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Resolution

27.04.2015

Heimatverein kämpft für Erhalt des Stadtsaals

Vorstand spricht von stadtprägendem Gebäude und erhofft sich durch einen neuen Saalbau Spenden aus der Bevölkerung. Bürgermeister Fischer erläutert den aktuellen Stand

Der „Königsweg“ ist für Bürgermeister Hubert Fischer klar umrissen: Die Sanierung und Ertüchtigung des Stadtsaals in seiner heutigen Form und als nördlicher Anbau anstelle der TSV-Turnhalle ein neues Rathaus. Das ist für ihn finanzierbar, wenngleich dieses Vorhaben eingebunden sein muss in mehrere andere sehr teure Baumaßnahmen. Deshalb sollte allen Krumbachern klar sein: „Verwirklicht wird eines nach dem anderen und nicht von heute auf morgen.“ Diese Aussagen machte das Stadtoberhaupt im Rahmen der Generalversammlung des Heimatvereins, der sich entschieden gegen den Abriss dieses „stadtprägenden Gebäudes“ stemmt und dies auch in einer schriftlichen Resolution an den Stadtrat deutlich zum Ausdruck bringt.

Der Stadtsaal ist für die Heimatfreunde ein städtebauliches Objekt, das durchaus mit Bauten wie Hürbener Wasserschloss, Landauer-Haus oder Heimatmuseum zu vergleichen sei. Er habe inzwischen vier Generationen in gesellschaftlicher, kultureller und stadtgeschichtlicher Hinsicht hervorragende Dienste geleistet und tut dies heute noch. Zu erinnern sei an seine „universale Verwendbarkeit“ als Raum für Ausstellungen, Theater, Vorträge, Kundgebungen, Familien- und Vereinsfeiern, was sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs auch mit der Unterbringung der Heimatvertriebenen bewiesen habe. Wie aus dem Schreiben an die Stadtverwaltung weiter hervorgeht, hält der Verein trotz seines „schleichenden Herunterkommens“ in den letzten Jahrzehnten „jegliche Überlegung über einen Abriss für städtebaulich falsch“.

Zu erinnern sei außerdem an die Entstehung des Stadtsaals anno 1922/23 durch ein nicht alltägliches Bürgerengagement, dessen Ergebnis „ein gelungenes Gemeinschaftswerk mit Universalkonzept“ gewesen sei, über das sich die Krumbacher und viele auswärtige Besucher noch heute freuen dürfen, auch wenn in den letzten Jahren die Auslastung nicht mehr optimal gewesen sei.

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Der Heimatverein nimmt dies zum Anlass, eine Art zweiten Saalbauverein mit der Devise „Stadtsaal erhalten“ zu gründen und hat bereits eine eigene Fördergruppe initiiert, die sich um dessen Erhalt und zugleich um Spenden aus der Bevölkerung bemüht. Initiator und stellvertretender Heimatvereinsvorsitzender Willy Fischer: „Über den Stadtsaal reden ist das eine, für ihn etwas tun das andere. Wir haben uns für die zweite Version entschieden.“

Bürgermeister Fischer ging im Verlauf des Abends noch näher auf die Planungen der Stadt ein, in denen der Stadtsaal nur als Teilobjekt gesehen werden darf. Zu berücksichtigen seien im gleichen Atemzug das marode Rathaus und das sanierungsbedürftige Schulzentrum mit Turn- und Schwimmhalle. Für den Rathauschef haben beide Objekte nach rund 40 Jahren das „Ende ihrer Lebensdauer erreicht“. Zwar sei die Betonschale noch einigermaßen intakt und weiter verwendbar. Probleme bereite aber die technische Infrastruktur von Rathaus und Schulgebäude mit ihrer Vielzahl von Kabeln und Leitungen einschließlich der veralteten sozialen Einrichtungen und der nicht vorhandenen aber heute notwendigen elektronischen Verflechtung.

Gleiches gelte für die Technik im Hallenbad und der Turnhalle, die zu einer Mehrzweckhalle für Großveranstaltungen ausgebaut werden sollte. Fischer: „Ich denke hier an den Kühlschrank, der nach 40 Jahren den Ansprüchen auch nicht mehr genügt.“ Und das Fazit für den Rathauschef: „Bei all den notwendigen Maßnahmen ist mir weniger bang um das Geld. Vielmehr frage ich mich, wie sollen wir den Mehraufwand an Arbeit und die Koordinierung der zusätzlichen Arbeitsabläufe personell schaffen.“

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