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Landkreis Günzburg

17.02.2015

Die Grippewelle hat uns nicht überrollt

Da helfen nur Ruhe, Tee und Taschentücher: 2709 Influenza-Erkrankungen haben die bayerischen Behörden dieses Jahr schon registriert.
Bild: Andreas Gebert, dpa

Der Landkreis bleibt von Influenza-Erkrankungen weitgehend verschont. Sorgen bereitet den Ärzten und Krankenhäusern in der Region aber ein Anstieg an Atemwegsinfekten.

Dr. Roland Schmid ist Mediziner. Deshalb spricht der Leiter des Günzburger Gesundheitsamts auch nicht so schnell von einer Grippewelle. „Die meisten Menschen, die über eine Grippe klagen, haben einen grippalen Infekt“, sagt Schmid. Diese Erkältung könne mit Fieber und laufender Nase auch unangenehm sein. Eine richtige Virus-Grippe, wie sie sich gegenwärtig in Bayern ausbreitet, sei aber eine ernste Erkrankung mit starker Müdigkeit, hohem Fieber und starken Kopfschmerzen, erklärt Schmid. Ob sich auch im Landkreis schon viele Menschen mit den Influenza-Viren infiziert haben, könne er nicht sagen. Denn die Grippe sei nicht meldepflichtig. In ganz Bayern haben die Gesundheitsbehörden seit Jahresbeginn 2709 Influenza-Erkrankungen registriert – 2214 mehr als vor einem Jahr.

Zeitpunkt für die Ausbreitung grippaler Infekte ist optimal

Im nördlichen und südlichen Landkreis gebe es zwei Überwachungspraxen. Von dort würden die Abstriche ans Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nach Oberschleißheim geschickt. In der vorigen Woche, so Schmid, wurden zwei Grippefälle bestätigt, am vergangenen Montag vier. „Mit einer richtigen Grippe ist nicht zu spaßen“, betont der Gesundheitsamtschef. Wenn jetzt beispielsweise die Grippewelle auch den Jettinger Fasching eingeholt habe (wir berichteten), dann gehe er doch davon aus, dass die meisten Betroffenen einen Schnupfen und eine schwere Stimme hatten – also einen grippalen Infekt.

Und davon gebe es auch in der Region mehr als genug. „Ich kann nur sagen, dass sich immer mehr Leute krankmelden – auch bei uns im Landratsamt“, berichtet Schmid. Der Zeitpunkt für die Ausbreitung grippaler Infekte sei gegenwärtig ja optimal. Viele Gemeinschaftsveranstaltungen im Fasching, leicht bekleidete Mädchen und Jungs im Freien, da könne man sich leicht anstecken und erkälten, analysiert der Gesundheitsamtsleiter.

Davon kann Dr. Otto Kennel, Allgemeinmediziner in Ichenhausen ein Lied singen. Sein Wartezimmer ist zur Zeit jeden Tag „brechend voll“. Etwa 90 Prozent der Patienten schleppt sich mit viralen Infekten in die Praxis. Kennel schätzt, rund die Hälfte davon könnte den Influenza-Virus in sich tragen. Da sich die Viren aber nicht medikamentös behandeln lassen, empfiehlt der Arzt im Regelfall „ strenge Bettruhe und viel Trinken“ als Kur.

Ärzte raten: Massenveranstaltungen vermeiden

Bislang verschont geblieben von der großen Grippewelle sind die Kreiskliniken in Günzburg und Krumbach. In Günzburg registrierten die Mediziner lediglich zwei Verdachtsfälle, in Krumbach noch gar keinen. „Wir hatten bislang Glück“, sagt Andreas Mugler, Direktor Klinikmanagement. Was die Viruserkrankungen anbelangt, erlebe die Klinik einen „ganz normalen Februar“. „Wir liegen nicht im Zentrum des Sturms“, betont auch Dr. Gerhard Richter, Chefarzt der Inneren Medizin im Krumbacher Krankenhaus. Allerdings verzeichneten er und seine Kollegen eine große Zahl von Atemwegsinfektionen. Insbesondere geschwächten und älteren Patienten können diese Infektionen erheblich zusetzen.

Um sich vor den Erkältungsviren zu schützen, rät Richter zu Bewegung an der frischen Luft, sich ansonsten aber von Menschenaufläufen fern zuhalten. Mit dem Faschingsende könnte sich dann also der Stau im Wartezimmer lösen.

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