit 15, unser ältestes um die 70. Das bedarf manchmal vielleicht etwas Fingerspitzengefühl, aber bei uns harmoniert das sehr gut. Auch Ausflüge schweißen zusammen. In diesem Jahr fahren wir etwa für ein Wochenende nach Rohrdorf bei Rosenheim.

Schrecken Marsch und Polka junge Menschen nicht eher ab?

Dolp: Für das musikalische Programm ist natürlich der Dirigent zuständig. Aber ich denke, wir bieten unseren Musikern eine ganz gute Mischung aus konzertanter und traditioneller Blasmusik.

Mit Jürgen Wiedenmann hat die Musikgesellschaft ihren zweiten Dirigenten innerhalb von zwei Jahren. Ist es denn schwierig, einen Dirigenten für die Kapelle zu finden?

Dolp: Es ist sehr schwierig einen Dirigenten zu finden, der zur Kapelle wirklich passt. Viele dirigieren als Hobby, für manche ist es ein Beruf. Letztere arbeiten meist für zwei oder drei Kapellen. Das ist für unsere Bedürfnisse natürlich nicht so gut. Unser Dirigent sollte auch bei kirchlichen und weltlichen Auftritten da sein. Zudem muss es sowohl menschlich als auch musikalisch passen. Mit Jürgen Wiedenmann haben wir jetzt aber einen Dirigenten gefunden, der sehr gut zu uns passt.

Am Freitag spielt die Musikkapelle bereits zum fünften Mal eine Serenade. Was erwartet die Besucher in diesem Jahr?

Dolp: Auf alle Fälle ein kurzweiliger Abend. In diesem Jahr findet unsere Serenade zum ersten Mal im Wald statt. Dementsprechend haben wir auch unser Programm darauf abgestimmt. Musikalisch wird es eher traditionell – mit Marsch, Polka und Walzer.

Die Erlöse spenden Sie in diesem Jahr an die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung.

Dolp: Ja, wir haben schon einmal mit einem Konzert die Kartei der Not unterstützt. Eine gute Sache, mit der wir anderen Menschen helfen können.

Die Serenade findet am Freitag, 22. Mai, um 19 Uhr auf dem Waldfestplatz südliche Halde in Altenstadt statt. Bei Regen wird das Konzert verschoben. Über einen Ausweichtermin wird auf Schildern am Ortseingang oder im Internet unter www.mg-altenstadt.de informiert.

Das Interview führte Madeleine Schuster.

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