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Senden: Zwischen Diamanten, Gold und Perlen: So arbeitet eine Goldschmiedemeisterin

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Zwischen Diamanten, Gold und Perlen: So arbeitet eine Goldschmiedemeisterin

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    Marina Hertzig leitet seit wenigen Monaten ein Goldschmiedeatelier in Senden.
    Marina Hertzig leitet seit wenigen Monaten ein Goldschmiedeatelier in Senden. Foto: Roland Furthmair

    In der Werkstatt des Goldschmiedeateliers Hertzig herrscht kreatives Chaos. Unzählige Zangen, Feilen und Hammer hängen an den Wänden und stapeln sich neben den Werkbrettern. Die Tischplatten haben tiefe Kerben und sind mit Metall beschlagen. Hier arbeitet Marina Hertzig mit ihren Kolleginnen. Hier schmelzen sie Edelmetall, sie walzen, löten und gravieren. Die Werkbänke sind Sonderanfertigungen. Sie sind höher als ein normaler Tisch und haben Aussparungen dort, wo die Schmiedinnen sitzen. "Wir müssen ja teilweise sehr nah an das Schmuckstück heran, an dem wir gerade arbeiten", erklärt Hertzig. Radiomusik schallt über die Arbeitsplätze, nur unterbrochen von der Klingel, die Kundinnen und Kunden ankündigt.

    Im Kontrast zur Werkstatt im hinteren Bereich des Ladens steht der Verkaufsraum vorn. Hier liegen filigrane Ringe und edles Geschmeide zum Verkauf bereit. Dunkelgrüne Wände und goldene Details schaffen ein zurückgenommenes Ambiente, in der Mitte des Verkaufsraums steht ein großer Tisch aus Holzplanken. Darauf fein säuberlich drapiert: der Schmuck, den Hertzig und ihr Team in Handarbeit anfertigen. Einige Perlenketten und -ohrringe finden sich hier, viel gehämmerte Oberflächenstrukturen. Hertzig hat ein Ohrring-System entwickelt, bei dem sich Ohrstecker und Anhänger frei kombinieren lassen. So könne man wenige Einzelstücke auf viele verschiedene Weisen tragen. Vereinzelt findet sich auch ein extravaganteres Teil oder eine ausgefallene Form zwischen den Ketten, Armbändern und Ringen.

    Diese Ohrringe von Goldschmiedemeisterin Marina Hertzig sind allesamt miteinander kombinierbar.
    Diese Ohrringe von Goldschmiedemeisterin Marina Hertzig sind allesamt miteinander kombinierbar. Foto: Rosaria Kilian

    Trendfarben der Saison: Pink und Violett

    Die Goldschmiedin bereitet sich bereits auf das Weihnachtsgeschäft vor. "Im Trend ist immer noch Gelbgold. Dazu habe ich einige champagnerfarbene Diamanten gesehen", sagt Hertzig. Der Edelstein der Saison ist nach der Einschätzung der Expertin der violette Amethyst. "Generell sehe ich viel pink und lila", sagt Hertzig, "häufig in Kombination mit dunkelgrün."

    Das Goldschmiedeatelier von Marina Hertzig ist Werkstatt und Laden in einem.
    Das Goldschmiedeatelier von Marina Hertzig ist Werkstatt und Laden in einem. Foto: Roland Furthmair

    Verlobungs- und Trauringe seien ein wichtiger Teil des Berufs, sagt Hertzig, wenn auch bei Weitem nicht der einzige. Sie plane sehr gerne mit Paaren deren Hochzeitschmuck, sagt die Goldschmiedemeisterin: "Trauringe setzen bei den Menschen viele Emotionen frei." Sie findet es inspirierend, sagt sie, die Personen kennenzulernen und ihre Wünsche in einen Ring zu formen. "Das hat so eine schöne Symbolik."

    Goldschmiedemeisterin Marina Hertzig: "Freiberuflichkeit im Handwerk ist kein Zuckerschlecken."

    Die gebürtige Vöhringerin machte in dem Betrieb in Senden bereits ihre Lehre, nachdem sie an der Goldschmiedeschule in Pforzheim die Grundlagen des Handwerks erlernt hatte. Dass sie handwerklich arbeiten möchte, war schon immer klar, sagt sie. "Ich wollte am Ende des Tages etwas in der Hand halten." Am Goldschmieden mag sie, dass es ein sehr kreativer und abwechslungsreicher Beruf ist. Außerdem habe der Werkstoff es ihr einfach angetan, sagt sie. Ihr liebstes Material ist 750er-Gelbgold. "Das ist so schön geschmeidig, lässt sich gut löten und macht mit der warmen Farbe auch einfach immer was her", schwärmt Hertzig. 2018 legte sie ihre Meisterprüfung als Goldschmiedin ab.

    Mit der Übernahme der Ateliers in der Sendener Innenstadt ging für Hertzig ein Traum in Erfüllung, sagt sie. Aber sie weiß auch: "Freiberuflichkeit im Handwerk ist kein Zuckerschlecken." Zum ersten September stellte Hertzig eine Auszubildende ein. Es sei nicht einfach gewesen, jemanden für die Stelle zu finden. In einem Betrieb dieser Größe müsse von Anfang an jede und jeder voll mit anpacken, sagt Hertzig. Die neue Auszubildende wird sofort alle Aspekte des Berufs kennenlernen: Verkauf, Beratung, Reparatur, Design. "Sie wird sehr viele Freiheiten haben", sagt Hertzig.

    Hertzigs Goldschmiedeatelier ist auch auf der Neu-Ulmer Hochzeitsmesse vertreten

    Neben Hertzig und der Auszubildenden arbeiten zwei Teilzeitkräfte in der Goldschmiede. "Und die ehemalige Besitzerin Hermine Pichl springt auch noch ab und zu ein", sagt Hertzig. Es sei ein harmonischer Wechsel gewesen zwischen der ehemaligen und der neuen Inhaberin. Pichl habe sich über die Jahre einen treuen Kundenstamm aufgebaut. Hertzig möchte daran anknüpfen und verspricht: "Die Kundinnen und Kunden werden das gleiche Erlebnis hier im Laden haben wie die vergangenen Jahre."

    Im hinteren Teil des Ladens herrscht das kreative Chaos. Jede Goldschmiedin hat dort ihren eigenen Arbeitsplatz.
    Im hinteren Teil des Ladens herrscht das kreative Chaos. Jede Goldschmiedin hat dort ihren eigenen Arbeitsplatz. Foto: Rosaria Kilian

    Das Team hinter der Goldschmiede bleibt das gleiche, der Service bleibt der gleiche. Hertzig blickt auf turbulente Monate zurück: Geschäftsübernahme mit Umbau, Personalsuche – und ein Kind hat sie auch noch bekommen. Sie freut sich, dass sie nach dem Trubel der vergangenen Monate nun voll mit ihrer Arbeit in der Goldschmiede durchstarten kann. Sie habe bereits einige Ideen für neue Kleinserien, die sie bald in ihrem Geschäft umsetzen möchte, sagt sie. Am 18. und 19. November wird sie ihren Schmuck mit einem Stand auf der Hochzeitsmesse in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm präsentieren.

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