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Maria Vesperbild

16.08.2020

Himmelfahrt: So lief der Besuch des Passauer Bischofs Oster ab

Lichterprozession mit Mund-Nase-Schutz: Für die Veranstaltung am Himmelfahrtstag im bekannten Wallfahrtsort Maria Vesperbild galt mit Blick auf die Corona-Krise ein umfassendes Sicherheitskonzept.

Plus Wie der Himmelfahrtstag im Wallfahrtsort Maria Vesperbild trotz vieler Einschränkungen zu einem „wunderbaren“ Erlebnis wurde und welche Botschaft Bischof Oster hat.

Lichterprozession, ein „Fest des Glaubens“ unter freiem Himmel? Ist das in einem Wallfahrtsort wie Maria Vesperbild möglich in Zeiten der Corona-Krise? Mit einem umfassenden Konzept und „viel Abstand“ wurde der Himmelfahrtstag schließlich zu einem „wunderbaren“ Erlebnis, wie dies Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart umschrieb. Die Teilnehmerzahl war aber auf 500 beschränkt und es war vieles anders als in früheren Jahren.

Der Passauer Bischof Stefan Oster sprach in Maria Vesperbild über die Bedeutung von Mariä Himmelfahrt für die Gegenwart. Links Wallfahrtsdirektor Reichart.

Stichwort "Wunderbar“: Sichtlich erleichtert brachte Wallfahrtsdirektor Monsignore Erwin Reichart seinen Eindruck von den Ereignissen in Maria Vesperbild am Abend des Festtags der Aufnahme Mariens in den Himmel auf den Punkt.

Mit der Vokabel „wunderbar“ meinte er das Zusammenspiel von vielen Komponenten. Er meinte das schöne Wetter, die prächtige Landschaft, die einzigartige Stimmung am Wallfahrtsort, die große Zahl der Gläubigen und ihren engagierten Mitvollzug, den traditionellen Blumenteppich in der Mariengrotte, die Hilfsbereitschaft der zahlreichen Ehrenamtlichen und vor allem natürlich die feierliche Eucharistie und die „großartige Predigt“ des Gastes, des Passauer Bischofs Stefan Oster. Im Vorfeld mag sich mancher gefragt haben: Eine Lichterprozession in Corona-Zeiten, ist das möglich, ist das verantwortbar?

Himmelfahrt – auch ein besonderes Fest der Familie.

Absperrungen, Maskenpflicht und Platzanweisungen

Das Sicherheitskonzept an diesem Abend hatte klare Konturen in Form von Absperrungen, Kontrollen der Maskenpflicht und Platzanweisung.

Auf die große Wiese vor dem Altar an der Mariengrotte waren in gebotenem Abstand voneinander 500 Punkte gesetzt worden. Auf 500 Teilnehmer war die Veranstaltung begrenzt worden. Die Veranstalter hatten sich intensiv darauf vorbereitet, die behördlichen Auflagen einzuhalten, zumal auch auf die Kollekte und die Austeilung der Kommunion im Gottesdienst verzichtet wurde.

In gebotenem Abstand waren auf der Wiese vor dem Altar 500 Punkte für die Gläubigen gesetzt worden.

Die wichtigere Frage aber war, würden die Sicherheitsvorkehrungen und Beschränkungen der Stimmung, dem Sinn und dem Geist der Feier zur leiblichen Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel abträglich sein? Sie waren es keineswegs.

Mit großer Spannung, Andacht und Konzentration nahmen die Gläubigen am Pontifikalamt teil. Bischof Stefan Oster konnte es sich leisten, zwischendurch leise, fast schon flüsternd zu predigen, es ging keines seiner Wörter verloren. Auf Corona nahm der Gast nur bei seiner Begrüßung Bezug, indem er dazu aufforderte, den angeordneten Verzicht auf menschliche Begegnungen zu nutzen, um sich zu besinnen, um Gott zu suchen und den Glauben zu stärken.

Ein großes Fest im Sommer mit einem starken Anlass zur Freude nannte der Passauer Bischof das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel.

Der Himmelfahrtstag ist ein Fest des Lichts. Zahlreiche Fotos gibt es online unter www.mittelschwaebische-nachrichten.de

Der Skepsis eines Journalisten in diesen Tagen, ob an die Himmelfahrt Mariens heute noch jemand glaube und ob das Fest nicht inzwischen verzichtbar geworden sei, widersprach Bischof Oster entschieden. Wie die Bundeslade im Alten Testament der Garant gewesen sei, Gott sei mit dem Volk Israel, so verbürge im Neuen Testament Maria die Verbindung von Gott zu allen Menschen. Maria habe den, der das Wort Gottes in Person gewesen sei, in sich getragen. In Maria sei die Leidenschaft zu Gott in ihr Fleisch und Blut übergegangen. Gerade dieses Vorbild brauche der moderne Mensch, der dazu neige, ohne Gott auskommen zu wollen.

Ordensschwestern an der Mariengrotte.

Im Wohlstand denke der Mensch, er brauche Gott nicht. Hochmut und Besserwisserei, ein modernes Pharisäertum, seien die Folge. Aber auch der Gläubige neige dazu, sich auf bestimmte modische Aspekte der Person Jesu zu beschränken, die zeitgemäß wirkten.

Warum Jesus nicht "reduziert" werden sollte

Er selbst müsse sich davor hüten, einen reduzierten Jesus zu benutzten, um als Redner gut dazustehen. Wenn er in seiner Predigt transparent für den „ganzen Gott“ sein wolle, dann brauche er „die Leidenschaft der Maria für den ganzen Gott“. Ein echter Glaube ohne Maria und ohne die Kirche seien nicht möglich.

Bischof Oster zelebrierte in Maria Vesperbild das Pontifikalamt.

Orte wie Maria Vesperbild oder Altötting, wo Bischof Stefan Oster noch am Vormittag den Gottesdienst gefeiert hatte, sorgten dafür, dass Gott bereits im irdischen Dasein erfahrbar werde, meinte der Passauer Prediger am Ende seiner Ansprache. Spürbar wurden an diesem Abend die Ausstrahlung des Ortes, die Macht der Eucharistie und des geistlichen Wortes sowie die Kraftquelle der großen Gemeinschaft.

Zum Himmelfahrtstag in Maria Vespebild gibt es bei uns auch eine große Bildergalerie:

Im Wallfahrtsort Maria Vesperbild feiern an Mariä Himmelfahrt Pilger abends mit dem Passauer Bischof Stefan Oster ein Pontifikalamt mit anschließender Lichterprozession. In diesem Jahr waren aufgrund der Corona-Beschränkungen nur 500 Gläubige an der Feier zugelassen. Abstand und Mund-Nasen-Maske waren Pflicht, sobald der Platz verlassen wurde.
168 Bilder
Gläubige beten an Himmelfahrt in Vesperbild mit Abstand zu Maria
Bild: Bernhard Weizenegger

Im Februar war die Grotte in Maria Vesperbild durch einen von einem Sturm ausgelösten Brand beschädigt worden. Mehr Infos dazu gibt es in unserer Bildergalerie und in unserem Bericht:

Himmelfahrt: So lief der Besuch des Passauer Bischofs Oster ab
29 Bilder
Die Vesperbilder Grotte nach dem Brand
Bild: Peter Bauer und Feuerwehr Ziemetshausen

Vesperbild: Welche Schäden der Brand angerichtet hat

Derzeit läuft in Maria Vesperbild eine große Kirchenrenovierung. Weitere Infos dazu finden Sie in folgendem Bericht:

Neue goldene "Krone" für die Wallfahrtskirche Maria Vesperbild

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